Historischer Kalkofen im Glasebacher Tal gesichert

Straßberg: Straßberg | Die bewusste Verarbeitung von Kalkstein zu einem vielseitigen Baustoff bzw. zu Düngemittel gehören zu den ältesten und bis heute bedeutendsten technischen Herstellungsverfahren der Menschheit. Bereits im Altertum war die Technik des Kalkbrennens weit verbreitet. Als Brennstoff wurde ursprünglich Holz oder Kohle eingesetzt. Die ersten Brenneinrichtungen waren sogenannte Meiler, während später einfache Feldöfen ohne oder mit Ummauerung eingesetzt wurden.

Im 18. und 19. Jahrhundert standen zwei Kalköfen im Glasebacher Tal, die mit Hilfe von Dr. Christoph Bieberstein als sogenannte Harzer Öfen identifiziert werden konnten.

Ein solcher historischer Kalkbrennofen wurde im letzten Jahr liebevoll von ehrenamtlichen Helfern des Ortes Straßberg in dem Glasebacher Tal aufgearbeitet. Dieser Brennofen war unmittelbar an einem Kalksteinbruch errichtet. Die Kalksteine wurden in den Ofen in Form eines Gewölbes eingesetzt, das den Ofen vollständig ausgefüllt hat. Oftmals wurde der Ofen am Ende mit Lehm abgedeckt. Es wurde von unten ein Holzfeuer gelegt, das solange erhalten wurde, bis alle Kalksteine durchgebrannt waren. Der hier gebrannte Kalk fand seine Verwendung in der Verhüttung des aus den Gruben geförderten Eisenerzes, im bäuerlichen Eigenbedarf sowie im Hausgebrauch. Bei den Restaurationsarbeiten wurde auch eine Ausmauerung am Mundloch eines Wasserlösungsstollen in der Region gefunden. Die Betriebszeit des Kalkbrennofen endete vor ca. 100 Jahren.

Ab dem 1.4. startet die Saison der Grube Glasebach. Hier werden Ihnen gern weitere Fragen zum frei zugänglichen Kalkofen beantwortet.
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