Bergfest – 6 Monate fern von Deutschland

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Seit dem Seminar, welches ich im letzten Bericht angekündigt hatte, ist nun fast ein Monat vergangen und jedes Mal wenn ich behaupte, etwas würde drunter und drüber gehen, weiß ich genau, dass es noch eine Steigerung davon gibt. Nun sind es bereits 6 Monate, die ich in diesem Land lebe, arbeite, liebe, weine und zu mir selbst finde.

Zwischenseminar

Das Seminar in Haifa war sehr erfrischend, da ich viel Spaß mit den anderen Freiwilligen hatte. Thema war unser Freiwilligendienst und die Reflektion der damals 5 Monate. Allerdings waren wir auch an einem Tag in Akko und Kfar Tikva, einem ähnlich Projekt wie meines. Ich muss zu geben, dass wir jeden Abend verschiedene Weinsorten durchprobiert haben (mit sämtlichen „Nebenwirkungen“) und nun meinen absoluten Lieblingswein kenne. Leider war es das letzte Seminar mit Nora, unserer Mentorin, und damit das letzte Seminar mit allen. Traurig bin ich schon darüber.

Meine Beste Freundin

Eine Woche später war ich auf dem Weg zum Flughafen und bin das erste Mal Zug gefahren. 10 Minuten haben mich knapp 4 Euro gekostet, dafür saß ich in einem hochmodernisierten Wagon. Vor dem Einsteigen pfiff allerdings ein Schaffner und auch das Einsteigen lief für israelische Verhältnisse geordnet ab. Ein kleines Lachen musste ich mir schon verkneifen. Am Flughafen wartete ich knapp 1 Stunde auf meine beste Freundin, die mich nun eine Woche besuchen wollte. Zusammen waren wir in Megiddo, Nazareth, Haifa, Akko, Jerusalem, Betlehem, Masada und im toten Meer baden. Durchaus eine anstrengende Woche, bei der ich aber wieder einmal entdecken konnte, wie viele Freunde ich doch bereits in Israel habe, seien es Ladenbesitzer oder Reiseleiter. Am Samstag flog sie dann wieder nach Hause, was für mich der Heimweg bedeutete, während des Shabbates nicht so einfach. Aber durchaus machbar. Am Sonntag ging für mich dann die nächste Arbeitswoche los und die sollte es in sich haben.

Der Frühling kommt

Dass in diesem Druchgang der Schafgeburten etwas anders war, wussten wir schon lange. Einige Mutterschafe hatten schon Wochen vorher Probleme mit dem Stehen. Bei 3 Lämmern im Bauch auch durchaus schwierig. So haben wir bei 38 Mutterschafen 89 Lämmer. Letzten Sonntag war es noch ruhig, diese Atmosphäre hielt sich dann bis Mittwoch. Da ging es dann langsam los, also knapp 4 Geburten am Tag und in der Nacht. Da am Nachmittag zwei Jungs aus dem Kibbuz aushelfen, konnte ich bisher immer freie Nachmittage genießen. Allerdings ist einer dieser jungen Männer in der Prüfungsphase zum Schulabschluss. Mai, der Andere, ist allerdings erst seit 2 Monaten angestellt und war noch nie alleine. Also bekam ich Mittwoch einen Anruf von Liat, dass Mai wohl ein wenig „überfordert“ wäre- Kein Problem für mich, denn seitdem ich mir mit Sangmo und Grace ein Fahrrad teilen, brauche ich knapp 3 Minuten in den Stall. So bin ich nun täglich noch eine extra Stunde im Projekt die Lämmer ohne Mütter füttern. Tagsüber gibt es ebenfalls genug zu tun, Purim (Karneval) steht vor der Tür und die „Be“-hinderten sind in heller Aufregung. Dazu noch ein Haufen kleiner Lämmer und das Chaos ist perfekt. Auch die Ziegen bringen derzeit ihre kleinen zur Welt und so wimmelt es überall nur von kleinen Lebewesen. Schönes Wetter inklusive. Ich hoffe, dass der nächste Bericht nicht ganz so lange auf sich warten lässt.

Lesen Sie mit:

Teil 20: Kurzmeldung
Teil 19: Winterferien in Israel
Teil 18: Weihnachten in Israel
Teil 17: Glaubenskrisen
Teil 16: Bilanz nach drei Monaten
Teil 15: Geburtstag und die Reise nach Jerusalem
Teil 14: Angst und Anschläge in Israel
Teil 13: Ahmadiyya, Drusen und Beduinen - Vielfalt der Religionen
Teil 12: Warum Regen glücklich macht
Teil 11: Aufräumen für die Neue
Teil 10: Heimweh
Teil 9: Endlich zu Hause
Teil 8: Geburtstag feiern und Fasten an Jom Kippur
Teil 7: Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal
Teil 6: Eselreiten und Arbeitsalltag im Kibbuz
Teil 5: Wie man einen Granatapfel richtig isst
Teil 4: Verschlafen, zum ersten Mal im Leben
Teil 3: Erste Eindrücke aus dem Kibbuz
Schnappschuss: Koscher essen bei McDonald
Teil 2: Einreise und andere Beschwerden
Teil 1: Fernweh: (M)ein Jahr auf heiligem Boden

Haben auch Sie Lust über Ihre Reisen zu berichten? Machen Sie mit und werden Leserreporter. Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung: Kathleen Bendick mz-buergerreporter@mz-web.de
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1 Kommentar
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 28.02.2015 | 15:13   Melden
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