Winteransichten vom Salegaster Forst, Etappe 3

Die Mulde ist mein Tagesziel
 
Meine "Wanderkarte"
Jeßnitz (Anhalt): Salegaster Forst | Hallo Ihr „Bitterfelder Bürgerreporter“. Bevor wir im Frühjahr unter Leitung von Ulrich Kruggel eine gemeinsame Exkursion in Angriff nehmen, will ich Euch noch etwas neugierig machen. Heute nun Episode/Etappe 3 (von 5 geplanten Artikeln).
Ich verlasse nun den markierten Conradi-Rundweg.

Durch das NSG „Forst Salegast“ bis zur Mulde

Wiederholt wurde ich im ganzen Forst auf merkwürdige Wucherungen an Bäumen aufmerksam. Im Internet fand ich dazu folgende Deutungen:
• Eine Maserknolle, auch als Holzkropf oder fälschlich als Wurzelholz bezeichnet, ist eine Wucherung am Baum, die ein gemasertes Holz ergibt. Die Knollen sind an einer deutlichen Verdickung am Stamm, häufig im unteren Stammabschnitt zu erkennen.
• Diese Wucherung bezeichnet man auch als Baumkrebs. Mit dem richtigen Krebs hat sie allerdings nichts zu tun. Diese Wucherung wird ausgelöst durch Pilze der Gattung Nectria.
• Andere Theorien besagen, dass Bäume, die auf Wasseradern und Verwerfungen wachsen, solche Wucherungen bekommen.

Auf dem weiteren Waldweg sah es plötzlich wie frisch gepflügt aus. Wer macht das noch, außer Wildschweinen?
Wenige Meter entfernt die nächste Fährte in den Wald hinein, Abstand zwischen den Tapsen ca. 50 cm. Wer könnte das sein?
Weit und breit kein anderes menschliches Wesen auszumachen, das ich hätte befragen können; auch nicht Winnetou.
So ein nahezu unberührter Fahrweg lässt beim geruhsamen Betrachten der Natur meiner Phantasie freien Lauf. Nicht Kilometer schrubben, sondern die Blicke ständig nach links, rechts, nach hinten und wieder nach vorn und nach oben oder unten schweifen lassen, das ist meine Welt.
Grandios wurde es, als mein Weg mich unmittelbar an der Mulde vorbei führte. Eine Bilderbuchlandschaft, doch kein einziger Landschaftsmaler in Sicht. Dafür ein paar ganz frische Biberspuren. Etwas südlich an einer Flussbiegung sah ich die Einmündung eines Baches. Mal sehen, wie ich da rankomme!

Ich an der Leine ganz alleine;
und dazu zwölf wilde Schweine!

Stimmt so nicht ganz, denn es handelte sich um den Leine-Durchstich zur Mulde. Hier angekommen, versuchte ich zunächst die tollen Schneegebilde auf den Gräsern und Stauden zu fotografieren.

Und da geschah es. Nur wenige Meter neben mir raste plötzlich ein ausgewachsenes Wildschein an mir vorbei und verschwand zum Glück im nahegelegenen Wald. Fotografieren aussichtslos.
Hauptsache, das Biest kommt nicht zurück. Der Schreck ergriff mich erst nachträglich und ich hielt nach einem Fluchtbaum Ausschau – der nächste, den ich entdeckte, wäre aber im Notfall zu weit weg gewesen.
Doch damit nicht genug. Kaum setzte ich meinen Weg über die Wiese Richtung Kanal weiter fort, flitzten zum Greifen nahe sechs Frischlinge an mir vorbei. Gleich danach stoben fünf weitere in alle Windrichtungen davon.
Erst jetzt entdeckte ich im hohen Gras vor mir eine schützende Kuhle.
Mit etwas zitternden Knien ging ich dann unbehelligt weiter nach Süden bis zum Mulderadweg. Auf einen Abstecher zum Bitterfelder Muldewehr verzichtete ich (das wird Episode 5). Vorher erzähle ich erst über meinen sehenswerten Rückweg nach Jeßnitz auf dem Schlangengrabenpfad …
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 27.01.2016
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6 Kommentare
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 21.01.2016 | 19:17   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 21.01.2016 | 21:14   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 21.01.2016 | 23:43   Melden
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SUSANNE MEIER aus Raguhn-Jeßnitz | 22.01.2016 | 02:06   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 22.01.2016 | 13:21   Melden
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