Mit „La Cour“ zurück in die Kindheit

La Cour beginnt
„Ach, sind Sie zum ersten Mal hier? Das wird Ihnen gefallen.“ So meinte die nette Tischnachbarin im Johann-Sebastian-Bach-Saal des Schlosses Köthen. Die Musik begann, Monsieur Le Comte tauchte im Scheinwerferlicht auf, eröffnete den Abend und nahm das Publikum mit auf eine fantastische Reise durch eine nostalgische Zirkuswelt. Auf der Bühne traf zusammen, was dazu gehört: der starke Mann, der junge Artist, der Magier, der Dompteur, die Zirkusprinzessin, der Kapellmeister und nicht zu vergessen der Zirkusdirektor und sie hielten Hof. Das Programm war so vielfältig und rund wie ihre Welt und es nahm sofort Tempo auf. Geboten wurde dem staunenden Publikum formvollendete Reifenakrobatik, Tanz am Vertikaltuch und die verblüffende Illusion, wie man aus einer grünen Karte hundert macht, sie in grüne Bälle verwandelt und das Ganze wieder ordnungsgemäß verschwinden lässt . Ein quirliger Fox Terrier eroberte die Herzen der Zuschauer. Unerreicht die Bewegungen des Schlangenmenschen, die Luftakrobatik und die Seifenblasenphantasien. Charmant die Balance auf Flaschen, atemberaubend der Seiltanz und wer konnte schon jemals erleben, wie ein Hut aus einem Kaninchen gezaubert wird? Nein, kein Lapsus! Lautäußerungen des Publikums wie Aaaah und Ooooh gehörten in Kürze zum Programm und spiegelten zugleich die gewisse Selbstvergessenheit, wenn man einem Spiel mit ganzem Herzen folgen kann. Sehr authentisch agierte diese Zirkusfamilie auf Zeit. Sie ließ Unvorstellbares ganz leicht aussehen, gab eine Portion Humor dazu, aber auch einen Hauch Melancholie. Perfekt die Auswahl der Melodien und das Ganze ins rechte Licht gesetzt, so wurde dieser Abend zu einem kleinen Urlaub … wundervoll.
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