Winteransichten vom Salegaster Forst, Etappe 4 (Schlangengraben)

zurück in den Forst bei Sonnenschein
 
oder notgedrungen bei trübem Wetter
Jeßnitz (Anhalt): Salegaster Forst |

Langer Rückweg nach Jeßnitz (Zwei Stunden für vier Kilometer)

Vom Wegweiser an der Kreuzung Greppin - Muldenstein führte zunächst ein breiter Fuhr- und Radweg ca. 2 km in nördlicher Richtung. Bald tauchte ich wieder in den Auenwald ein und konnte links schon den Schlangengraben erspähen. Und wieder boten sich viele kleine oder große Fotomotive.
Am meisten wunderte ich mich hier über die rostbraune Färbung an vielen Baumstämmen.
Unter dem Schlagwort „Rotfärbung an Baumstämmen“ fand ich unter Google viele ähnliche Artikel, die mir zutreffend erscheinen. Beispielsweise:
"am Ufer eines kleinen Flußes wachsen bei uns hauptsächlich Eschen und Schwarzerlen. Bei höheren Pegelstand stehen sie teilweise im Wasser.
Sehr viele Eschen haben einen richtig rostroten Stamm. Die Schwarzerlen nicht. Je größer der Baum bzw. dicker der Stamm, desto intensiver ist die rötliche Färbung. Außerdem ist sie vorwiegend auf der Seite des Stammes, die zum Wasser zeigt....
...Berlin/Potsdam - Immer mehr Baumstämme in Berlin und Brandenburg sind rostrot gefärbt. Grund sind Grünalgen, die sich auf der Rinde festsetzen und einen eingelagerten Farbstoff haben, der die Stämme rot-braun aussehen lässt. Das Phänomen trete seit circa zehn Jahren in der Region auf und nehme stetig zu, wie eine Sprecherin des Pflanzenschutzamtes Berlin sagte. Grund für das häufige Auftreten seien wärmere Temperaturen und - bizarrerweise - die sauberere Luft. Seit nicht mehr mit Braunkohle geheizt werde, gebe es weniger Schwefel in der Luft - das fördere ebenfalls die Fortpflanzung der Grünalge.
Besonders häufig sei die Algenart «Trentepohlia umbrina» anzutreffen, die im Deutschen «Rotbraune Fadenalge» genannt werde. Sie beherberge einen braunen Farbstoff, der die Oberfläche verfärbe.
Die Rotbraune Fadenalge verbreitet sich den Angaben zufolge über Sporen.
«Trentepohlia umbrina» soll die betroffenen Bäume nicht schädigen. Die Grünalge sitze nur als Belag auf der Oberfläche der Rinde und sei nicht mit dem lebenden Gewebe verbunden, hieß es. Anders als Pilze könne sie sich durch Photosynthese selbst versorgen. Wasser nehme sie über die Luft und Regen auf.
...Früher waren solche Algen als „Güllealgen“ bekannt...Überall findet man neuerdings diese Luftalgen, auch an Waldwegen, Flussläufen und sogar in Reinluftgebieten....?

Auf dem Schlangengrabenpfad spukt es

Richtig romantisch wurde es, als ich endlich (3. Mal in 3 Wochen) auf den Pfad am Schlangengraben abbiege.
Bei den Touren im Dezember fehlte leider etwas Sonne. Dafür wurden viele interessanten Strukturen nicht durch Schnee und Eis überdeckt.
Unglaublich in wie viel Kurven und Schleifen sich der Schlangengraben durch den Forst schlängelt. Teils ausgewaschene Seitenhänge lassen fast vermuten, dass er sich manchmal in einen reißenden Wildbach verwandelt.
Keine Erklärung habe ich auch für die vielen kahlen Seitenhänge, die aussehen, als wären sie ein Werk von Planierraupen.
Für diese winzigen zwei Kilometer habe ich jedenfalls eine Stunde benötigt, ohne dass mir der Weg zu langweilig wurde. Es gab immer etwas Neues zu sehen. So beispielsweise erst kurz vor Jeßnitz, eine Gruppe dicht von Efeu überwucherter Bäume.
Statt der „Taiga“ im fernen böhmischen Kaiserwald werde ich in diesem Jahr also über den Verlauf von Monaten mal die Veränderungen hier beobachten!
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2 Kommentare
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 23.01.2016 | 18:10   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 23.01.2016 | 19:14   Melden
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