Im Reiche des Ameisenlöwen

Löwengrube
 
Info-Tafel am Parkplatz
Dömitz: Schmölener Düne | Über Salzwedel kommend war unser Tagesziel die

Schmölener Binnendüne im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal

bei Klein Schmölen“, in der Nähe der Stadt Dömitz:

Wenn man in den Dünen wandern will, wird man wohl an die Ostsee reisen müssen, werden viele denken. Weniger bekannt ist, dass es auch entlang der Elbe zwischen Wittenberge und Boizenburg auf einer Länge von etwa 100 km ein großes Dünengebiet gibt. Es ist nach dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10000 Jahren durch Aufwehung von Sanden entlang des Urstromtales der Elbe entstanden.
In der Nähe von Dömitz (im Dreiländereck Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) kann man die größte Binnenwanderdüne an der Elbe (und in Europa) bewundern.
http://www.doemitz.de/index.php/sehenswuerdigkeite...
http://www.wald-mv.de/binnend%C3%BCne_klein_schm%C...
Hinter Klein Schmölen erhebt sie sich eindrucksvoll mit 38 Metern über die Flusslandschaft und kann auf dem ca. 2,4 km langen Lehrpfad erklommen werden. Beim Laufen durch den Dünensand fühlt man sich fast ans Meer versetzt. Von oben bietet sich ein eindrucksvoller Weitblick über das NSG Löcknitz-Niederung bis hin zur Elbe. Überall am Wegesrand lassen sich charakteristische Arten der Trockenrasen entdecken, die eine faszinierende Farb-Vielfalt entwickeln. Vor allem ist auch der Artenreichtum bei Libellen, Tagfaltern und Vögeln beeindruckend. Im Frühjahr und Sommer erscheinen farbenprächtige Blütenteppiche am Fuß der Düne.
Um dieses besondere Biotop zu schützen und zu erhalten, werden hier auch Schafe als Landschaftspfleger eingesetzt. Auch die Kiefern, die den Nordhang bewachsen, dürfen nicht auf die Südseite wandern, um dieses

einmalige Reich des Ameisenlöwen

nicht zu vernichten.
Von Anfang an machten uns auf den lockeren Sandwegen merkwürdige Trichter stutzig. Aufklärung gab eine der vielen Informationstafeln:
„Der Ameisenlöwe (eine ca. große 1,5 Zentimetern Larve der Ameisenjungfer). ist ein spezialisierter Räuber, Das Insekt des Jahres 2010 gräbt sich im Sand einen Trichter, um darin kleine Insekten zu fangen.
Hat der Ameisenlöwe einen passenden Platz gefunden, beginnt er, seinen Trichter zu bauen. Dazu gräbt er eine Spirale und wirf mit seinen Kieferzangen Sand aus dem Weg. Ist er in der Mitte angekommen, gräbt er sich so ein, dass nur noch der Kopf aus dem Sand hervor schaut. Um ihn herum hat sich nun ein Trichter mit zirka 30 Grad Gefälle gebildet.
Das Gefälle des Trichters entspricht dabei genau dem Reibungswinkel des Sandes. Das heißt, der Trichter ist gerade so steil, das der Sand nicht hinein rutscht und stabil bleibt.
Einmal im Trichter, gibt es für die Beute kein Entkommen mehr.“
Übrigens wandert die Wanderdüne nur ein bis zwei Zentimeter in einhundert Jahren. So geht wohl von der Düne für den Parkplatz und die Häuser in der Nähe keine Gefahr aus.
Die Schmölener Düne ist über die B191 oder B 195 gut zu erreichen. Der Parkplatz war leicht zu finden und ebenso der Rundweg.

Auf der Rückfahrt machten wir noch im Elbstädtchen Dömitz mit seiner schönen Altstadt halt und besuchten die

Festung Dömitz

http://www.festung-doemitz.de/
http://www.festung-doemitz-museum.de/
„Die Festungsanlage Dömitz, gelegen am mecklenburgischen Elbeufer, ist die besterhaltene Flachlandfestung des 16. Jahrhunderts in Norddeutschland. In der Form eines Fünfecks angelegt und mit Bastionen und Kasematten versehen, zeigt sie die eindrucksvolle Wehrarchitektur der Renaissance.
Zu der Besichtigung des Kommandantenhauses und des Turmes, der Hauptwache, des Zeughauses, des Blockhauses stehen dem Besucher auch die Außenanlagen der Festung zur Verfügung. Auf den Bastionen und in den Kasematten erhält der Besucher einen Überblick über Anlage und Verteidigungssystem der Festung.“
Die Festungsanlage wurde noch bis 1894 militärisch genutzt, allerdings ist zu dieser Zeit die militärische Bedeutung längst vorbei.
Wir waren vom Anblick der gesamten Festungsanlage und erst recht von der Vielfalt der Ausstellungsräume begeistert (Stadtgeschichte, Bedeutung der Elbschifffahrt und der Hafenanlagen für die Stadt Dömitz, eine umfangreiche volkskundliche Abteilung, aber auch moderne Kunst und eine Ausstellung des BUND).
Auch dem prominentesten „Gast“ der Festung – dem Schriftsteller Fritz Reuter, war eine Ausstellung gewidmet.
Schade nur, dass Mitte Juni der Burggraben nicht geflutet war und sich der Rundgang auf dem kurzen Amphibienlehrpfad („Froschpfad“) rund um die Festung nicht lohnte. Doch da auf dem ganzen Festungsgelände noch mächtig gebaut wird und Ausstellungen ständig wechseln, bleibt die Lust auf einen erneuten Besuch.

Das

775-jährige Dömitz

ist ein hübsches kleines Städtchen mit einer ganzen Reihe sehenswerter Gebäude und einer Vielzahl interessanter Details. Der Rundgang durch die Altstadt, umgeben von Elbe, Dove und Elde ist also eine sehr schöne Ergänzung zum Besuch der Festung.
1
4
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
3 Kommentare
11.474
Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 10.07.2015 | 13:11   Melden
6.658
Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 11.07.2015 | 17:25   Melden
1.852
Katrin Koch aus Friedersdorf | 12.07.2015 | 20:46   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.