Eckdaten des Schulentwicklungsplans 2014/15 - 2018/19 für Salzatal

Deckblatt des neuen Schulentwicklungsplans
 
Die Grenze des Schulbezirks Bennstedt ist nicht korrekt eingezeichnet, weil dieser die "Exklave" Schiepzig mit enthält

Dieser Beitrag informiert über verschiedene Beschlüsse und Zahlen, die im neuen Schulentwicklungsplan für die Schuljahre 2014/15 bis 2018/19 enthalten und für Schulen der Gemeinde Salzatal von Belang sind.

Bereits Mitte Dezember 2013 wurde der Schulentwicklungsplan für den Saalekreis vom Kreistag in Merseburg verabschiedet. Doch erst jetzt – dreieinhalb Monate später – ist das Planwerk von 102 Seiten vom Schulverwaltungsamt des Kreises öffentlich gemacht, d.h. online gestellt worden.

Förderschule Salzmünde wird im Juli 2014 geschlossen

Die Förderschule für Lernbehinderte („Salzatal-Schule“) in Salzmünde wird aufgelöst. Sie unterschreitet mit 44 Schülern die erforderliche Schülerzahl von 90 deutlich. Ab dem Schuljahr 2014/15 werden die Schüler zum größeren Teil an die Förderschule „Anne-Frank“ in Gutenberg im nördlichen Saalekreis und zum kleineren Teil an die Förderschule in Merseburg („Förderschule am Südpark“) umziehen. Für die betroffenen Schüler beinhaltet dies mehrheitlich längere Schulwege. Welchen neuen Schulen die betroffenen 15 Lehrkräfte und drei pädagogischen Mitarbeiter/-innen zugeordnet werden, können diese innerhalb regionaler Grenzen selbst bestimmen.

Für die Gemeinde Salzatal bedeutet dies, dass sie ab August 2014 über ein funktionsfähiges, leeres Schulgebäude verfügt. Die mögliche zukünftige Nutzung des Gebäudes als Räumlichkeit für die unter Raumnot leidende Gemeindeverwaltung hat beim Gemeinderat keine Mehrheit gefunden. Daher sind Überlegungen naheliegend, die Schulräume für eine Erweiterung der Grundschule Salzmünde zu nutzen. Dies hätte den Vorteil, dass mehr Schüler aus dem Ortsteil Schiepzig wohnortnäher beschult werden könnten: ein Anliegen, das viele Einwohner derzeit mit Hilfe eines Bürgerbegehrens durchzusetzen versuchen.

Vier Grundschulen in Salzatal bis einschließlich Schuljahr 2018/19

Als Bedingung für den Fortbestand von Grundschulen gibt der aktuelle Schulentwicklungsplan – gemäß den Landesrichtlinien - eine Mindestschülerzahl von 60 für den Zeitraum 2014-17 und eine Mindestzahl von 80 Schülern ab 2017 vor. Schulen mit geringeren Zahlen sind mittelfristig von Schließung bedroht. In Salzatal besuchen lt. Schulentwicklungsplan derzeit 131 Schüler die Grundschule Bennstedt, 122 Schüler die Grundschule Salzmünde, 95 Schüler die „Weinberggrundschule“ Höhnstedt und 51 Schüler die Grundschule Beesenstedt. Die Schülerzahl in Beesenstedt wird sich zu Beginn des Schuljahres 2014/15 – gemäß Gemeinderatsbeschluss vom 20.11.2013 - um die Grundschüler aus der Ortschaft Schochwitz und ihren Ortsteilen erhöhen, die bisher nach Höhnstedt in die Schule gegangen sind. Dementsprechend wird sich die Schülerzahl der Grundschule Höhnstedt verringern.
Der Schulentwicklungsplan enthält auch Aussagen über die voraussichtlichen Einschulungen von 2014 bis 2018, basierend auf der Geburtenstatistik der Einwohnermeldeämter. In diesem Zeitraum stattfindende Zuzüge oder Wegzüge von Familien mit grundschulpflichtigen Kindern bleiben unberücksichtigt. Demnach sind in diesem 5-Jahres-Zeitraum in Bennstedt durchschnittlich 32, in Salzmünde 27, in Höhnstedt 27,8 und in Beesenstedt 22,6 Erstklässler zu erwarten.

Die Einschulungszahlen fließen auch mit in die Voraussagen des Schulentwicklungsplans zu den Gesamtschülerzahlen in den Grundschulen im Zeitraum 2014 bis 2018 ein. Diese besagen, dass die Grundschule Bennstedt in diesem Zeitraum mit einer relativ konstanten Schülerzahl von ca. 130 Schülern rechnen kann. In der Grundschule Salzmünde wird sich die Schülerzahl von 121 im Jahr 2014 auf 106 im Jahr 2018 verringern. In Höhnstedt wird sich die Zahl der Grundschüler um den Wert von 115 bewegen. Vorausgesetzt in dieser Berechnung ist, dass weiterhin Schüler aus Langenbogen (zur Gemeinde Teutschenthal gehörig) die Grundschule Höhnstedt besuchen werden. An der Grundschule Beesenstedt wird 2014/15 die Schwelle von 60 Schülern gerade erreicht. Danach soll die Schülerzahl von 71 (2015/16) allmählich bis auf 93 (2018/19) steigen. Damit bewegt sich die Schülerzahl der Grundschule Beesenstedt dicht an den für ganz Sachsen-Anhalt gültigen Grenzwerten von 60 bzw. 80 erforderlichen Schülern.

In Beesenstedt wurde bisher mit großem Engagement für den Erhalt der Grundschule gekämpft. Dabei spielte auch der Slogan „Kurze Beine – Kurze Wege“ eine Rolle. Ein Blick auf die ebenfalls im Schulentwicklungsplan enthaltene Geburtenstatistik auf Ortsteilebene zeigt jedoch, dass die Mehrheit der Schüler in Beesenstedt von außerhalb der Ortschaft kommt und mit dem Bus gebracht werden muss. Ob es angebracht ist, bei einer solchen Konstellation das Argument „Kurze Beine – Kurze Wege“ anzuführen, erscheint diskussionswürdig.

Höhnstedt einziger Sekundarschulstandort in Salzatal

Innerhalb des Gemeindegebiets von Salzatal stellt die Schule „An der Weinstraße“ in Höhnstedt die einzige Sekundarschule dar. Sie verfügt gegenwärtig über 233 Schüler und wird bis 2018/19 bis auf 248 Schüler anwachsen. Damit liegt sie dicht an der vom Land Sachsen-Anhalt festgelegten Soll-Richtzahl von 240 Schülern für Sekundarschulen. An Einzelstandorten – wie in Höhnstedt der Fall – werden auch Abweichungen bis hinunter zu 180 Schülern noch toleriert. Der Bestand der Schule „An der Weinstraße“ erscheint also nicht gefährdet, solange sie auch von Schülern aus Langenbogen besucht wird.

Die in diesem Artikel vorgestellten Zahlen bilden nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Schulentwicklungsplan. Näher Interessierte sollten nicht zögern, dieses Planwerk einer genaueren Lektüre zu unterziehen.
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