Unterwegs mit dem Rollstuhl

Wappenkunde

Neulich war ich mal wieder in der Quedlinburger Innenstadt mit dem Rollstuhl unterwegs. Dabei entdeckte ich wie zufällig, dass an vielen Häusern und Mauern Wappen, Schilde und andere heraldische Zeichen prangen. Viele lassen sich als städtische oder dem Damenstift gehörende Wappen deuten. Der Hund Quedel oder die charakteristischen Kredenzmesser zeigen uns dies.

Es gibt aber auch Wappen verschiedener Adelshäuser und noch später war es wohl in Mode gekommen, dass das zu Reichtum gekommene Bürgertum seine Häuser mit ihren Familienwappen oder imaginären heraldischen Zeichen verzierte. Das geschah meist Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts und ist besonders in der Villenarchitektur in der Quedlinburger Süderstadt oder rund um den Bahnhof und dem Brühlpark zu sehen.

Kaiserstraße zeigt Besonderheit

Ich möchte mich hier auf ein schönes Wappen in der Kaiserstraße konzentrieren. Wie und warum es da hin gekommen ist, weiß ich allerdings nicht. Das linke Schild zeigt das Wappen des Hauses Anhalt-Bernburg bis 1918 mit dem Brandenburger (rot) Adler und dem auf einer Zinnenmauer nach rechts schreitenden Bären für die Berburger Linie.
Das rechte Wappen setzt sich zusammen aus Symbolen des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und zwar links ein gekrönter goldener Löwe mit goldgestielter siberner Hellebarde (Axt) in den Pranken (Symbol für Norwegen) daneben in Gold 2 übereinander laufende blaue Löwen (Symbol für Schleswig), darunter in rot 3 silberne Nesselblätter mit einem kleinen Schild in den Farben Rot Weiss (Symbol für Dänemark u. Schleswig). Das Ganze wird von einer reliefierten Krone mittig überkrönt.


Der "Schwiegervater Europas"

Das Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg stellte bis 1918 immer mal wieder den dänischen König. So auch Christian IX. (1818-1906). Er wird auch der "Schwiegervater Europas" genannt und das Haus gilt als Wiege vieler europäischer Königshäuser. Durch ihn wurde Glücksburg zum Stammschloss des dänischen, norwegischen und griechischen Königshauses.
Die Herzogin Friedrike von Anhalt-Bernburg (1811-1902) ist die Schwester des Königs Christian IX. v. Dänemark. Dier Herzogin war mit Alexander Carl (1807-1863), dem letzten Herzog von Anhalt-Berburg verheiratet und lebte bis zu ihrem Tod in Ballenstedt. Ich kann mir vorstellen, dass es hier Verbindungen zum Stift gab. Da das Haus aber erst nach 1920 erbaut wurde, wären weitere Erkenntnisse nötig warum dieses Wappen genau hier angebracht wurde.
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