W a (u) n d e r b a r e s Deutschland (7/7) – Märkische Schweiz (2)

Im Naturpark Märkische Schweiz - wo wir laufen haben aber Fahrräder und Pferdegespanne ihre Mühe
 
Tipidorf im „Besucherzentrum für Natur- und Umwelterziehung „Drei Eichen“
Buckow (Märkische Schweiz): Besucherzentrum "Schweizer Haus" | Noch früh am Morgen starteten wir vom „Besucherzentrum für Natur- und Umwelterziehung „Drei Eichen“ zu einer ersten kleinen Runde. Ganz allein mit sich und der Natur ist schon Balsam für die Seele.
Mit Kurzsymbolen sind sie in der Märkischen Schweiz gut ausgestattet – TK 1 bis 12 (für Terrainkurwege), aber es fehlte häufig ein Hinweis auf die mich interessierenden Naturdenkmäler. Dank einer Wanderkarte gelangten wir auf einen kleinen Umweg über den dann doch noch zum gesuchten Baumriesen, dem Naturdenkmal

Frühstückseiche

Diese Stieleiche - Quercus robur ist ca. 340 Jahre alt (Höhe: 26 m; Umfang: 4,4 m)
Die Frühstückseiche ist nach Friedrich II., dem Alten Fritz, benannt
, welcher der Überlieferung zufolge am 03.September 1730 auf dem Weg in die Festungshaft nach Küstrin unter dem Blätterdach dieser Eiche gefrühstückt haben soll.
https://www.maerkische-schweiz.com/naturpark/index...
Ca. 500 Meter südöstlich der „Drei Eichen“ machten wir kurz bei

Flächennaturdenkmal Münchehofer Flugsanddüne

Halt. Obwohl viel kleiner als die größte Binnenwanderdüne Europas (an der Elbe bei Klein Schmölen) entdeckten wir auch hier viele Trichter des Ameisenlöwen.

Worüber ich abschließend berichte, ist aber eine Rundtour, die wir nach 12 Monaten fast identisch wiederholten, weil sie uns so beeindruckt hatte. Wir fanden dort naturbelassene Aufstiege, Abgründe, Schluchten und romantische Täler vor, die uns sehr an Harz oder Sächsisch-Böhmische Schweiz denken ließen. Die Wanderung führte uns in drei Stunden weitläufig durch das Stobbertal bei Buckow um die beiden Tornowseen.
Startpunkt war das Besucherzentrum "Schweizer Haus".
Gleich daneben gibt es im Stobber eine der sieben Wassertretstellen von Buckow. Wir wählten neben der Güntherquelle nordwärts einen schmalen Pfad Richtung Giebelpfuhl. Einige Wegbiegungen davor standen wir unerwartet im Biberland, nur wenige Schritte vom Weg entfernt.
Dann kam der krönende Abschluss. Die Auenwälder ließen uns an eine verwunschene Märchenlandschaft glauben. Algengrüne Tümpel mit kleinen Inseln und vielen aus dem Wasser ragenden Bäumen schufen eine mystisch schöne Atmosphäre. Schwer vorzustellen, das dieses heutige Niedermoor im 18. Jahrhundert ein Hopfenanbaugebiet war.
Die Wolfsschlucht war genauso beeindruckend. Ein tief eingeschnittener Hohlweg führte uns Hang auf, über unseren Köpfen viele alte umgestürzte Bäume. Aber er war nicht in Folge der Eiszeiten entstanden, sondern durch menschliche Unvernunft:
„Im späten Mittelalter und im 18. Jahrhundert wurde das Gebiet im Bereich der Wolfsschlucht intensiv land-wirtschaftlich genutzt. Dies hatte zur Folge, dass der Ackerboden oberhalb der Wolfschlucht bei starken Niederschlägen ungeschützt dem Regenwasser ausgesetzt war und hangabwärts gespült wurde. Besonders im Bereich der heutigen Schlucht sammelte sich das Regenwasser und floss schnell ab. Dies bewirkte, dass sich die Wolfsschlucht enorm vergrößerte. Das dabei abgetragene Bodenmaterial lagerte sich unterhalb der Wolfsschlucht in der Form eines Schwemmfächers an“
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfsschlucht_(M%C3%A4rkische_Schweiz)

Wölfe bekamen wir in der Schlucht (noch?) nicht zu Gesicht. Aber auch ohne Wölfe kann man sich bei trübem Wetter hier bestimmt mächtig gruseln.
Unser nächstes Ziel war der Teufelsstein. Unweit der Silberkehle, am Rande des 106 m hohen Dachsberges liegt dieser große, zerbrochene Stein (ein Findling). Um seine Entstehung gibt es eine nette Sage, nachzulesen bei:
https://www.maerkische-schweiz.com/sagen/teufelste...
Beim „Abstieg“ kamen wir an der „Königseiche“ vorbei – im Vergleich zu anderen monumentalen Bäumen während unseres Kurzurlaubes aber eher bescheiden.
Zurück führte uns der Weg durch das NSG „Stobbertal“. In diesem sumpfigen Bachlauf fühlen sich garantiert viele Biber und Fischlein wohl.
Abschließend waren wir noch im Besucherzentrum “Schweizer Haus“. Im Schnelldurchgang informierten wir uns über Eiszeit, Geografie, Tierwelt. Am meisten beeindruckte mich jedoch eine Fotoausstellung einheimi-scher Vögel.
Vor der Heimreise besuchten wir noch das Internationale Fledermausmuseum Julianenhof auf der Märki-schen Höhe. Mühelos könnte man hier einen halben Tag verbringen.
Und last but not least ein letzter kurzer Abstecher zur „Wurzelfichte“.
„Sie ist über 170 Jahre alt und steht/stand sehr dicht am Ufer des Baches "Sophienfließ". Dieser stark eisenhaltige Fluss speist den Schermützelsee und bekommt bei lang anhaltenden Regenfällen eine starke Strömung. Hohe Wasserstände und die Kraft des Wassers haben mit der Zeit dazu geführt, dass das Wurzelwerk der Fichte frei gespült wurde, daher der Name "Wurzelfichte". Während des verheerenden Orkans Kyrill im Jahr 2007 knickte die Fichte oberhalb des Wurzelwerks ab“.
http://www.outdooractive.com/de/wanderung/seenland...
Aber selbst am Boden liegend noch imposant macht sie Lust auf ein Wiederkommen…
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Martina I. Müller aus Halle (Saale) | 25.10.2016 | 10:49   Melden
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