Roland bewacht das Felsentor

Der Roland von Neustadt im Südharz
  Neustadt/Harz: Der Roland zu Neustadt | Danke für Interesse und lieben Kommentare zu meiner Harzreise; etwas weniger spektakulär geht sie weiter…
Schon bei unserer Anreise am letzten Sonntag wollte ich von Neustadt in die Rüdigsdorfer Schweiz .Aber Sturmtief Herwart und Regen vermasselten das gründlich.
So blieb es mehr ein Besuch der Altstadt von Neustadt am eigentlich romantischen Südhang des Harzes.

1890 wurde Neustadt zum Luftkurort ernannt und befindet sich am Fuße der Burg Hohnstein

Bei unserer Ankunft hatte der Sturm schon gewütet und z. B. den Biergarten neben dem Ratskeller und der St. Georg Kirche umgeworfen. Die überlebensgroße, besterhaltenste Rolandstatue aus dem Jahr 1730 (zum Zeichen der Gerichtsbarkeit der Stadt) musste dem Treiben tatenlos zusehen.

Beim großen Brand von Neustadt, am 10. Sept. 1678, brannte auch die St. Georg Kirche vollständig ab. Alles Inventar einschließlich Orgel und Glocken ging dabei verloren. Etwa 1686 wurde der Wiederaufbau der Kirche in Angriff genommen
Heute erklingt bei Gottesdiensten und Konzerten eine 1876 vollendete Orgel des großen mitteldeutschen Orgelbaumeisters Friedrich Ladegast. Er hatte sie im Auftrag eines reichen Mäzens für die Kirche des kleinen Städtchens Eythra im Süden von Leipzig gebaut, aber Ort und Kirche gibt es heute nicht mehr, sie sind dem Braunkohletagebau zum Opfer gefallen. So kam die kostbare Orgel mit ihren 17 Registern auf zwei Manualen und Pedal nach Neustadt und wurde hier am 1. Sept. 1985 eingeweiht.

Bei Nieselregen, vorbei an schmucken Fachwerkhäusern und dem Evangelisches Fachkrankenhaus für Atemwegserkrankungen (blickt auf eine fast 140 jährige Geschichte zurück), unternahmen wir aber wenigstens einen kurze Wanderung zum Felsentor. Es ist eine markante Porphyrit- Felsformation unweit des Neustädter Grillplatzes. . Das kleine Tal wird durch die umliegenden Felsen so stark verengt, dass der Eindruck eines Tores entsteht. Hier begann früher das Neustädter Steinkohlerevier. Die Besteigung des Aussichtspunkts oberhalb des Felsentores und der Ruine der kleinen Heinrichsburg (welche allerdings nur noch aus ganz wenigen erhaltenen Steinen besteht), hätten wir uns sparen sollen, denn es gab bei dem Wetter nichts zu sehen - dafür aber nass-matschige Schuhe.
Nur zurück zum "Alte Tor" (Es wurde etwa 1450 erbaut und war das Haupttor des "Marktflecken" Neustadt) zeigte sich die Sonne für wenige Minuten.
Gleich neben dem Tor stand auch ehemals das

„Wiegehäuschen“ mit der „Lügenbank“.

Welchen Zusammenhang mag es da wohl immer noch geben (siehe vorletzte Fotos)???

Hier kann (oder konnte?) man Lügen, das sich die Balken…“

Quelle:Neustadt/Harz
Auf der Straße gegenüber war auf einem Plakat auch eine Forderung der Anwohner der Gemeinde „Rüdigsdorf/Günzdorf“ zu lesen, nach keinen weiteren Gips(Berg)werken. Sie wird uns auf den folgenden drei Wanderungen in dieser Karstregion in Erinnerung bleiben…
Weiterführender Link:Abbaugebiet „Rüdigsdorf/Günzdorf“
„Im geplanten Abbaugebiet Rüdigsdorf/Günzdorf hatte Saint-Gobain Formula ursprünglich einen Gipsabbau über Tage geplant. Da es jedoch gerade an diesem Standort technisch möglich und dem Unternehmen ein Miteinander besonders wichtig ist, hat man vor wenigen Jahren entschieden, den Gips im Untertageabbau zu planen. Der Untertageabbau ist besonders schonend für die Umwelt. Der Großteil der Oberfläche bleibt dabei unberührt. Lediglich 0,25 Hektar nimmt die oberirdische Betriebsfläche ein. Das Stollenmundloch, also der Zugang zum Bergwerk, soll im Marktal Richtung Osten gelegt werden. Flora und Fauna werden so kaum beeinflusst. Touristen und Wanderer können hier also weiterhin die Natur genießen.
07. Juni 2016“
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5 Kommentare
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 06.11.2017 | 19:57   Melden
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Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 07.11.2017 | 13:31   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 07.11.2017 | 13:55   Melden
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 07.11.2017 | 15:38   Melden
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Gerd Horenburg aus Aschersleben | 07.11.2017 | 20:27   Melden
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