3 Monate sind um

Farbstray für die Schafe

In der letzten Woche hatte ich nicht viel zu berichten und war mit dem Quartalsbericht für meine Organisation beschäftigt. In letzter Zeit hat sich alle eingespielt: der Stress, die Arbeit und der Tagesablauf. Dabei stelle ich immer wieder fest: deutsch bist du nun schon lange nicht mehr.

Letzte Woche waren wir (Sangmo, Grace und ich) zum essen eingeladen. Dabei stellten wir fest, dass ich schon angefangen hatte mich eher wie ein israelischer Teenager zu benehmen. So saß ich mit Gali auf der Couch und fühlte mich wie Zuhause. Gali ist übrigens am Montag gen Asien gestartet. Jetzt bleibt mir nur noch Eden.
Eden ist 17 Jahre alt und ist einmal die Woche im Projekt. Sie fliegt Ende Dezember nach Deutschland um einen Freund zu besuchen. Edens Eltern haben sie bereits aufgeklärt wie man sich in Deutschland zu benehmen hat. Die Füße am Essenstisch mit auf dem Stuhl zu haben, ist bei uns nicht so gern gesehen. In dieser Woche hatten wir Freiwillige von einer israelischen Waldorfschule. Eine große Gruppe von 15- beziehungsweise 16- jährigen Schülern. Diese haben in Tlamim übernachtet und sind zusammen in die Wohnheime der Menschen mit Behinderung gefahren. So konnte ich mir auch mal ein Bild vom anderen Leben meiner „Freunde“ machen. Als wir also im Bus saßen und ich mit Eden aus dem Fenster sah, stand auf der Spur neben uns ein Bus mit der Aufschrift: „ Unterwegs mit netten Leuten!“ Ich habe 3 Minuten gebraucht um zu realisieren, dass die Aufschrift auf Deutsch war. So zähle ich mittlerweile ganz routiniert auf hebräisch die Schafe. Zu Weihnachten kommen meine Eltern mich besuchen und ich habe einen Reiseablauf verfasst, erst beim Korrekturlesen viel mir auf, dass ich lauter englische Begriffe mit eingebaut habe.
Nächstes Wochenende bin ich zusammen mit den anderen Freiwilligen in Jerusalem und darauf freue ich mich natürlich schon seit Wochen. Jetzt versuche ich Plätzchen zu backen, einen Adventskranz mit Kerzen habe ich auch schon „zusammengestellt“.
Vielleicht bringt meine zukünftige Mitbewohnerin, welche am Sonntag kommt, mehr Schwung mit. Ich bin gespannt.

Lesen Sie mit:

Teil 21: Halbzeit - Bilanz nach sechs Monaten in Israel
Teil 20: Kurzmeldung
Teil 19: Winterferien in Israel
Teil 18: Weihnachten in Israel
Teil 17: Glaubenskrisen
Teil 16: Bilanz nach drei Monaten
Teil 15: Geburtstag und die Reise nach Jerusalem
Teil 14: Angst und Anschläge in Israel
Teil 13: Ahmadiyya, Drusen und Beduinen - Vielfalt der Religionen
Teil 12: Warum Regen glücklich macht
Teil 11: Aufräumen für die Neue
Teil 10: Heimweh
Teil 9: Endlich zu Hause
Teil 8: Geburtstag feiern und Fasten an Jom Kippur
Teil 7: Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal
Teil 6: Eselreiten und Arbeitsalltag im Kibbuz
Teil 5: Wie man einen Granatapfel richtig isst
Teil 4: Verschlafen, zum ersten Mal im Leben
Teil 3: Erste Eindrücke aus dem Kibbuz
Schnappschuss: Koscher essen bei McDonald
Teil 2: Einreise und andere Beschwerden
Teil 1: Fernweh: (M)ein Jahr auf heiligem Boden

Haben auch Sie Lust über Ihre Reisen zu berichten? Machen Sie mit und werden Leserreporter. Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung: Kathleen Bendick mz-buergerreporter@mz-web.de
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4 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 05.12.2014 | 21:28   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 07.12.2014 | 22:28   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 11.12.2014 | 07:23   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 19.12.2014 | 16:59   Melden
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