Internationaler Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“

  Sandersdorf-Brehna: Altes Rathaus |



Der frauenpolitische runde Tisch des Landkreises Anhalt-Bitterfeld „frauen-macht“ rückte am 23. November 2017 den Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ in den Fokus der Öffentlichkeit. Vor dem Rathaus der Stadt Sandersdorf-Brehna versammelten sich nicht nur Vertreterinnen von "frauen-macht", sondern auch Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung und Interessierte.

Bettina Kutz von "frauen-macht" erklärte in ihrer Begrüßungsrede die Bedeutung dieses Gedenktages und stellte den frauenpolitischen runden Tisch des Landkreises Anhalt-Bitterfeld vor. Seit 2005 beteiligt sich dieser mit Aktionen an diesem Tag.

Der Bürgermeister Andy Grabner verwies in seiner Rede auf die Wichtigkeit dieses Tages und widmete sich dem diesjährigen Thema von TERRE DES FEMMES e.V. "Genitalverstümmelung". Im Anschluss wurde die Fahne von Terre des Femmes "Frei leben" gemeinsam gehisst und Luftballons stiegen symbolisch in den Himmel. 

Doch Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Ob Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking, Menschenhandel und Gewalt im Rahmen von Prostitution oder Genitalverstümmelung. Sie beginnt mit der alltäglichen Anmache, mit frauenfeindlicher Sprache, Witzen und Beschimpfungen. Auch wo Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, wenn sie bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um Belästigungen oder Bedrohungen zu entgehen, handelt es sich um eine Form von Gewalt.

Jede vierte Frau im Alter von 16 bis 85 Jahren wurde bereits einmal in ihrem Leben von ihrem Lebensgefährten oder Ex-Lebensgefährten misshandelt. Häusliche Gewalt ist sowohl körperlich als auch seelisch besonders belastend, weil sie zu Hause stattfindet – an einem Ort, der eigentlich Schutz und Geborgenheit vermittelt und von einem Menschen ausgeht, dem man vertraut. Eine wichtige Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen sind Frauenhäuser. Das Frauenhaus Wolfen gibt es seit April 1991. Immer wieder müssen die Mitarbeiterinnen um deren Existenz kämpfen, da es keine 100% gesicherte Förderung gibt. Auch darauf wollen die Akteurinnen von „frauen-macht“ hinweisen.

Der von der UNO seit 1990 offiziell anerkannte Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter vom militärischen Geheimdienst getötet wurden. Sie hatten sich für ein gewaltfreies Leben eingesetzt. Der Mut der Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

Die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ ließ am 25. November 2001 zum ersten Mal die Fahnen wehen, um an diesem Gedenktag ein visuelles Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen. Zu diesem Zweck entwickelte die Organisation eine farbenfrohe Fahne. Die abgebildete Frauenfigur und der Slogan „frei leben – ohne Gewalt“ symbolisieren ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben von Mädchen und Frauen weltweit.

Ein herzliches DANKE an die Stadt Sandersdorf-Brehna, allen voran dem Bürgermeister Andy Grabner, der Stadtsprecherin Julia Waack, allen Mitarbeiter*innen, Vertreterinnen vom Weißen Ring und der Frauen Union Anhalt -Bitterfeld sowie alle Interessierten.
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