Gala der Tischtenniskunst in der Landesliga

Zuschauerunterstützung
 
Volker Jänsch und Lukas Berger
 
Maik Hoffmann und Steve Jänsch
Zuerst gratuliert die SG Eisdorf dem Staffelsieger und Aufsteiger in die Verbandsliga Sachsen-Anhalt, der SG Aufbau Schwerz, sportlich fair nach ihrem 9:6-Erfolg.
Alle Erwartungen im Vorfeld an dieses Spitzenspiel wurden in jeder Hinsicht erfüllt und das nicht nur vom Sieger Schwerz, sondern von beiden Mannschaften.
Beinahe hätten aber die vorbereiteten blauen Aufstiegs-T-Shirts von Schwerz in der Kiste verbleiben müssen, dafür wäre aber auch eine Portion Glück für Eisdorf erforderlich gewesen. Aber leider hielt sich Fortuna heute fast nur auf Schwerzer Seite auf.
Die zahlreichen Zuschauer, sowohl aus Schwerz und auch aus Eisdorf, für die extra Sitzreihen aufgestellt worden waren, erlebten eine Begegnung auf Augenhöhe und beklatschten fast jede Aktion der entsprechenden Akteure.

Lukas Berger und sein Verein


Bevor ich zu den Details komme muß ich hier unbedingt noch den jüngsten Akteur der Eisdorfer Mannschaft, Lukas Berger, zitieren. Bereits im Vorfeld der Begegnung mit Schwerz veröffentlichte er im Eisdorf-Chat ein Bekenntnis zu seinem Verein, dass er nicht für sich auf Punktejagd gehen wird, sondern für seinen Verein, die SG Eisdorf. und auch nach Ende der Begegnung bedankte er sich bei Allen, die dabei waren und mitgefiebert hatten und das das wirklich Spitze war, eigentlich richtig einmalig. Er brachte zum Ausdruck, dass Jeder alles gegeben hatte zu was er fähig war, auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hatte. Deshalb brauche Niemand traurig und geknickt sein.
Ich kann hier antworten, Lukas, wir sind nicht traurig und wir sind stolz auf Dich und auf Euch und angesichts eines solchen Mannschaftszusammenhaltes ist mir und uns Allen nicht bange für die Zukunft dieser Mannschaft, egal, was vielleicht in dieser Saison noch möglich sein könnte.

Glück war mehr auf Schwerzer Seite


Viele sehr sehr knappe Ergebnisse sprechen dafür eine klare Sprache, aber im Sport kann es immer nur einen Gewinner geben. Bei Zeitdisziplinen siegt der Schnellste, bei Punktdisziplinen gewinnt der mit den meisten Punkten und beim Tischtennis ist die magische Zahl eben 11 Punkte bzw. muss der Sieger zwei Punkte mehr errungen haben als der Gegner. Und da reichen keine zwei überragenden Sätze, wenn der Gegner vielleicht mit Glück drei gewonnen hat oder auch nicht überlegen geführte Sätze bis zum achten oder neunten Punkt, wenn dann der finale Punkt nicht gelingen will oder auch manchmal übereilt versucht wird mit Macht den Punkt zu machen.
Winzige Nuancen über Sieg und Niederlage haben heute den Ausschlag gegeben.
Aber der Reihe nach.

Die Doppelspiele


Aus taktischen Überlegungen heraus wurden die Doppel umbesetzt, aber würde das etwas bringen.
Im ersten Doppel waren Volker Jänsch und Lukas Berger zwei Sätze lang absolut chancenlos gegen Pascal Stumm und Thomas Schumann, um plötzlich den dritten Satz von Beginn an selbst zu bestimmen und bis zum 9:8 auch immer in Führung zu liegen. Leider kam es dann 10:10 und auch der Satzball beim 12:11 konnte nicht zum Satzerfolg verwertet werden. Über das 13:13 ließen sich dann zwei Punkte später Stumm und Schumann als Sieger feiern.
Besser lief es bei Maik Hoffmann und Steve Jänsch, die ihrerseits mit 3:0 gegen Christian Kühne und Daniel Newe brillierten.
Wer würde jetzt mit einem Vorteil in den Beginn der Einzelspiele gehen. Eisdorf schickte Marco Balzarek und Benjamin Lindenstrauß ins Rennen und bis zum 2:2 konnten sie das Duell offen halten und sich ihre Chance auf einen Erfolg erhalten.
Im fünften Satz wechselten sie beim Stand von 3:5 die Seiten und kamen dann mit drei in Folge errungenen Punkten so gar in Front. Aber ein späterer Aufschlagfehler sowie mehrere technische Unzulänglichkeiten brachten David Meyer und Stefan Nowak in Vorteil, den sie letztlich zum 11:8 nutzten und damit hieß es 2:1 für die Mannschaft aus Schwerz.

Einzelspiele


Volker Jänsch hatte leider heute nicht seinen besten Tag erwischt und vermochte Christian Kühne nur im dritten Satz etwas zu ärgern, nachdem die ersten zwei Sätze mit 4:11 und 5:11 klar weggingen. Aber zu mehr, als bis zum 10:10 das Spiel immer ausgeglichen zu halten reichte es auch nicht, so dass beim angesprochenen fehlendem Glück das 10:12 nur folgerichtig war.
Pascal Stumm konnte einmal mehr beweisen, wieso er die Nr. 1 bei Schwerz ist. Maik Hoffmann überraschte er immer wieder mit gekonnten Seitenwechsel gegen die Laufrichtung. Dennoch hatte auch Maik seine Minuten, wo er Stumm beeindrucken konnte, so wusste der im zweiten Satz nicht, wie ihm geschah, als er 0:8 im Hintertreffen lag und Maik schließlich 11:5 gewinnen konnte. Der 3. Satz hatte wieder keinen richtigen Sieger verdient, weil totale Ausgeglichenheit vorherrschte, aber ich lasse das jetzt mit dem Glück, natürlich Schwerz mit 11:9 diesen Satz gewann. In den vierten Satz mit 0:3 schwer reingekommen stemmte sich Maik gegen eine mögliche Niederlage und war plötzlich beim Stand von 11:10 mit einem weiteren Punkt in der Lage diesen Satz für sich zu entscheiden und das Spiel weiter offen zu halten. Stattdessen machte Stumm mit taktischer Übersicht und etwas Glück drei Punkte und es stand 11:13 und in der Gesamtwertung 4:1 für Schwerz.
David Meyer machte dann zwei Sätze lang mit Marco Balzarek was er wollte. Zweimal 11:3 sprechen da eine klare Sprache. Aber welche Veränderung im dritten Satz. Wir sahen einen Marco, der den Eindruck vermittelte gerade eine Frischzellenkur erhalten zu haben. Wie die Feuerwehr setzte er Meyer unter Druck und gewann über 6:4 und 10:7 mit 11:8. Und plötzlich muss sich Meyer, wie im falschen Film vorgekommen sein, denn Marco Balzarek führte im vierten Satz mit 8:2. Aber nicht der schnelle Satzgewinn folgte, nein Punkt für Punkt für Meyer folgte bis zum 10:10. Mit Glück gelang der 12:10 Satzgewinn, aber es stand 2:2.
Mit unbedingtem Willen zum Sieg ging Marco in den Entscheidungssatz. Aber beim Stand von 6:5 streute der Gegner Sand in das Getriebe von Marco und da waren sie wieder die kleinen Fehler, die Meyer wieder an sich glauben ließen und die man sich im 5. Satz gegen einen Schwerzer Gegner nicht erlauben sollte. Schade, ganz stark gekämpft, aber nicht das 2:4, sondern das 1:5.

Dir jungen Wilden


Aussichtslos, bei weitem nicht, denn jetzt kamen sie wieder, die jungen Wilden.
Steve Jänsch brauchte erstmal den ersten Satz, um sich auf das Spiel von Thomas Schumann einzustellen, aber dann war er in der Spur. Unglücklich musste er Schumann noch einmal den Vorteil zugestehen, aber dann kamen die starken Sätze 4 und 5 von Steve, wo man die Anspannung von ihm nicht nur fühlen, sondern auch hören konnte. Ähnlich wie beim großen Tennis kam es bei ihm zu Lautäußerungen durch besonders expressives Atmen im Moment des Ballkontaktes als Teil der Atemkontrolle, die zur optimalen Energieübertragung notwendig ist. Bei Topspin-Schlägen bezeichnet man diese, vom Akteur manchmal gar nicht wahrgenommene Lautäußerung als "Grunting". Steve Jänsch wurde mit dieser Art der Konzentration jedenfalls 3:2-Sieger.
Benjamin Lindenstrauß gegen Daniel Newe. Ein absolutes Klassespiel, von Beiden wohlgemerkt. Ein ganz starker Bennie beeindruckte mit starkem Angriffsspiel und sein Gegner holte die ungewöhnlichsten Bälle aus allen Bereichen seines Spielfeldes und brachte diese auch noch auf den Tisch zurück, konnte aber trotzdem den 3:1-Sieg von Benjamin Lindenstrauß nicht verhindern.
Und Einen hatten wir ja noch, Lukas Berger. Er machte das wahr, was er im Vorfeld versprochen hatte, er kämpfte für die Mannschaft, er kämpfte für den Verein, denn ein Sieg von ihm und Eisdorf hätte mit 4:5 wieder den Anschluss herstellen können.
Lukas gestaltete mit dem Sieg im vierten Satz das Duell zum 2:2 wieder offen und nun wollte er auch den Sieg. Bei 5:3 wechselte er noch einmal die Seiten und beim Stand von 10:7 schien der Sieg nahe, aber weder das 10:9 oder das 11:10 konnte er zum Matchball nutzen. Zur Nervosität gesellte sich nun auch noch Pech, denn nach einer Kante mit dem eigenen Schläger, konnte Stefan Nowak mit einem Kantenball am Tisch das Spiel mit 13:11 gewinnen und Schwerz führte 6:3.
Um so mehr freute es mich persönlich, dass Lukas in seinem zweiten Einzeleinsatz klarer 3:0-Sieger gegen Daniel Newe wurde.
Zuvor hatten noch Steve Jänsch und nach Lukas auch noch einmal Bennie für Eisdorf punkten können, so dass noch ein 6:9 zu Stande kam und die Mannschaft hoch erhobenen Hauptes den Schwerzer Schafstall verlassen konnte.

Resümee


Egal Jungs, ihr habt eine sensationelle Saison gespielt und nehmen wir die Möglichkeit über die Relegation eventuell Schwerz in die Verbandsliga folgen zu können als eine weitere Chance der Profilierung der Mannschaft.
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