Weihnachten in Israel

In Beltehem vor der Mauer
 
Weihnachtsbaum im Christus-Treff

Nachdem meine Eltern letzten Samstag nach Hause geflogen sind und ich bis heute mit meiner Erkältung kämpfe, versuche ich zumindest doch den ersten Teil meines Urlaubes zusammen zufassen. Eigentlich habe ich keine Lust. Das liegt allerdings an Ereignissen, welche sich gerade in Europa abspielen. Da ist einmal das Unglück vom Montag. Ich kannte den jungen Mann nicht, welche in die Mulde sprang. Aber sein Bruder war in meinem Jahrgang. Dazu kommt die aktuelle Situation in Frankreich. Daheim ist unsere Hündin krank und in Jerusalem liegt Schnee.


Auf Weihnachten habe ich mich sehr gefreut. Den 24.12 hatte ich frei bekommen und bin, nachdem ich um 9 Uhr aufgestanden war, trotzdem auf Arbeit aufgetaucht. Kuti musste dann zur Uni und hat mich dann mitgenommen. So habe ich 2 Stunden in seinem Auto geschlafen, während er sein Abschlussreferat hielt. Leider bin ich danach leicht in Hektik geraten, weil ich pünktlich in Jerusalem auftauchen wollte. Den Bus habe ich zwar noch bekommen, aber der konnte nun auch nicht über den Stau fliegen. Also habe ich es nicht zum singen in eine Kapelle geschafft. (Ich habe wirklich keine Ahnung wie sie hieß.) Nun gut. Zum Glück war ich trotzdem noch rechtzeitig im Christus- Treff. Der Christus- Treff befindet sich im Johanniter Hospiz, welches direkt in der Altstadt liegt. ( Via Dolorosa) Ich liebe es dort zu sein. So hatte ich doch noch ein Festessen zusammen mit anderen Freiwilligen und natürlich Miriam sowie Irene.

Dem Stern hinterher nach Bethlehem

Wirklich ein gelungener Abend. Ich musste mir wirklich verdeutlichen, dass es Zuhause auch schön ist. Aber vermisst habe ich es nicht. So gingen wir gegen 21:30 Uhr zu Erlöserkirche um 22:30 Uhr den Gottesdienst zu feiern. Irene hatte eine Woche zu vor noch Karten für uns ergattern können. Ich habe es sehr genossen: die tolle Akustik, den Chor und die „Predigt“. Aber das Beste sollte ja noch kommen. Um 00:30 Uhr marschierten dann knapp 400 Leute (geschätzt) dem Stern hinterher nach Betlehem.

Zwischendurch musste ich mich selbst animieren und bin, glaube ich auch schlaftrunken durch den Check-Point gewankt. Betlehem selbst war sehr schön geschmückt, zum Teil sehr kitschig. Aber wem‘s gefällt. In der Geburtskirche angekommen, war dann nicht mehr viel. Wir hätten noch knapp 2 Stunden warten können, um dann einen weiteren Gottesdienst zu lauschen. Aber Miriam und ich schlossen und dann Simon (Freiwilliger vom Johanniter Hospiz) und Daniel (Theologiestudent) an. Ich lache immer noch bei dem Gedanken, was uns der Marsch wirklich bringen sollte. „Wenn ich einmal Kinder habe, dann kann ich behaupten: Eure Mama ist schon am Heiligen Abend nach Betlehem gewandert!“ – Na, wenigstens was! Zurück hatte ich ein interessantes Gespräch mit Daniel über meine Glaubenskrise und so war der Weg zum Check- Point nur halb so schlimm.

Schlimm war die Situation am Check- Point selbst. Um 5 Uhr morgens ist da nämlich „die Hölle“ los. Knapp 200 Palästinenser versuchen nämlich um diese Uhrzeit nach Israel zu gelangen um dort zu arbeiten. Leider wird ein zweiter Gang für Touristen erst um 7 Uhr geöffnet, weshalb wir nach vielem hin und her einen Taxifahrer fanden, welche uns nach Jerusalem fuhr. Ich hatte allerdings ein ganz anderes Problem. Ich hatte nämlich keine Unterkunft. Das Johanniter Hospiz hatte zum Glück noch eine Matratze für mich übrig und auch am nächsten Morgen konnte ich mir noch Frühstück ergattern. Die meisten Einzelheiten dieser Nacht behalte ich für mich.

Am 25.12 musste ich dann aber auch zum Flughafen nach Tel Aviv aufbrechen, denn schließlich sollten ja meine Eltern kommen. Die kamen dann auch pünktlich an und so konnte ich den Leihwagen mit ihnen abholen. Ich hatte zwar einen Nissan Mircra gebucht, aber mit einem Renault Kangoo hatte ich nicht gerechnet. Nun gut. Eingekauft haben wir dann noch schnell in Afula im Supermarkt, was für ein bisschen Aufsehen gesorgt hat. So gab es am 25.12 zum Abendessen Pita, Suppe und eine Wohnung im Chaos.

Den nächsten Tag begangen wir ganz früh. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es auch schon nach Bet She’an. Den archäologischen Parkt mussten wir zwar erst einmal suchen, aber der Besuch hatte sich gelohnt. Die Mittagsstunden verbrachten wir dann in Gan Haschloscha. Sehr ungewohnt am 2.Weihnachtsfeiertag draußen baden zu gehen. Ich habe den Aufenthalt sehr genossen und auch den Kurzstopp in Kinneret direkt vor dem See Genezareth. Kaffe gab es dann in Tiberias. So war mein Weihnachten doch ein voller Erfolg.
Der nächste Teil wird hoffentlich morgen fertig. Schließlich war Silvester ja auch noch.!

Lesen Sie mit:

Teil 21: Halbzeit - Bilanz nach sechs Monaten in Israel
Teil 20: Kurzmeldung
Teil 19: Winterferien in Israel
Teil 18: Weihnachten in Israel
Teil 17: Glaubenskrisen
Teil 16: Bilanz nach drei Monaten
Teil 15: Geburtstag und die Reise nach Jerusalem
Teil 14: Angst und Anschläge in Israel
Teil 13: Ahmadiyya, Drusen und Beduinen - Vielfalt der Religionen
Teil 12: Warum Regen glücklich macht
Teil 11: Aufräumen für die Neue
Teil 10: Heimweh
Teil 9: Endlich zu Hause
Teil 8: Geburtstag feiern und Fasten an Jom Kippur
Teil 7: Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal
Teil 6: Eselreiten und Arbeitsalltag im Kibbuz
Teil 5: Wie man einen Granatapfel richtig isst
Teil 4: Verschlafen, zum ersten Mal im Leben
Teil 3: Erste Eindrücke aus dem Kibbuz
Schnappschuss: Koscher essen bei McDonald
Teil 2: Einreise und andere Beschwerden
Teil 1: Fernweh: (M)ein Jahr auf heiligem Boden

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Annette Funke aus Halle (Saale) | 09.01.2015 | 13:51   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 09.01.2015 | 14:03   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 18.01.2015 | 19:14   Melden
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