Eine Ära geht zu Ende

Der Bundesminister der Verteidigung Karl-Theodor zu Guttenberg zeichnet am 30.11.2010 zeichnet die vielen- zum Gro§teil ehrenamtlichen Helfer aus, die sich um die Familienbetreuung besonders verdient gemacht haben.
 
Eine FBZ-Veranstaltung, gemeinsam mit einem früheren Leiter des FBZ Leipzig

Beendigung meiner Zeit als Reservist der Bundeswehr


In weniger als sieben Monaten werde ich mein 65. Lebensjahr vollenden. Eine Zahl, die eng mit meinem lebenslangen Berufsbild als Soldat in zwei Armeen, der ehemaligen Nationalen Volksarmee (NVA) und der Bundeswehr, verbunden sein wird.
Dabei bin ich bereits seit mehr als elf Jahren kein aktiver Soldat mehr, denn am 28. Februar 2006 wurde ich, nach Erreichung der besonderen Altersgrenze in der Bundeswehr, in den Ruhestand versetzt.
Aber wie viele Bekannte, Freunde und Kameraden zu mir sagten, Du kannst es nicht lassen, begann am 01. Juli 2006 meine „zweite“ Zeit als Soldat der Bundeswehr, jetzt aber im Reservistenstatus.

Reservist im Familienbetreuungszentrum Leipzig


Hier bekam ich die Chance einer äußerst interessanten und öffentlichkeitsnahen Tätigkeit nachgehen zu können, im Familienbetreuungszentrum (FBZ) Leipzig, die ich nun, nach elf Jahren, ebenfalls beenden werde.
Als Leiter bzw. stellvertretender Leiter des FBZ Leipzig konnte ich viele neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln und wo es mir ein Herzensbedürfnis war, für die Angehörigen, der im Auslandseinsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten, da sein zu können. Ich erinnere mich sehr gern an die leuchtenden Augen der Angehörigen, wenn wir per Video-Live-Schaltung die Verbindung zu ihren Lieben, die tausende Kilometer entfernt im Kosovo oder Afghanistan ihren Dienst versahen, herstellen konnten. In der heutigen schnelllebigen Zeit, wo eine Verbindung über die sozialen Medien bzw. Skype schneller geht, erscheint das damalige Vorgehen bereits schon antiquiert.

Veranstaltungen im FBZ Leipzig


Viele Veranstaltungen, manchmal nur informeller Natur oder auch mit den Angehörigen im Zoo Leipzig, in Belantis, beim Oberbürgermeister der Stadt Leipzig oder auch bei RB Leipzig konnte ich in ihrer Durchfürbarkeit begleiten bzw. selbst leiten. Ich musste aber auch eine andere Seite kennen lernen und akzeptieren, eine traurige. Erreichte uns wieder einmal eine Nachricht von einem Anschlag aus dem Einsatzland, die Verwundung bzw. Tod nach sich zog, dann war Einfühlungsvermögen gefragt, dass auch uns als Agierende in keinster Weise unbeeindruckt ließ.

Öffentliche Wahrnehmung der Arbeit in der Familienbetreuung

Das öffentliche Interesse an der Arbeit in der Familienbetreuung hat sich auch dadurch stetig entwickelt. Gern erinnere ich mich an die persönlichen Einladungen der früheren Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg und Thomas de Maiziere, worüber ich auch Fotodokumente besitze. Auch nicht alltäglich ist, dass man als Reservist das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen bekommt. Diese Ehrung erfuhr ich im Jahr 2013.

Letzter Reservistendienst


Ich befinde mich gerade im Zeitraum meines „letzten“ Reservistendienstes oder wie man früher kurz sagte, einer Wehrübung, der am 21. Juli enden wird. Dieses Jahr ist kein weiterer Einsatz mehr geplant. Das Reservistengesetz schreibt vor, dass Reservisten, die sich freiwillig verpflichtet haben, ehrenamtlich eine Funktion in der Reserveorganisation der Bundeswehr wahrzunehmen, können längstens bis zum Ablauf des Monats, in dem sie das 65. Lebensjahr vollenden, in ein Wehrdienstverhältnis nach diesem Gesetz (Reservewehrdienstverhältnis) berufen werden können.

Persönliche Gedanken zur aktuellen Lage in der Bundeswehr


Das meine ich damit, wenn ich die Überschrift verwende, eine Ära geht zu Ende.
Trotzdem beende ich diese Zeit mit einem lachenden Auge. Zu viel Entwicklungen und Entscheidungen, begonnen bei der jetzigen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyhen mit ihren Kriseninterventionen, die nicht meine Zustimmung erfahren, lassen mich zu dem Schluss kommen, dass es gut ist, dass ich künftig keine Bundeswehruniform mehr tragen werde. Hier geht es mir besonders um die gezogenen Konsequenzen aus den „angeblichen“ Vorfällen im Bundeswehrstandort Pfullendorf (Durchführung sadistischer Rituale), wo in völlig überzogener Weise hochdekorierte Bundeswehrangehörige, als Beispiel möchte ich hier Generalmajor Spindler nennen, den ich aus meiner Leipziger Reservistenzeit kenne, ihren Hut nehmen mussten, obwohl die Staatsanwaltschaft Hechingen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ablehnte. Oder auch die überzogene Aufarbeitung von Tradition aus der früheren Wehrmacht, nach Bekanntwerden des Falles Oberleutnant Franco A.
Eine Entwicklung, die mir nicht unbekannt ist, habe ich sie doch persönlich auch erfahren müssen, hinsichtlich meiner Armeezeit in der früheren NVA. Hier heißt es immer noch: “gedient in fremden Streitkräften“ und bei der Anerkennung der Jahre muss ich empfindliche finanzielle Einbußen hinnehmen.

Resümee


Trotzdem ziehe ich ein positives Fazit. Ich konnte in beiden Armeen, der NVA und der Bundeswehr, den für mich höchstmöglichen Dienstgrad erreichen, in der NVA den Stabsoberfähnrich und in der Bundeswehr den Oberstabsfeldwebel.
Kameradschaft, Loyalität, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit sind Tugenden auf die ich, aus dieser Zeit stolz, bin.
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