Mindestlohn-Altersgrenze nicht förderlich für berufliche Bildung

Die zuständige Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die berufliche Bildung, Uda Heller nennt die Pläne von Arbeitsministerin Nahles zu einer Altersgrenze von 18 Jahren ein falsches Signal für das erfolgreiche System beruflicher Bildung in Deutschland.
Die Pläne, Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung vom Mindestlohn auszunehmen schaden dem dualen System der Berufsausbildung immens“, warnt die Bildungspolitikerin. Frau Nahles‘ Prognose, eine Ausnahmeregelung für Jugendliche bis 18 Jahre würde „niemanden von einer Ausbildung abhalten“, ist empirisch keineswegs belegt. Im Gegenteil weisen Studien des Bundesinstituts für Berufsbildung klar darauf hin, dass deutsche Jugendliche im Bundes-Durchschnitt erst mit über 20 Jahren eine Ausbildung beginnen. Die geplante Regelung öffnet Tür und Tor für Fehlanreize, welche junge Menschen gerade aus schwierigen sozialen Verhältnissen bewegen können, einen unqualifizierten Job mit Mindestlohn statt einer Ausbildungsstelle anzunehmen“, begründet Heller die Vorbehalte aus bildungspolitischer Sicht. „Lohn müssen von qualifizierter Arbeit abhängig sein und nicht vom Alter. Unser Duales Ausbildungssystem ist ein internationaler Exportschlager, den es zu stärken gilt.“
„Vor dem Hintergrund, dass es vor allem für die kleinen und mittelständischen Betriebe – das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – immer schwieriger wird, qualifizierten Nachwuchs zu finden und in der Gruppe der 20 bis 34-jährigen über zwei Millionen Menschen keine Berufsausbildung nachweisen können, ist die geplante Regelung nicht nur fragwürdig sondern schlicht unverantwortlich.“
Der Entwurf des Arbeitsministeriums konterkariert die bisherigen Anstrengungen der Bundesregierung zur Stärkung der beruflichen Bildung“, warnt Heller. Vom geplanten Mindestlohn ausgenommen, sind hier die Ausbildungsentgelte. Auch Pflichtpraktikanten bleiben vom Mindestlohn unbetroffen. Dagegen würde ein freiwilliges Praktikum, welches ebenfalls nur zur Berufsorientierung und nicht zur Lebenserhaltungskostendeckung dienen soll, fälschlicherweise Mindestlohn gezahlt werden müssen. Dieser Entwurf setzt die falschen bildungspolitischen Signale.
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Rudolf Werner aus Wittenberg | 10.04.2014 | 10:31   Melden
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