Einreise und andere „Beschwerden“

Ich Hintergrund der Zionsberg

Neues Land – Ich komme!


So richtig aufgeregt war ich nicht und geweint habe ich nur bei der letzten Umarmung meiner Eltern und meines Freundes. Ehrlich gesagt, fiel mir der Abschied von meinem Kater „Mazius“ am schwersten. Denn Menschen verstehen, wenn ich sage: „ Ich komme in einem Jahr wieder.“ Aber mein Dicker kann das doch nicht nachvollziehen. Natürlich ist er es gewohnt, wenn ich für eins, zwei Wochen unterwegs bin. Aber gleich ein ganzes Jahr? Der wird nächstes Jahr ganz gewaltig beleidigt sein.

Am Flughafen wurde ich gleich vom Sicherheitspersonal zum Reiseleiter der Gruppe erklärt. Die Fragen beantworteten wir fünf souverän., so dass wir das Gepäck aufgeben und uns, gegen halb 10, zum Sicherheitscheck aufmachen konnten. Zur kurzen Beschreibung meiner „Kollegen“ : Das wären Miriam (27, Jerusalem), Irene (18, Jerusalem), Eliesabeth (18, Kfar Tikva) und Johannes (19, Tel Aviv). Der Sicherheitscheck verlief ruhig. Doch während ich beim Sprengstofftest war, bekam der nette Mann, welcher mich analysierte, einen Funkspruch: „Hebräisch… Lauche? … Hebräisch!“ – Mein Herzschlag war bei 210! Mein Übergepäck hatte ich schon bezahlt, dass konnte es nicht sein. „Frau Lauche? Ihr Koffer ist kaputt, der musste getapt werden. In Tel Aviv können sie Geld zurückfordern.“ Na super! Nicht mal in Israel angekommen und schon sowas. Nachdem dritten Sicherheitscheck ging es dann mit 30 Minuten Verspätung an Board. Zumindest für vier Leute von uns. Irene wurde kurz vor der Flugzeugtür aufgehalten. Wieder dieser nette Mann. Wie sich herausstellte fand man in ihrem Koffer ein Buch- „ Arabisch für Anfänger“. Gleich kam der oberste Sicherheitsbeamte und wollte wissen, wofür sie das wohl bräuchte. 10 Minuten Befragung und Irene saß endlich im Flugzeug.

3 Stunden und 40 Minuten später, also gegen 16:30 israelischer Zeit, landeten wir in Tel Aviv. An der Passkontrolle lauerte der nächste Schock. Ein falscher Satz von Miriam, ein Ruf zu Irene und schon landeten beide im Sicherheitsbereich. Während Touristen 3 Monate Visum erhalten, bekamen die beiden, durch viel Diskussion, einen Monat Aufenthaltsreicht. Da war mein kaputter Koffer nur noch halb so schlimm. „Zum Glück“ war der Koffergurt von Miriam auch noch verschwunden, so bekamen wir zumindest vom Flughafenpersonal drei andere. Damit konnten wir mein nagelneues! Gepäckstück (Abiturgeschenk) irgendwie zum Hostel in Jerusalem bringen. Dort angekommen, schauten wir nicht schlecht in unsere Koffer. Die Mühe mit dem packen, hätte ich mir sparen können. Denn alles, wirklich alles, war zerwühlt und einfach nur reingeworfen. Mein Reisverschluss ist komplett ausgerissen und das innen Netz hat jetzt ein Loch. Also Sicherheit hin oder her. Mit El Al flieg ich nicht mehr!

In Jerusalem ließen wir auf einem jüdischen Basar den Abend ausklingen und langsam wurde mir klar: „Willkommen in deiner neuen Heimat!“

Am Donnerstag genossen wir bis 14 Uhr unsere Freizeit, dass heißt um 9 Uhr trafen wir uns zum Frühstück und erkundeten danach die „Jaffa“- Straße, tauschten Geld und bewunderten die Stadt. Unser Hostel befindet sich direkt in der Neustadt. Gegen 14 Uhr erwartete uns dann Nora. Sie ist unser Ansprechpartner hier in Israel und beruflich Reiseleiterin. Mit ihr fuhren wir zum jüdischen Friedhof und besuchten das Grab von Theodor Herzl. Von dort ging es zu Fuß zum Holocaust Denkmal, dem Yad Vashem. Das war wieder ein Schlag ins Gesicht. Viele Ausstellungsstücke waren auf Deutsch. Doch nun wird auch mir klar, was diese Menschen immer noch täglich erleben: Krieg. Es gibt keinen Frieden, keinen ruhigen Ort für sie. Nur Abkommen und Waffenruhen. Doch dazu irgendwann später einmal mehr.

Am Abend besuchten wir das Israel Museum, wobei Nora uns die Historik des Landstreifen Israels einmal näher brachte. Total meine Welt! Es gibt hier so viele Ausgrabungsstätte und das Highlight: Megiddo hat/ ist selbst eine.
Am Freitag – heute - waren wir in der Neustadt unterwegs, zusammen mit Nora. Sie zeigte uns alle „geheimen Ecken“ sowie das Künstler Viertel. Wir sollen uns hier schließlich auskennen. Am Abend werden wir in die Synagoge gehen. Ich kann es kaum erwarten.
Sämtliche Kommafehler bitte ich zu entschuldigen.

Lesen Sie mit:

Teil 21: Halbzeit - Bilanz nach sechs Monaten in Israel
Teil 20: Kurzmeldung
Teil 19: Winterferien in Israel
Teil 18: Weihnachten in Israel
Teil 17: Glaubenskrisen
Teil 16: Bilanz nach drei Monaten
Teil 15: Geburtstag und die Reise nach Jerusalem
Teil 14: Angst und Anschläge in Israel
Teil 13: Ahmadiyya, Drusen und Beduinen - Vielfalt der Religionen
Teil 12: Warum Regen glücklich macht
Teil 11: Aufräumen für die Neue
Teil 10: Heimweh
Teil 9: Endlich zu Hause
Teil 8: Geburtstag feiern und Fasten an Jom Kippur
Teil 7: Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal
Teil 6: Eselreiten und Arbeitsalltag im Kibbuz
Teil 5: Wie man einen Granatapfel richtig isst
Teil 4: Verschlafen, zum ersten Mal im Leben
Teil 3: Erste Eindrücke aus dem Kibbuz
Schnappschuss: Koscher essen bei McDonald
Teil 2: Einreise und andere Beschwerden
Teil 1: Fernweh: (M)ein Jahr auf heiligem Boden

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4 Kommentare
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Christiane Dohmann aus Dessau-Roßlau | 29.08.2014 | 23:39   Melden
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Reinhard Hillig aus Zerbst/Anhalt | 30.08.2014 | 16:27   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 01.09.2014 | 08:02   Melden
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