Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal

Ob diese Schreibweise nun die Offizielle ist, kann ich definitiv nicht sagen. Zumindest handelt es sich um offizielle Feiertage und in ganz Israel merkt man das auch. An diesen Tagen feiert man das jüdische Neujahr. Rosch ha- Schana ist der Auftakt zu einem kleinen Feiertagsmarathon der bis Mitte Oktober anhält. Wer genau wissen möchte, wobei es sich zu Rosch ha- Schana handelt, kann ganz einfach nach googeln. An diesen Tagen verreisen die Israelis gerne oder verbringen Zeit mit der Familie, Freunden oder Bekannten. So bin ich zusammen mit Guidon und seinen Kinder in die Golanhöhen gereist.

Guidon hilft einmal wöchentlich in Tlamim und sein Sohn ist in Gali’s Gruppe. Da Guidon's Großvater in Deutschland aufgewachsen ist, im ersten Weltkrieg gekämpft hat und kurz vor dem zweiten Weltkrieg nach Israel ausgewandert war, hatten wir genügend Gesprächsstoff. So entschied ich die Feiertage mit ihm und seiner Familie zu verbringen. Also wurde ich am Mittwochnachmittag abgeholt und reiste nach Kfar Vradim. In mancher Hinsicht war ich etwas leichtsinnig, denn Kfar Vradim liegt nicht nur in den Golanhöhen sondern nur knapp vor der Grenze zum Libanon. Allerdings sollte ich mir keine Sorgen machen. Na, bitte. Am meisten freute ich mich auf das Essen, jedoch wurde mein Mut auch mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Gegen 19:30 Uhr aßen wir dann Apfelstücken, welche vorher in Honig getaucht werden mussten. Als nächstes gab es Suppe und dann Fisch. Dieser war sehr scharf angerichtet. Eigentlich kein Problem, aber als ich eine Chilischote mit dem Messer aufschneiden wollte, da explorierte sie. Ich hätte fast mein Augenlicht verloren, zumindest befüchtete ich es. Aber nachdem wir es gleich ausgewaschen hatten, war dieser Vorfall schnell vergessen.
Am späten Abend erzählte man mir dann die ganze Familiengeschichte und ich bekam ein Buch in die Hände, welches mehr als hundert Jahre alt ist. Plötzlich viel Guidon’s Schwester dann ein Lied ein: „ Hopper, hopper Reiter…!“ Sie kannte das Lied noch von ihrem Großvater und ich musste ihr den gesamten Text aufschreiben. Ein wirklich komischer Moment. Wie Menschen aus zwei weit entfernten Ländern doch dieselbe Gewohnheit haben können. So verging der Abend schnell, als zur Sprache kam, dass ich aus Ostdeutschland komme und man über Geschichte philosophieren konnte.
Am nächsten Tag fuhren wir noch an den Strand und das Mittelmeer hat eine Wassertemperatur von 25 Grad! So toll. Es tat gut mal schwimmen zu gehen und sich zu sonnen. So bekam ich mal meinen Kopf frei. Klar, meine Arbeit ist nicht so anstrengend und Sorgen habe ich auch keine. Aber ich lerne am Tag mindestens 3 neue Leute kennen und mein Gehirn muss täglich 3 Sprachen koordinieren. Denn ich verstehe hebräisch, denke deutsch und spreche englisch. Auf Dauer ist das ganz schön anstrengend. Gestern war ich zum Brunch eingeladen. So bin ich dann gegen halb acht abends nach Tlamim gewandert, wo bereits Zuika auf mich wartete. Er stellte mich gleich 30 anderen Leute vor und ich musste mal wieder erklären, warum, wieso und weshalb ich in Israel bin. Nicht die einfachsten Fragen.

Lesen Sie mit:

Teil 21: Halbzeit - Bilanz nach sechs Monaten in Israel
Teil 20: Kurzmeldung
Teil 19: Winterferien in Israel
Teil 18: Weihnachten in Israel
Teil 17: Glaubenskrisen
Teil 16: Bilanz nach drei Monaten
Teil 15: Geburtstag und die Reise nach Jerusalem
Teil 14: Angst und Anschläge in Israel
Teil 13: Ahmadiyya, Drusen und Beduinen - Vielfalt der Religionen
Teil 12: Warum Regen glücklich macht
Teil 11: Aufräumen für die Neue
Teil 10: Heimweh
Teil 9: Endlich zu Hause
Teil 8: Geburtstag feiern und Fasten an Jom Kippur
Teil 7: Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal
Teil 6: Eselreiten und Arbeitsalltag im Kibbuz
Teil 5: Wie man einen Granatapfel richtig isst
Teil 4: Verschlafen, zum ersten Mal im Leben
Teil 3: Erste Eindrücke aus dem Kibbuz
Schnappschuss: Koscher essen bei McDonald
Teil 2: Einreise und andere Beschwerden
Teil 1: Fernweh: (M)ein Jahr auf heiligem Boden

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2 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.09.2014 | 19:31   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.09.2014 | 19:49   Melden
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