Keine Woche wie die Andere

Stramm geht es auf die 5 Monatsmarke zu und während in Nazareth derzeit 21 Grad Celsius sind, zeigt mein Laptop minus ein Grad in Dessau an. Irgendwie habe ich vergessen, dass Januar ist.

Miriam und ein anderer Freiwilliger, der Jonas, aus Jerusalem waren mich in dieser Woche besuchen. Sie kamen am Montag gegen 15 Uhr an und reisten am Mittwoch nach dem Mittagessen wieder ab. Während ich arbeiten musste, schliefen die Beiden lange aus oder schauten TV. Am Dienstag besichtigten sie Armageddon. Die gemeinsame Zeit nutzen wir zum trinken von Wein, welcher sich als Sekt entpuppte, gingen zusammen Pizza essen, schauten das RTL Abendprogramm und hatten einfach Spaß. Am Mittwochabend kamen dann Freunde von Sangmo und Grace, welche bei mir im Zimmer schlafen konnten. Als Dankeschön bekam ich ein Paar koreanische Glücksanhänger und ein Bett in Korea, falls ich dort mal eines bräuchte. Soviel zum Rahmenprogramm.

Auf Arbeit ging es wie gewohnt drunter und drüber. Liegt hauptsächlich daran, dass wir unterbesetzt waren und auch immernoch sind. So hatte ich am Montag für den ganzen Tag die Gruppe komplett allein zu leiten, da Liat in der Küche für das Mittagessen verantwortlich war. In der Regel funktioniert das auch, allerdings meinten die 20 Menschen mit Behinderung doch, meine Autorität untergraben zu müssen. Normalerweise machen wir alles zusammen, beziehungsweise zeige ich wie es gemacht wird und bin nur noch als helfende Hand dabei. Allerdings wartet man ja auf Liat, wenn die kommt, dann würde man ja arbeiten. Ich hatte nur dummerweise strickte Anweisungen bekommen, was bis zum Ende des Tages erledigt zu sein hat. Das habe ich dann überwiegend alleine gemacht. Das Donnerwetter von Liat kam zum Glück aber am Dienstag. Wenn sie nicht da ist, hat Anna das Sagen. Am Donnerstag sollte ich also gleich meine Führungskräfte beweisen, während ich mit dem füttern beschäftig war und die Gruppe mir dabei half, gelang auch noch alles. Derweil brachte ein Traktor Strohballen in den Stall und parkte einfach eine Gruppe Schafe zu. Da ich der Meinung war, meine Gruppe hätte fleißig alle Boxen mit Stroh versorgt, fiel mir der kleine Schönheitsfehler erst zu spät auf. Also musste ich auf den Strohballen vor der zugeparkten Box klettern und von oben die Schafe mit Futter versorgen. Peinlich, war es doch irgendwie.
Nächste Woche bin ich am Donnerstag in Jerusalem zu einer Veranstaltung für alle Freiwilligen im Land und von dort fahren die Freiwilligen der Diakonie weiter nach Haifa, um dort bis Montag ein Seminar zu besuchen. Ich hoffe sehr, dass dann der Stall noch steht. Aber darum mache ich mir dann später Sorgen!

Lesen Sie mit:

Teil 19: Winterferien in Israel
Teil 18: Weihnachten in Israel
Teil 17: Glaubenskrisen
Teil 16: Bilanz nach drei Monaten
Teil 15: Geburtstag und die Reise nach Jerusalem
Teil 14: Angst und Anschläge in Israel
Teil 13: Ahmadiyya, Drusen und Beduinen - Vielfalt der Religionen
Teil 12: Warum Regen glücklich macht
Teil 11: Aufräumen für die Neue
Teil 10: Heimweh
Teil 9: Endlich zu Hause
Teil 8: Geburtstag feiern und Fasten an Jom Kippur
Teil 7: Deutsche Kinderlieder und jüdisches Neujahrsfest in Isreal
Teil 6: Eselreiten und Arbeitsalltag im Kibbuz
Teil 5: Wie man einen Granatapfel richtig isst
Teil 4: Verschlafen, zum ersten Mal im Leben
Teil 3: Erste Eindrücke aus dem Kibbuz
Schnappschuss: Koscher essen bei McDonald
Teil 2: Einreise und andere Beschwerden
Teil 1: Fernweh: (M)ein Jahr auf heiligem Boden

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2 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 25.01.2015 | 20:59   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 26.01.2015 | 12:56   Melden
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