Wolfsdenkmal im Stollberger Forst

Südharz: Stollberg | Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Jahr für Jahr erobert Meister Isegrim langsam auf leisen Pfoten seinen alten Lebensraum in Deutschland zurück. Vor circa fünfzehn Jahren ließ sich der erste Familienverband der Familie Wolf in der Lausitz nieder. Es ist nicht auszuschließen, dass die überwiegend grauen Heimlichtuer versuchen an die Harzwälder heranzuschleichen. Immerhin kann der Canis lupus etliche Kilometer in einer Nacht laufen. Für unser Mittelgebirge gibt es noch keine gesicherten Wolfsnachweise. Der Harz gilt unter Experten als »Wolfserwartungsland«. Für den Lupus scheint es problematisch, dass der Harz relativ dicht besiedelt ist. Allerdings ist das Nahrungsangebot üppig und attraktiv. Tagsüber ruht ein Wolfsrudel gerne im dunklen Unterholz. Während der Nacht wird der Verband aktiv. Schon im Mittelalter wurde es eng für den Wolf. Die Menschen hatten große Angst um Wild- und Viehbestände. Auf den Wanderwegen durch die Laubwälder im Stollberger Forst bei Dietersdorf, steht nahe dem ehemaligen Jagdschloss Schwiederschwende, ein Gedenkstein, das an den letzten Wolf erinnert. Genau an diesem Ort wurde er erlegt. Eine in Stein geschlagene Figur eines liegenden Wolfes ziert das Denkmal. Der Zustand ist bedauernswert. Das Antlitz des Tieres wurde mehrmals zerstört. Nur mit viel Fantasie ist ein Wolfsgesicht zu erkennen. Folgenden Spruch findet der interessierte Wanderer auf der Rückseite des Gesteins: "Unter der Regierung des Grafen Jost Christian zu Stolberg-Roßla wurde im Monat Januar 1724 der letzte Wolf allhier erlegt." Der, im Jahre 1824, erbaute steinerne Wegweiser zeigt gleichzeitig die Entfernungen zu nahen Dörfern in Stunden an. Wünschen wir uns eine möglichst konfliktfreie Nachbarschaft mit dem Canis lupus.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 26.08.2015
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