An 5 keineswegs trostlosen Novembertagen durch 5 Bundesländer – (3) Neustadt in Holstein in Schleswig-Holstein

Das Kremper Tor - eines der Wahrzeichen von Neustadt in Holstein
  Neustadt in Holstein: Kremper Tor | Eigentlich müsste ich diesem Artikel den Titel geben:

Kindheitserinnerungen

Im Vorschulalter 1955 durfte ich einmalig mit einer Großtante eine andere Tante in Neustadt, direkt am Hafen, besuchen.
Lang, lang ist’s her und doch erinnere ich mich bis heute daran und einige markante Silos.
So beschloss ich am letzten Sonntag die Stadt nach so vielen Jahren wieder zu besuchen.

Ein Parkplatz in der Nähe der Altstadt war schnell gefunden. Vom Kremper Tor, dem letzten erhaltenen Stadttor (es wurde im Jahr der Stadtgründung 1244 im Stil der Backsteingotik erbaut), spazierten wir zum großen Marktplatz. Schade nur, dass sonntags alle Geschäfte geschlossen hatten. In einem Schaufenster amüsierten uns neckische Sprüche. Wenn ich schon kein Schildchen kaufen konnte, habe ich wenigstens einige fotografiert…
Am Markt erwarteten uns ein lustiges Fischerdenkmal, ein hübsches weißes Rathaus aus dem Jahr 1820 und eine mittelalterliche Backsteinkirche.
Nun zog es mich aber zum Hafen und den ehemaligen Friseurladen meiner Tante – nun ein Angelfachgeschäft.
Obwohl uns eine unangenehme Brise ins Gesicht wehte unternahmen wir doch einen längeren Spaziergang entlang des fjordartigen Hafens bis zum Ostseebadestrand. Für Kunstliebhaber gibt es hier entlang der Promenade Jungfernstieg den sogenannten

„Neustädter Kunst-Kilometer“.

Bei einem, von mehreren,  riesigen Wohnmobilcampingplätzen fragten wir uns, welches Treiben hier wohl im Sommer herrscht.
Die Südlage des großen Badestrandes in Pelzerhaken soll für Sonnenanbeter einzigartig sein. Denn hier soll man vom Morgen- bis zum Abendrot den weiten Blick auf die Lübecker Bucht genießen können, ganz exklusiv am „Südstrand der Ostsee“ – vorausgesetzt wohl, dass eine wärmende Sonne scheint!
Nach drei Kilometern erreichten wir den Ehrenfriedhof Cap Arcona, der an eine weitere schreckliche Katastrophe der Todesmärsche kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges erinnert.
Erst als wir am Wirtschaftshafen zurück waren, fiel mir ein besonderes ausgefallenes Kunstwerk auf, eine

Verformte Spundbohle

Manche Kunstwerke entstehen einfach so, ganz ungeplant: Die Spundbohle wurde bei Rammarbeiten im Hafen von Neustadt in Holstein aufgespalten und verformt. Sie stieß in sechs Metern Tiefe auf Granitfindline der letzten Eiszeit. Durch das Zusammentreffen von Technik und Natur erhielt diese Bohle ihre besondere Gestalt. Sie wird so zum Symbol der Hafenerneuerung von 1990 bis 1999 und wurde 2000 im Hafen aufgestellt.
Damit schließt sich der Kreis meiner Kindheitserinnerungen. Damals herrschte hier täglich ein Höllenlärm vom Einrammen solcher Spundbohlen…

Auf einen Besuch des.„Museum Cap Arcona“ verzichteten wir leider. Es befindet sich in einem östlichen Anbau an das historische Kremper Tor und ist normalerweise über den Haupteingang des städtischen Museums - „zeitTor“ einem modernen Mitmach-Museum, das die alte Zeit zeigt - zu erreichen.
Ich wollte noch einen Blick in das schon 16 Uhr schließende „Pahlhuus“ werfen, dem Informationszentrum des. Biosphärenreservats Schaalsee in Zarrentin, wieder in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr zu Westmecklenburg schon bald unter kürzeren Titeln.
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