Die Vulkaneifel - vor ca. 13.000 Jahren dramatische Urgewalten - heute ein traumhaftes Naturparadies (II. nun mit Rätselauflösung)

Wer bin ich?
 
rechts unten des Rätselbildes KERN. Im Teide Nationalpark liegen davon sogar tonnenschwere Exemplare einfach so rum (das andere ist sogenannte Stricklava)
 
das größte Maar der Eifel - der Laacher See
Boos: Vulkanparkstation | 2 Objekte, die zeitgeschichtlich kaum extremer sein können, obwohl unmittelbar nebeneinander fotografiert! – doch was stellen beide dar???
Zum besseren Verständnis empfehle ich, die Fotos zu zoomen.

Die Auflösung meines Bilderrätsels wird sich in den beiden Tagesetappen erschließen.

Das Angebot an Sehenswürdigkeiten und Museen rund um den Vulkanismus in der Eifel ist umwerfend groß und unmöglich in einem Urlaub zu schaffen. Ich entschied mich am 3. meiner 5 Urlaubstage zunächst für einen Abstecher zum größten und bekanntesten Maar der Eifel,dem

Laacher See.

Direkt rund um den See ließe sich schon der Vulkanismus ergründen. Es gibt schon hier beeindruckende Zeugnisse der vulkanischen Tätigkeit in grauer Vorzeit. Aber auch Indizien dafür, dass die vulkanische Tätigkeit hier nur ruht.
An der Ostseite des Sees kann man an einer Stelle Mofetten beobachten, also einen Kohlendioxid-Austritt aus der Tiefe. Die Experten sind sich allerdings einig, dass (noch…) kein unmittelbarer Vulkanausbruch bevorsteht…

Ein weiteres Beispiel dafür ist wohl auch der größte Kaltwassergeysir der Erde bei Andernach (leider nur von Ende März - 31. Oktober 2016 zu besichtigen
Übrigens entsteht im Geysir Zentrum eine völlig neue Ausstellungsebene, die am 30. April 2016 feierlich eröffnet wird.

Tagelang könnte man allein am Laacher See auf Erkundungstour gehen.

Einen Besuch der „Benediktenabtei Maria Laach“ sollte man auf keinen Fall versäumen.

Neben den für religiöse Zwecke genutzten Gebäuden, die nicht öffentlich zugänglich sind, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten einer Besichtigung. Zuerst natürlich die Klosterkirche, aber auch einige Werkstätten, eine Buchhandlung, die umfangreiche Klostergärtnerei bieten einige Kurzweil.

Wie schon angedeutet, ist es wirklich schwer, sich bei der Vielzahl der Möglichkeiten zu entscheiden. Meine Wahl fiel diesmal auf den Besuch des

Deutschen Vulkanmuseums Lava-Dome (& Lavakeller) in Mendig

Auch hier hätte ich mich mühelos einen halben Tag lang aufhalten können. Natürlich geht es hier
• im Allgemeinen um Vulkantätigkeit weltweit und
• konkret um den Vulkanismus in der Eifel.

Weil man hier natürlich viel lesen und Grafiken anschauen muss, ist alles durch Mitmach-Stationen und sehr beeindruckende Tondokumente aufgelockert.
Das Beste habe ich mir für den Schluss aufgehoben: die

Animation eines Vulkanausbruchs

.
Und ich als Besucher mittendrin!!
Es wird dem Besucher sehr spürbar (!!!) das Gefühl vermittelt, man wäre leibhaftig dabei.

Nicht umsonst heißt es „4-D-Animation“!

Der ganze Raum vibrierte (!) beim „Ausbruch“ des Vulkans. Zuerst steigt Rauch(!) empor, dann schleudert der Vulkankegel glühende Lavamassen heraus, die auf uns zurasen, glücklicherweise aber vor unseren Füßen zum Stehen kommen…Lärm und Sturm(!) umtosen uns. Der Ascheregen verdunkelt den Himmel vor unseren Augen, die zuvor grüne Landschaft versinkt unter Ascheschichten.
Die Szenerie nimmt einen so gefangen, dass man auf die eigentlich noch ausstehende Erhöhung der Raumtemperatur gut verzichten kann. Diese Animation ist wirklich gelungen!
Immerhin gehört der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans zu den größeren der Erdgeschichte – gewaltiger als der Vesuv-Ausbruch, der Pompeji unter sich begraben hatte.
Und wieder stehe ich vor einer sehr schwierigen Entscheidung. Anschließend eine Besichtigung des zum Museum gehörenden Lavakellers oder doch lieber bei vorfrühlingshaftem Sonnenschein ein Stück Vulkantätigkeit unter freiem Himmel anschauen? Ich entschied mich für das zweite, der Tag hat nur 24 Stunden (auch wenn man die Nacht dranhängt wird er nicht länger!).

Also zunächst auf zur Wingertsbergwand,

von der wir erst im Museum erfuhren.
Sie ist ein weltbekanntes geologisches Fenster in die Vergangenheit, welches Vulkanforschern aus aller Welt seit Jahren für ihre Forschung dient. „Die beeindruckenden, bis zu 40 Meter hohen Tephra-Ablagerungen sind ein Ergebnis der gewaltigsten vulkanischen Eruption der jüngeren Erdgeschichte in Mitteleuropa. Die Rede ist vom Laacher See-Vulkan, der weite Teile der vulkanischen Osteifel vor ca. 13.000 Jahren für immer veränderte.
Der Ausbruch des Laacher See-Vulkans, ein Vulkan mit enormer Zerstörungskraft, wird an der Wingertsbergwand auf 20 bebilderten Schautafeln erläutert
Anhand der verschiedenen Ascheschichten können die Experten die Geschichte der damaligen Katastrophe bis ins Kleinste erläutern, so dass der Laie nur staunend und ehrfürchtig die Geschichte zur Kenntnis nehmen kann.
Auf dem Weg, der (auf eigene Gefahr) zur Wingertsbergwand führt, blickt man in einen Steinbruch, in dem noch intensiv produziert wird. Auch hier kann man Gesteinsschichtungen, Verwerfungen und verschiedenartige und-farbige Abstufungen erkennen. Auch hier ist also unschwer zu erkennen, dass diese Ablagerungen in einer „bewegenden Zeit“ entstanden sein müssen.

Zur Abrundung dieses Tages in der Vulkaneifel fuhr ich weiter zu einem Wanderparkplatz bei Boos. Hier unternahm ich noch eine reizvolle, wenn auch aus Zeitgründen etwas verkürzte Wanderung auf dem lehrpfadähnlichen sogenannten

„Traumpfad Booser Doppelmaar“

Sie führte mich auch über den

„Booser Eifelturm“

. Nachdem man den neu errichteten, 25 Meter hohen Holzturm erklommen hat, wird man mit einem tollen Blick auf die Maare und die Eifel belohnt.
Spätestens an einer kleinen Felswand unterhalb des Aussichtsturmes wurde mir klar, dass ich nicht etwa auf die Kanaren fliegen muss, um eine Vulkanlandschaft zu sehen. Die Eifel punktet mit dem entscheidenden Vorteil der vielen hochinformativen Schautafeln, den zahlreichen Museen und Bergwerken.
Hier verbirgt sich auch des Rätsels Lösung:
Bei einem "nassen" Vulkanausbruch"wird erst die Deckschicht in den Himmel gesprengt und dann Unmengen verschiedenartigster Vulkanaschen (diese kann 1000sende Kilometer weiter getragen werden). Allmählich setzt sich die Asche ab. Erfolgt der Ausbruch in mehreren Perioden kann es geschehen, das in der Luft erstarrte Lava als sogenannte

"Vulkanbomben"

auf die Schichten aus Asche schlägt und diese eindellt - so auf dem Titelfoto zu sehen.

Ich habe noch viel offen auf meiner Vulkanpark-Wunschliste, z.B. in Mayen…
Zuhause bin ich allein mit dem Lesen der vielen Infotafeln am PC noch Tage beschäftigt. Nur gut, dass ich fleißig abfotografiert habe, denn auf den Vulkanpark.de-Seiten konnte ich sie nicht finden (Fazit: Kommt Besucher, kommt persönlich her!).

Ich hätte mich zu gern bei jedem der besuchten und unbesuchten Orte im Vulkanpark einen ganzen Tag aufgehalten. Und ich hätte gut und gerne jeden Spaziergang, jede Wanderung, oder den Museumsbesuch zeitlich aufs Doppelte ausdehnen mögen.

Kleiner Trost, ich habe schon das gleiche Hotel im Spätherbst! wieder gebucht für einen erneuten Besuch von Mosel und (Vulkan)Eifel.
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2 Kommentare
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 04.04.2016 | 20:52   Melden
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 08.04.2016 | 12:14   Melden
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