die 99 schönsten Plätze aus dem Kreis Mansfeld-Südharz - Den Alltag einfach mal links liegen lassen

  Seegebiet Mansfelder Land: Salziger See |

Heimatgefühl gleich vor den Toren der Stadt


Erinnerte ich mich am 29.10.2014 daran, als ich durch die Gemeinde Aseleben fuhr und setzte den rechten Blinker, um Richtung Röblingen abzubiegen. Mein Ziel war der Salzige See.
Oft wird in unserer Region über den Süßen See, gleich neben der B80 gelegen, berichtet. So ist dieser See ein oft gewähltes Ausflugsziel, um im Alltag schnell mal die Seele baumeln zu lassen. Cafés und Restaurants laden hier mit ihren Biergärten zum Verweilen ein. Ein schönes Panorama erledigt den Rest. Wer mit dem Fahrrad den See erkunden möchte, trifft auf einen gut ausgebauten Rundweg.

Ich wollte jedoch etwas anderes. Ich wollte ganz bei mir die Seele baumeln lassen und in der Natur Kraft tanken.
Der Salzige See bietet hier, südöstlich Eislebens gelegen, Gelegenheit.
Als ich aus Aseleben heraus fuhr, konnte ich die Reste des Salzigen Sees erblicken.
Einst führte der See rund 850 ha Wasserfläche, ging jedoch 18921/93 rapide um 300 ha zurück. Er verlor 4 m Wassertiefe allein im Sommer 1893. 30 Mio Kubikmeter Wasser versiegten in freigewordenen unterirdischen Gängen. Wenn man überlegt, dass im frühen Mittelalter die Wasserfläche nur wenig unterbrochen von nah den Toren der Stadt Eisleben aus, bis zu den Langenbogener Teichen reichte, so ist der vom Bergbau verschonte klägliche Rest des Sees eine Winzigkeit.
Der Salzige See musste dem Bergbau weichen und wurde trockengelegt. Seit der Stillegung des Bergbaus in den 1970er Jahren stieg das Grundwasser allmählich wieder an und erreichte ab 1985 das Niveau des tiefsten Bereiches des ehemaligen Seebodens. Die vernässten Bereiche haben zu einzelnen Seeflächen geführt, die heute ca 15 % der ehemaligen Seefläche bedecken.
Zwischen Aseleben und Röblingen kann man sich entscheiden, an 3 einzelnen, kleinen Seen zu verweilen.
Auf Gastronomie muss der Besucher hier verzichten, denn es handelt sich um ein Naturschutzgebiet. Nachdem ich den Höckerschwänen am Gewässer kurz vor den Toren Röblingens einen Besuch abstattete, entschied ich mich, einem dicht bewachsenen Teil näher in Augenschein zu nehmen.
Bei Temperaturen von 4 Grad, aber Sonne satt, begann ich meine Wanderung. Bereits nach wenigen Schritten hatten sich winterliche Vorboten in Form von Reif auf meinen Wanderschuhen gelegt.
Auf einigen kleinen Weiden empfingen mich Schafe, Ziegen und imposante Rinder.
Der Seeteil selbst ist dich von Schilf umwachsen, so dass man nur an einigen Stellen einen direkten Blick auf den See erhält. Das ist aber nicht wichtig, denn mit aufmerksamen Blick wird die Wanderung zu einer sehr interessanten Erfahrung.
Ich bekam noch einige Schönheiten der Vogelwelt vor die Kamera und bin mir sicher, diesen Weg im Frühjahr noch einmal zu nutzen, um die gezogenen Vögel mit der Kamera einfangen zu können.
Wer denkt, den Seeteil in gerader Linie umrunden zu können, der sollte das Unternehmen lieber nicht beginnen, denn durch angelegte Flutungsgräben sind einige Umwege in Kauf zu nehmen. Das störte mich in der morgendlichen Sonne nicht.
Unterwegs kam in mir so eine Art Heimatgefühl auf. Ich verbrachte einige Stunden in der puren Natur, gleich vor den Toren meiner Heimatstadt und fuhr danach zufrieden, ein wenig geschafft und mit einer Portion Bildmaterial nach Hause.
Das ist für mich Seele baumeln lassen in der Heimat.
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