Es ist bald Weihnachten

Quedlinburg: Pfennigpfeiffer | Es ist bald Weihnachten. Wir haben den 21. Dezember. In der Stadt findet man kaum einen Parkplatz und alle Menschen laufen beschäftigt und teilweise gedankenverloren umher, um noch schnell vor Weihnachten Besorgungen zu machen. Auch ich musste mich noch vor meinem Dienst in das Getümmel stürzen.
Ich arbeite mit Menschen mit Behinderungen und plante mit meinen Bewohnern Engel zu basteln und brauchte noch eine Heißklebepistole. Hier beginnt meine Geschichte.

Im Pfennigpfeiffer bin ich schnell fündig geworden und stand zufrieden an der Kasse. Es waren drei Personen vor mir. Ein Mann direkt an der Kasse fiel mir gleich ins Auge. Er wirkte etwas verloren und hilflos. Ich schielte aufs Band und sah, das er eine Triola kaufen wollte. Das ist ein Kindespielzeug, mit dem man Musik machen kann. Die Kassiererin sagte zu ihm: Das macht 29,90 €! Alle sahen ihn an...er beteuerte, das er das Geld hätte und entleerte etwas verunsichert sein Portemonnaie vor der Kassiererin, indem aber nur Kleingeld war. Sie sagte zu ihm, das das nicht reichen würde. Da holte er paar letzte Centstücke raus und legte sie der Dame hin. Sie schüttelte den Kopf und legte das Spielzeug zur Seite. Der Mann der hinter ihm stand wurde frech. Er sagte: Pack dein Geld ein und verschwinde, es reicht doch eh nicht!
Verschüchtert sammelte er das Geld ein und sagte: „Schade“ und verschwand niedergeschlagen erneut in den Laden um wohl etwas günstigeres zu finden.
Ich hatte so eine Ahnung, das es auch für ein anderes Geschenk nicht reichen würde.
Nun war ich an der Reihe und legte meine Heißklebepistole auf das Band.
Ich hatte meinen Entschluss gefasst und sah die Kassiererin an und bat sie, mir die Triola zu geben. Sie sah mich verwundert an und ich wiederholte meine Bitte mit dem Zusatz: Ich bezahle sie für ihn. Da verstand Sie mich und legte sie mit aufs Band. Sie druckte mir einen extra Beleg aus, mit dem Gedanken daran das der Mann nicht des Diebstahls verdächtig werden könnte.
Also ging ich wieder zurück und suchte ihn in den Gängen. Da fand ich ihn auch,verloren und hilflos wie zuvor an der Kasse. Ich sagte zu ihm:" Hey, hier, das ist für dich, ich habe es dir gekauft!"... und gab ihm das Spielzeug! Er strahlte mich an und sagte zu mir:" Da habe ich ja heute Glück gehabt!" Ich antwortete ihm :" Es ist doch bald Weihnachten, das Fest der Liebe "...und zwinkerte ihm zu. „Danke“! rief er....lächelnd drehte ich mich um eilte zu meinen Dienst.
Warum ich das schreibe?
Weil ich in dem Moment,als ich ihm das Geschenk überreicht habe, gespürt habe das echte Freude, ein Lächeln und Nächstenliebe mehr Wert sind als alles Geld und Egoismus der Welt.
Während ich meine Engel bastel, denke ich daran, das es genau das ist, was im Leben wichtig ist. Die Augen nicht zu verschließen sondern denen zu helfen, die unsere Hilfe benötigen. Denn wenn es uns mal nicht gut geht, dann sind wir genau über diese Menschen sehr sehr dankbar!!!
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2 Kommentare
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 21.12.2017 | 23:17   Melden
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Anna Hundertmarck aus Quedlinburg | 22.12.2017 | 07:31   Melden
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