Schlösser und Landschaftsparks der Gemeinde Machern-Püchau, Teil 2 von 2

Schloss Machern
 
Parkplan 1999 (Foto: http://home.uni-leipzig.de/mielke/machern/park4.jpg)
Machern: Landschaftspark Machern | Das Schloss Machern erreichte ich Montagmittag. Doch mein erklärtes Ziel war der

Landschaftsgarten Machern


Ein Professor Heinz Mielke allein hat seit 1999 unzählige Artikel vor allem rund um den Park veröffentlicht:
http://home.uni-leipzig.de/mielke/ *)
Ich werde viele Tage brauchen, um alle gründlich zu nachzulesen.
Sein Geländeplan von 1999 ist mir bei meiner ersten Erkundung schon mal sehr hilfreich.

Zunächst ein paar kurze Informationen zur Geschichte des Parks:
Die Gemeinde Machern ist Eigentümer der unter Denkmalschutz stehendem Gartenanlage. Mit einer Gesamtfläche von ca. 34 ha zählt dieser sentimentale – romantische Garten in Deutschland zu den größten und bedeutendsten Anlage seiner Zeit.
*) „… Carl Graf von Lindenau erweiterte die bis 1782 vorhandene Gartenanlage um das Schloss, …erheblich. Mit Unterstützung der gräflichen Gärtner Nehring und Gerstenberger pflanzte er meist ausländische Gehölze und gestaltete die englische Anlage.
…Nach einer Reise des Grafen Lindenau im Jahre 1792 nach England verstärkten sich die Aktivitäten zur Gestaltung des Gartens. Vermutlich brachte der Graf viele Anregungen zur Gartengestaltung von seiner Reise mit. E.W. Glasewald (Architekt und Bauinspektor) stand ab 1792 im Dienst des Grafen und entwarf nach dessen Vorstellungen unterschiedliche Gartengebäude –Szenerien.
… Der Landschaftsgarten entstand in seiner heutigen Gestalt und Ausdehnung im Wesentlichen in den Jahren zwischen 1782 und 1797. Eine Zeit, in der sich die freien und natürlichen Gedanken in der Gartenkunst durchsetzten. Der Garten gehört damit neben dem Wörlitzer Park zu den frühesten Parks in Deutschland, die im englischen Stil angelegt wurden“.

Der ganze Park ist in unterschiedliche lockere Landschaftsbereiche aufgeteilt und es bleibt jedem selbst überlassen, für welche Route man sich entscheidet. Ich starte entgegen dem Uhrzeigersinn rechts am Schloss vorbei Richtung Wallwiese.
Schon über 100 Jahre grünt dort immer wieder eine Prachtplatane am Schloss.
Just im dem Augenblick als ich quer über die Wiese (ehemaliger Wallteich) zur Tulpenbaumallee laufe, lässt sich die Sonne blicken und taucht Schloss und Park in einen warmen goldigen Ton.
Gleich nebenan der Tempel der Hygieia. In ihm steht die Skulptur der Göttin der Gesundheit „Hygieia“. Sie füttert eine Schlange aus einer Schale.
Während des ganzen Rundganges gefällt mir besonders, dass an allen bemerkenswerten Gartenszenarien, mehr als in meinem Parkplan, hilfreiche Informationstafeln (neue Kommentare gegen „historische, von Glasewald“) angebracht sind.
Zum besseren Verständnis habe ich deshalb meiner Bildergalerie für Interessierte die Ablichtung mehrerer Tafeln beigefügt.
Und überall laden Bänke zum Verweilen und Träumen ein, oft mit Weitblick auf Schloss oder Schwemmteich.
Doch Mitte November war der Teich abgefischt und nur auf einem kleinen übrig gebliebenen Tümpel tummelten sich noch etliche Schwäne (waren es wieder Romeo und Julia mit 4 Jungtieren?). Zwei Männer waren am Abfluss gerade damit beschäftigt, Wasserpflanzen abzufischen.
Nun schließt sich eine prächtige Blutbuchenallee an. Allein hier könnte man lange auf einer der zahlreichen Bänke verweilen.
Auf der anderen Seite des Teiches leuchtet der Agnestempel auf einer kleinen Anhöhe.
Ich verlasse ostwärts den Teich und wandere durch einen Erlenweg am Käuzchenbad vorbei zur Wilhelmsruhe. Preußens König Friedrich Wilhelm der II. hat sich hier auch schon an der schönen Aussicht erfreut.
Am nordöstlichsten und höchsten Zipfel des Parks treffe ich auf die Ritterburg, das wohl noch eindrucksvollste erhaltene Gebäude (Die Ritterburg mit Turm, Säuleneingang und unterirdischem Gang wird im Rahmen von Parkführungen als Aussichtsturm genutzt und für Besichtigungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht).
Unterhalb der Burg befindet sich eine kleine Freiluftbühne.
Wieder westwärts gelangte ich zur Pyramide und davor auf einer Wiese die Statue des Vestalin.
Der Weg zurück zum Schwemmteich führt an bemerkenswert hohen Eiben vorbei.
Auch auf der Nordseite des Schwemmteiches bin in wieder von den vielen knorrigen alten Bäumen fasziniert. Einen Reiher kann ich gerade noch bei seinen Start auf die Linse bannen (Dutzende sehen wir später hinter Machern Richtung Paunsdorf auf Wiesen und Feldern emsig grasen).
Rechts des Weges vor einer alten Eiche die "Grabgedenktafel an den 1429 gefallenen edlen Ritter Hans von Knorringen". Weiter nördlich befindet sich noch ein Hirschgarten (???)**), und ebenfalls nordöstlich führen mehrere Wege in das NSG und Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche ….(ein Grund zum Wiederkommen).
**) aus finanztechnischen Gründen erwägt der Gemeinderat, den Garten zu schließen.
Ich zitiere aus der LVZ vom 23.9.15:
…Der Verein war es, der das Tiergehege 1998 nach historischem Vorbild wiedereröffnete. Bereits 1795 hatte Graf Carl Heinrich August von Lindenau Rehe und Hirsche in seinem Macherner Gartenreich angesiedelt…."Die Hirsche kosten schon mal nichts; das Futter zahlt der Förderverein; die Gemeinde muss lediglich 1440 Euro für den Tierpfleger aufbringen." Diese Summe einzusparen, stehe in keinem Verhältnis zum Schaden, den die Schließung anrichten würde... Also sicherheitshalber noch mal schnellstens hin!

Wieder führt der Weg durch ein herrliches Blutbuchenwäldchen (auch als Amorgründchen bezeichnet) zur „weißen Brücke“ (früher gotische Brücke genannt).
Als letztes mache ich noch einen Abstecher auf eine kleine Halbinsel nördlich der großen Schlosswiese zum Apollodenkmal.
Nach diesem ersten Rundgang bin ich absolut davon überzeugt, dass der Park zu jeder Jahreszeit sehenswert ist. Zumindest um den Schwemmteich sind die Wege auch rollstuhlgeeignet.
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 21.11.2015 | 20:34   Melden
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Lothar Teschner aus Merseburg | 22.11.2015 | 12:50   Melden
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Katrin Koch aus Friedersdorf | 02.12.2015 | 22:22   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 04.12.2015 | 14:07   Melden
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