Störchen auf der Spur

Im Besucherzentrum Rühstädt
 
Im Biosphärenreservat Mittelelbe
Rühstädt: Besucherzentrum Rühstädt | An den Mulde-Auen rund um Bitterfeld sient man Storchen-Paare nicht so häufig. 100 km weiter nördlich an Elbe und Havel aber gehören sie zum Alltag.
Erstmals waren wir ihnen im Juni zwischen Wittenberge und Tangermünde erfolgreich auf den Fersen.
Wie mehrfach auch in der Presse zu lesen war, sind die Störche dieses Jahr erst sehr spät gekommen (siehe Foto 3) und hatten dann durch das extrem trockene Frühjahr auch große Probleme, ihre Jungen satt zu bekommen!
Wir wollten zum

„Europäischen Storchendorf Rühstädt“(Brandenburg)

. Unser größtes „Storchenerlebnis“ hatten wir aber schon ca. 10 km davor. Dank einer ungewollten Umleitung kamen wir kurz vor Rühstädt an einem großen Wiesenstück vorbei, auf dem gerade das Gras gemäht und anschließend auf Traktoren mit Anhänger verladen wurde.
Ihr werdet es nicht glauben – alle 30 Storchenpaare aus Rühstädt waren zwar nicht zur Stelle – aber mindestens 20!!! Und das unmittelbar bei den Erntemaschinen!
Wahrscheinlich wurden durch das Mähen und Aufladen unzählige Insekten und Frösche aufgeschreckt und waren dadurch eine leichte Beute für die Störche. Das ist sicher auch noch was für die ständig hungrigen Jungen im Nest abgefallen.

Der anschließende Besuch im sehr sehenswerten Besucherzentrum Rühstädt (für Leute, die auf dem Elberadweg unterwegs sind ein absolutes Muss!) klärte uns dann endgültig über das Storchenleben auf.
Direkt auf dem Gebäude gibt es drei Storchennester, und eines davon mit Live-Kamera. Das tolle ist, dass jeder Besucher die Kamera selber steuern kann (von Panorama- bis Zoomansicht)! Und wir hatten das große Glück, live die „Wachablösung“ und Fütterung beobachten zu können, denn solange die Jungstörche noch klein sind, passt immer ein Elternteil auf.
Doch die Informationen im Haus waren ebenso überwältigend wie die Kamerabilder. Wir hätten nie gedacht, was für einen Heißhunger die jungen Störche haben (siehe Fotos). Wer glaubt, dass Störche nur Frösche mögen, irrt gewaltig. Unglaublich was - und vor allem wieviel - auf dem täglichen Speiseplan steht.
Im Alter von drei bis vier Wochen benötigt ein Jungstorch täglich 1200 bis 1600 Gramm Nahrung (ca. 6 kg die Familie). Der Speiseplan könnte so aussehen: 130 Mäuse, 18 Frösche, 680 Wiesenschnaken, 230 Heuschrecken, 332 Käfer und 665 Käfer!
Ich möchte um nichts auf der Welt ein Storchenvater sein!
Beim Rundgang durch das Storchendorf erkletterten wir anschließend noch einen alten Speicher, wo man von oben noch einen schönen Blick auf viele Storchennester hatte. Von dem kleinen Aussichtsbalkon konnten wir mindestens elf Nester sehen und in acht von ihnen waren gerade Altstörche mit ihren Jungen zu beobachten.

Aber auf „Storchenschau“ konnte man nicht nur in Rühstädt gehen. Wir waren erstaunt, wie viele Nester es zum Beispiel auch mitten in der Altstadt der Hanse- und Kaiserstadt Tangermünde gab (nicht nur auf dem alten Postamt).

Eine weitere „Live-Kamera“ stand ca. 6 km weiter südlich in der sehr informativen

„NABU-Ökoscheune" in Buch

(selbst kurz vor der Schließunggszeit durften wir uns noch ungestört umsehen - und das war sehr lohnenswert !). Das Angebot ist sehr vielfältig; gleichzeitig Schullandheim mit zwei Heuschlafsälen, Möglichkeit sich urige Fahrräder für Ein- bis Vier-Personen auszuleihen. Sehr anschaulich war auch ein großes "Flutungsmodel", wo der Besucher selbst "Hochwasser" fabrizieren konnte (siehe Fotos).
Neugierig in der Öko-Scheune gemacht, hätten wir gern im Biosphärenreservat Mittelelbe noch die Auerochsen, Galloways und Wasserbüffel aus der Nähe beobachtet. Doch der Aussichtsturm neben der Hauptstraße war uns wegen „Lebensgefahr“ leider nicht mehr zugänglich!

Vieles in der Scheune und an Elbe und Havel erinnerte mich(so wie die Biber) auch ein bisschen an unsere schöne Muldeauen-Landschaft zwischen Dessau und Bad Düben und an unser kleines Informationszentrum „Haus am See“ am Muldestausee (auch mit einer Live-Kamera über ...und dieses Jahr erstmals mit erfolgreicher Aufzucht von Mäusebussarden!) .
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6 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 14.07.2015 | 05:23   Melden
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 14.07.2015 | 08:40   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 14.07.2015 | 11:14   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 15.07.2015 | 13:27   Melden
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Katrin Koch aus Friedersdorf | 18.07.2015 | 10:41   Melden
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 21.07.2015 | 09:19   Melden
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