Wenn jemand eine Reise tut!

 

Havanna City ist warm, gefühlte 30°C, uns läuft der Schweiß und Alexis zirkelt meine Frau und mich in seiner Rikscha Richtung Hafen.

Aber von vorn!

DIE REISE NACH HAVANNA UND VARADERO!


Es ist Nachmittag und meine Frau und ich steigen in Havanna aus dem Flugzeug. Oder sagen wir mal so, was von uns noch übrig geblieben ist nach gut 11 Stunden Flug in der Economy Class. Jedes Huhn aus Käfighaltung hatte mehr Platz als wir.

Aber egal, wir sind da und wollen was Erleben, auf den Straßen von Havanna und dann zum Entspannen nach Varadero. Was uns sofort auffällt, Havanna und Varadero sind ein teures Pflaster. Der Cuc, die Währung mit der wir hier bezahlen wird zum Euro fast 1 zu1 getauscht.

Der Aufbruch


Havanna befindet sich im Aufbruch, überall wird gebaut, es gibt noch sehr viele kaputte Häuser aber man merkt die Stadt will ihr Antlitz für die kommenden Touristen aufpolieren.
Wir lernen Jojo kennen. Jojo ist Kubaner Afrikanischer Abstammung, hat eine kleine Familie mit 7 Monate alten Sohn. Er ist Beifahrer in den alten Amerikanischen Autoträumen, sagt den Fahrer wo er hinfahren und Anhalten soll und Erklärt uns mit Händen und Füßen, in Englisch, Spanisch und Italienisch seine Stadt.
Dafür das ich in der Schule bei den Fremdsprachen immer krank war, klappt die Verständigung außerordentlich gut.
Diese Freundlichkeit der Menschen hier, diese Gelassenheit und den Rhythmus was jedes Kind von Geburt an im Blut hat, faszinieren meine Frau und mich.
Was ich hier aber sofort lernen musste ist, die Kubanische Zeit ist Elastisch. Nix mit 5 Minuten vor der Zeit, ist des Deutschen Pünktlichkeit.
Im Gegensatz zu Varadero haben wir in Havanna unser Hotel nur mit Frühstück genommen.
In der Nähe hat sich dann aber auch schnell unser Stammlokal gefunden. Alfredo der Türsteher vom La Marina hat immer einen Platz für uns obwohl das Lokal zur Mittagszeit regelmäßig aus den Nähten Platzt. Der Grund liegt im sehr gutem Essen und bezahlbar.
Alfredo gibt mir zu verstehen das er gern meine Hugo Boss Jeans für drei Havanna Rum Flaschen haben möchte, ich lehne lachend ab.

Alexis


Nun hatten wir uns mit einem Taxi zum Platz der Revolution bringen lassen und wollten dann zu Fuß Richtung Hafen quer durch die Stadt laufen.
Ja was soll ich sagen, es war warm, viel zu warm für die Jahreszeit. Das Ziel hatten wir auch ein wenig aus den Augen verloren und da stand er nun. Alexis mit seiner Rikscha.
Bei meiner Frau sträubten sich alle Haare gepaart mit wilden Kopfschütteln. Mit diesem Ding, bei diesen chaotischen Verkehr, NIEMALS!
Nun ich als alter Abenteurer, wir sind natürlich mitgefahren aber meine Frau sollte recht behalten.
Das wichtigste Instrument bei allen Verkehrsfahrzeugen ist die Hupe. Gebremst wird nur im äußerstem Notfall, die vollen Straßen werden praktisch frei gehupt.
Nun ich bin in solch chaotischen Situationen um einiges Schmerzfreier als meine Frau, Alexis zeigte keinen noch so kleinen Schweißtropfen auf seiner Stirn, im Gegensatz zu uns.
Eine Situation und eine Geste von Alexis die jeder Mensch auf der Welt versteht und mich zum schallenden Lachen brachte. Wilde Bergabfahrt, die Straße brechend voll, die Hupe an der Rikscha im Dauereinsatz, dazu wildes Armwedeln von Alexis. Vor uns ein Bus der halten will, neben uns ein gelbes Taxi, wir haben die maximale Geschwindigkeit erreicht an Bremsen ist nicht zu denken. Der Taxifahrer neben uns krallt mit beiden Händen sein Lenkrad so fest als wolle er es abreisen. Mit einen gekonnten Schlenker von Alexis zwingt er den Taxifahrer das gleiche zu tun. Meine Augen auf das Hinterrad der Rikscha und dem Kotflügel des Taxis. Wir bewegen uns hier im Zehntel Millimeter Bereich, wohl nickend denke ich mir, das ist mal Deutsche Maßarbeit. Im gleichem Atemzug dreht sich Alexis zu mir um, ein breites Grinsen mit blanken weisen Zähnen kommt zum Vorschein, er wischt sich Verstohlen mit dem Handrücken über seine Stirn und mit spitzen Mund Pfeift er den Überdruck heraus. Wer das nicht Versteht, ist nicht von dieser Welt.

Varadero ist ein Traum, hat aber mit Kuba nicht viel gemeinsam. Alles im Westlichen Stil, wunderschön gepflegte Hotelanlagen, Drinks bis zum abwinken, gutes Essen und ein Meer so schön wie im Traum.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Facebook | Erschienen am 24.02.2016
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