Wer ist für das Straßennetz in Salzatal zuständig?

Überblick über die Kennzeichnung der Straßen im Bereich von Salzatal (Foto: http://www.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Politik_und_Verwaltung/Bibliothek_MBV/PDF/Strasse/Bautechnik_Info/Strassenkarten/Auszug-BFSTRPL.pdf)
 
Die Landesstraße L 173 ist zwischen Salzmünde und Benkendorf eine schlimme Holperstrecke
„Dieser Stoff, er wird kein leichter sein….“ könnte man in Anlehnung an den Popsänger Naidoo texten, wenn man daran geht, die Zuständigkeiten für das Straßennetz der Gemeinde Salzatal genauer zu untersuchen. Während z.B. die Stadt Halle über ein räumlich geschlossenes Gemeindegebiet verfügt und damit auch für alle darin befindlichen (innerörtlichen) Straßen zuständig ist, stellt sich diese Sachlage in den meisten der neu gebildeten „Einheitsgemeinden“ anders dar. So besteht das Gebiet der Gemeinde Salzatal aus neun flächenmäßig getrennten Ortschaften und weiteren Ortschaftsteilen. Die „Einheitsgemeinde“ bietet geographisch gesehen also vielmehr das Bild einer „Streupunkt-Gemeinde“, wobei die „Streupunkte“ alias Ortschaften durch verschiedene Straßen miteinander verbunden sind. Für die Straßen innerhalb der Ortschaften und Ortschaftsteile ist das Bau- und Ordnungsamt der Gemeinde Salzatal zuständig – doch was gilt für die außerörtlichen Straßenverbindungen?

Netz von Landes- und Kreisstraßen


Die Ortschaften der Gemeinde Salzatal sind durch ein Netz von Landes- und Kreisstraßen miteinander verbunden. Für die Landesstraßen firmiert das Land Sachsen-Anhalt als Baulastträger. Ausführend ist hier die Landesstraßenbaubehörde/Regionalbereich Süd in Halle. Für den Unterhalt ist die an der B 100 kurz vor Peißen gelegene Straßenmeisterei Diemitz verantwortlich. Das Landesstraßennetz im Bereich von Salzatal beläuft sich auf insgesamt 42,5 km. Darunter sind am wichtigsten die L 159 („Harzstraße“) zwischen Halle-Dölau und Beesenstedt, die L 156, die von Zaschwitz über Fienstedt an Schochwitz vorbei nach Höhnstedt führt, sowie die L 173, die Salzmünde mit Bennstedt verbindet (Karte).
Das Netz der Kreisstraßen umfasst im Gemeindebereich insgesamt 36 km. Als Baulastträger steht hier der Saalekreis mit dem Bauamt/Sachgebiet Straßenbau in Merseburg in der Verantwortung. Die Straßenmeisterei des Kreises in der Kaolinstraße in Halle-Neustadt ist für den Unterhalt der Kreisstraßen zuständig. Die längsten Kreisstraßen im Gemeindebereich sind die K 2127 von Halle-Lettin nach Schiepzig und weiter von Salzmünde über Pfützthal nach Zaschwitz, die K2123 von Beesenstedt Richtung Freist und die K 2124 von Schwittersdorf über Beesenstedt nach Zörbitz.



Wie sich diese aufgeteilten Zuständigkeiten auf den Zustand der Straßen auswirken, kann man auf einer fiktiven Fahrt von Salzmünde zur Grünschnittsammelstelle bei Fehr Umwelt Ost im Zappendorfer Gewerbegebiet nachvollziehen. Kaum beginnt man die Fahrt auf der gut ausgebauten L 159 in Salzmünde, gerät man beim Einbiegen auf die L 156 Richtung Bennstedt auf eine der unerfreulichsten Holperstrecken im Gemeindebereich (Bild). Diese endet abrupt an der Ortsgrenze Benkendorf, das über eine Super-Ia-Ortsdurchfahrt (Danke, EU!) verfügt. Daran schließt ein welliges und an den Rändern ausgefranstes Stück Landesstraße an. Die Ortsdurchfahrt Köllme zeichnet sich vor allem nach stärkerem Niederschlag durch Stein- und Geröllreste am Straßenrand aus. Auf dem Landesstraßenteil bis Bennstedt geht es weiter wellig zu, wenn auch die gröbsten Schäden behoben (überteert) worden sind. In vergleichsweise besserem Zustand befindet sich die Ortsdurchfahrt Bennstedt, ebenso die neu asphaltierte Kreisstraße K 2080 („alte B 80“). Beim Abbiegen ins Zappendorfer Gewerbegebiet „Am Schauchenberg“ bewegt man sich dann wieder auf einer Straße in der Zuständigkeit von Salzatal.

Zuständigkeit in einer Hand besser?


Für die Gemeindeverwaltung stellen die unterschiedlichen Zuständigkeiten für das Straßennetz im Bereich von Salzatal zweifellos eine Erschwernis und eine Hürde für schnelles Eingreifen dar. Allerdings werden die Renovierungs- und Unterhaltskosten für Landes- und Kreisstraßen auch von den jeweiligen Baulastträgern übernommen. Die Aufteilung der Straßen auf das Landes- und Kreisstraßennetz ist nicht in Stein gemeißelt, sondern kann verändert werden. Dafür sind Kriterien wie z.B. die Verkehrsbelastung (Aufstufung bei wachsendem Verkehr und umgekehrt), aber auch politisch motivierte Kriterien maßgeblich. So bietet das Land Brandenburg seinen Kommunen auf freiwilliger Basis an, die Sanierung von Landesstraßen in schlechtem Zustand finanziell hoch zu fördern, wenn diese danach in das Netz der Gemeindestraßen übergeführt werden.
Die Gemeinde Salzatal könnte in ihrer derzeitigen finanziellen Situation die Last von knapp 80 weiteren Straßenkilometern nur übernehmen, wenn von Land und Kreis entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt würden. Ob der damit verbundene Zugewinn an Handlungsautonomie die damit verbundenen finanziellen Risiken aufwiegt, müsste in Rat und Verwaltung gründlich überlegt werden.
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