Öffnungszeiten Stadtverwaltung Quedlinburg

Quedlinburg: Rathaus | Wenn die Verwaltung Freitags um 13.00 Uhr schließt, will sie vermutlich mit den Bürgern nichts zu tun haben.


Der bekannte Quedlinburger Stadtführer und Hobbyhistoriker Rüdiger Mertsch fand in den Quedlinburger
Kreisblatt von 13. September 1913 einen Artikel wie der Bürgermeister Herr Scholz von Berlin-Charlottenburg
sich die Arbeit einer modernen Stadtverwaltung vorstellt.

Es heißt dort unter anderem, das Kreisblatt vom 13. September 1913 schreibt:

„Wenn er an das persönliche Verhältnis der Stadtbehörde zu den Bürgern denke, so würde er als oberstes Gesetz hinstellen, daß völliges und rückhaltloses Vertrauen zwischen der Bevölkerung und der städtischen Verwaltung herrschen müsse. Die Behandlung des Publikums durch die Beamten müsse stets eine solche sein, daß der Bürger gern und freudig sich an die indirekt ja von ihm selbst eingesetzte Verwaltung wende. In allen städtischen Angelegenheiten müsse, wiederum vorwiegend im Interesse des Publikums, unbedingt auf einen schnellen Geschäftsgang gehalten werden. Die ganze Art der Behandlung der Dinge müsse in der Bürgerschaft den Eindruck erwecken, daß in dem Rathaus nicht bürokratische Engherzigkeit walte, sondern in modernen, immer mehr dem kaufmännischen Geschäftsgebaren angepaßten Geist gearbeitet würde. Auch die dauernde persönliche Fühlung der städtischen Beamten mit der Bürgerschaft hält Dr. Scholz für besonders wesentlich. Diese ständige Fühlungsnahme hält er auch für eines der schönsten Vorrechte der Kommunalbeamten, da es ihn befähigt, dauernd über die Bedürfnisse der Bürger unterrichtet zu sein. Sehr bedeutsam sei ferner die Mithilfe der Presse, da diese ja im kommunalen Leben eine außerordentlich wichtige Rolle spiele und gewissermaßen die Fäden in der Hand habe, die sich täglich zwischen der Stadtverwaltung und dem Publikum spinnen. Die Vertreter der Presse würden bei ihm stets eine offene Tür finden. Bei allen fachlichen Aufgaben der Stadt möge es sich nun um die Fürsorge für das körperliche oder wirtschaftliche Wohl der Gemeindemitglieder handeln, müsse, wie er dies offen schon ausgesprochen habe, der eine Grundgedanke leitend sein: die Freude des Bürgers an seiner Stadt zu wecken und zu fördern.“

Die Sätze und Ideen des Dr. Scholz von Charlottenburg werden dieses Jahr 100 Jahre alt, aber sind immer noch nicht in der öffentlichen Verwaltung angekommen.
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Luftfahrt- und Technik- Museumspark aus Merseburg | 15.02.2013 | 10:21   Melden
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