Anschläge in Israel und Kündigungsgründe

Eine Gottesanbeterin

Vielleicht ist es in den deutschen Medien erwähnt worden, aber in Israel sind Menschen gestorben.

Ich weiß, dass dies nicht der beste Einstieg in meinen Bericht ist. Allerdings hat es sich genauso angefühlt, als ich am letzten Dienstag auf www.israelheute.com geklickt habe und mich die Überschrift „Zwei Tote nach Anschlägen“ begrüßte, gefolgt von „Plant Hamas einen Mega- Anschlag?“. Am Mittwoch kam dann ein Artikel mit folgendem Wortlaut: „ Die palästinensische Auto- Intifada.“ Ja, ich habe Angst! Die Anschläge fanden teilweise in Tel Aviv statt. Nicht nur, dass ein Attentäter in eine Menschenmenge fährt, nein einige Attentäter gingen auch mit Messern auf Juden los. Wahllos. Unkontrolliert. Und die Palästinenser? Tja, die feiern derweil ihre Märtyrer. Natürlich ist das alles weit weg von Megiddo. Aber ich möchte auch mal mit dem Bus fahren, mal nach Jerusalem. Meine Eltern wollen mich besuchen kommen. Letzte Woche demonstrierten Frauen in Jerusalem mit Aussagen wie: „Wir wollen als Märtyrerinnen sterben!“

Küdigungsgründe

Diese Woche war die Arbeit in Tlamim unerträglich. Das ging aber auch den Anderen so. Wahrscheinlich lag es am Wetter oder an der drohenden Unterbesetzung oder einfach an allem. So wollte ich am Sonntag am liebsten alles hinschmeißen. Sonntage sind sowieso immer am „lautesten“. Alle sind aufgeregt, hibbelig und wuseln durch die Gegend. Ich kam ins Projekt und es stand fest, dass Amos und Kuti nicht da waren. Liat war mit dem Verladen von jungen Schafböcken beschäftigt und ich war allein mit der Gruppe. In der Regel ist das machbar, jedoch ist Lammzeit und irgendwie sind die tragenden Mutterschafe durcheinander gekommen. So hatte ich fünf Lämmer in drei Gruppen. Ich war noch beim füttern als meine Member sich selbstständig machten und meinten sie müssten die Lämmer schon mal ausselektieren. Dummerweise konnte ich die Lämmer den Mutterschafen nicht zu ordnen, war noch nicht fertig mit dem verteilen der Pellets und eigentlich sollte schon das Stroh verfüttert werden. Zu guter Letzt tauchten dann auch noch fünf Männer auf, die die Schafe scheren wollten. Das fand meine Gruppe natürlich viel interessanter, als zu arbeiten. Dann kam Liat und motzte mich voll. In Deutschland hätte ich wahrscheinlich heftiger reagiert, aber ich spreche nun mal zu schlecht hebräisch. Wie soll ich denn mit 25 Leuten, darunter ein Autist der auch noch eine schlechte Woche hatte, kommunizieren? Die machen sowieso gerne was sie wollen. Zum Glück pegelte sich meine Lauen wieder ein, als ich endlich zusammen mit Gali Oliven pflügte. Allerdings waren in dieser Woche auch Spannungen im Team zu spüren. Gali reist nächste Woche ab, sie wird 8 Monate durch Asien trempen und das macht mich sehr traurig. Zusammen mit ihr hatte ich total Spaß, wie eine große Schwester hat sie die letzten Wochen über mich gewacht. Ihre Eltern, Zuika und Trudi, sind aber wieder in Megiddo. Die kümmern sich dann um mich.
Ich hoffe sehr, dass die nächste Woche ruhiger wird. Schließlich lass ich mir meinen Geburtstag nicht vermiesen!

Lesen Sie mit:

Teil 21: Halbzeit - Bilanz nach sechs Monaten in Israel
Teil 20: Kurzmeldung
Teil 19: Winterferien in Israel
Teil 18: Weihnachten in Israel
Teil 17: Glaubenskrisen
Teil 16: Bilanz nach drei Monaten
Teil 15: Geburtstag und die Reise nach Jerusalem
Teil 14: Angst und Anschläge in Israel
Teil 13: Ahmadiyya, Drusen und Beduinen - Vielfalt der Religionen
Teil 12: Warum Regen glücklich macht
Teil 11: Aufräumen für die Neue
Teil 10: Heimweh
Teil 9: Endlich zu Hause
Teil 8: Geburtstag feiern und Fasten an Jom Kippur
Teil 7: Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal
Teil 6: Eselreiten und Arbeitsalltag im Kibbuz
Teil 5: Wie man einen Granatapfel richtig isst
Teil 4: Verschlafen, zum ersten Mal im Leben
Teil 3: Erste Eindrücke aus dem Kibbuz
Schnappschuss: Koscher essen bei McDonald
Teil 2: Einreise und andere Beschwerden
Teil 1: Fernweh: (M)ein Jahr auf heiligem Boden

Haben auch Sie Lust über Ihre Reisen zu berichten? Machen Sie mit und werden Leserreporter. Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung: Kathleen Bendick mz-buergerreporter@mz-web.de
Zurück zur Hauptseite
4
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
14 Kommentare
231
Anna Lauche aus Rietzmeck | 15.11.2014 | 12:48   Melden
5.909
Annette Funke aus Halle (Saale) | 15.11.2014 | 13:49   Melden
5.909
Annette Funke aus Halle (Saale) | 15.11.2014 | 13:58   Melden
9.026
Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 15.11.2014 | 22:03   Melden
11.415
Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 16.11.2014 | 09:22   Melden
955
Jacqueline Koch aus Eisleben | 16.11.2014 | 18:26   Melden
1.853
Yvonne Rollert aus Halle (Saale) | 18.11.2014 | 15:34   Melden
14.664
Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 18.11.2014 | 19:28   Melden
231
Anna Lauche aus Rietzmeck | 18.11.2014 | 19:33   Melden
14.664
Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 18.11.2014 | 19:41   Melden
5.909
Annette Funke aus Halle (Saale) | 19.11.2014 | 14:15   Melden
231
Anna Lauche aus Rietzmeck | 19.11.2014 | 14:27   Melden
5.909
Annette Funke aus Halle (Saale) | 19.11.2014 | 14:34   Melden
6
Christiane Dohmann aus Dessau-Roßlau | 29.11.2014 | 19:51   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.