Deine Möglichkeiten im Umgang mit einem Konflikt

Kennst du das Lied von Udo Jürgens „Ein Ehrenwertes Haus“? In diesem Lied geht es um die Nachbarschaft und die Schwierigkeit mit ihr zu leben. Neugierige Menschen die das eigenen Leben beobachten. Verschiedene Lebensvorstellungen von Familie. Ungleiche Wichtigkeiten im Alltag. All das prallt in einem Mietshaus aufeinander und führt zu einer Missstimmung. Unser Protagonist zieht am Ende einfach aus.

In der Realität ist das manchmal nicht so einfach zu händeln.

Unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse treffen aufeinander - eine Lösung ist nicht in Sicht - ein Konflikt entsteht.

In den verschiedensten Bereichen können große und kleine Konflikte entstehen. Ich sehe Auseinandersetzung als einen produktiven Prozess, in dem bekannte Strukturen aufgebrochen werden. Neue Strukturen, neue Ansichten, neue Werte können entstehen und uns und unser Leben bereichern. Wir wachsen mit jedem gelösten Problem. Fühlen uns danach gestärkt.

Im Volksmund hat der Begriff Konflikt einen negativen Anstrich. Die meisten sehen nicht die neuen Chance die daraus entstehen können. Stattdessen sehen sie Streit, Wut, Ärger. Sie sehen einen Gewinner und einen Verlierer in dieser Sache.

Dass das eben nicht sein muss, dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Deine Möglichkeiten im Überblick

1. Gericht

Ein gängiges Mittel und auch häufig genutzt - leider. Warum? Du klagst deine Forderung ein und ein Richter entscheidet für dich. Das kann in machen Dingen die richtige Wahl sein. Kann aber auch in manchen Dingen noch mehr Unheil hervorbringen. Jeder hat die Möglichkeit bei nicht gefallen der Entscheidung, neu zu klagen. Viele Jahre werden dann mit Prozessen verbracht ohne dabei wirklich zu schauen um was es im Grunde geht. Der Richter fragt zwar jeden Beteiligten zum Prozess, allerdings entscheidet er dann nach besten Wissen und Gewissen. Das bedeutet, die Beteiligten geben die Verantwortung für ihren Konflikt ab. Mit der vorgegebenen Lösungen (das Urteil) müssen dann alle leben. Oder aber, ein neuer Prozess wird auf den Weg gebracht und weitere wertvolle Zeit mit dem Gericht vergeudet.

2. Schlichtung

Bei dieser Methode handelt es sich um eine außergerichtliche Beilegung eines Rechtsstreites. Dabei schlägt eine neutrale Instanz - der Schlichter - einen Kompromiss vor und diese kann dann von beiden Parteien akzeptiert werden oder nicht. Das heißt, der Schlichter ist an der Lösungsfindung beteiligt und somit geben auch hier die Parteien ihre Eigenverantwortung zum Teil ab.

3. Mediation

Mein Favorit. Die Mediation ist ein Konfliktverfahren unter Einbeziehung eines neutralen Dritten - den Mediator. Dieser begleitet den Prozess der Lösungsfindung indem er:
- Struktur vorgibt
- auf die Einhaltung der Kommunikationsregeln achtet
- jedem Beteiligten Raum für Gedanken, Wünsche und Gefühle gibt

Das spannenden bei diesem Verfahren ist jedoch, dass der Mediator KEINE Lösungsvorschläge vorgibt. So unglaublich sich das anhört, so wirkt es jedes Mal aufs Neue. Die Parteien schaffen es, sich gehört zu fühlen und aus diesem Verständnis heraus Lösungsideen zu entwickeln. Die Verantwortung für diesen Konflikt bleibt von Beginn an in den Händen der Konfliktpartner.

4. Kompromiss

Einige Konflikte können wir selber klären. Ganz ohne Beteiligung von aussen. Meistens findet sich ein Kompromiss.

Das Gute ist:
- eigene Lösungsfindung ohne Eingreifen von aussen
- zeitnahe Konfliktlösung

Das weniger Gute:
- nicht alle Bedürfnisse wurden ausreichend beleuchtet
- es werden Zugeständnisse gemacht, ohne 100 % davon überzeugt zu sein
- neue Konflikte können entstehen, wenn der Kompromiss nur halbherzig vollzogen wurde und die Umsetzung hapert

5. Ignoranz

Eine weitere Methode ist es, den Konflikt zu ignorieren. Einfach nicht weiter darauf einzugehen. Geschweige ihn anzusprechen und zu lösen. Bei den meisten Familien kommt dann der berühmte Teppich - unter den dann alles gekehrt wird. Da wünsche ich nur, dass niemand darüber stolpert.
Zum einen ist es weder förderlich für ein harmonisches Zusammenleben, zum anderen können ungelöste Konflikte krank machen.

6. Konflikt - Beratung

Möchtest du den Konflikt bearbeiten, dein Konfliktparteien aber nicht, dann geh zu einer Konflikt -Beratung. Hierbei sprichst du in der Beratung über das Streitthema und ihr versucht für dich geeignete Lösungsansätze zu finden. Ziel ist es dir neue Ideen mit auf den Weg zu geben, damit dein Alltag wieder entspannter verlaufen kann.


Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!
0
 auf anderen WebseitenSendenMelden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.