Gerettete Weihnachten

Es war ein paar Tage vor Weihnachten in der Zeit, als es die DDR noch gab. Ich war noch nicht dazu gekommen einen Weihnachsbaum zu besorgen. Es war höchste Zeit. Ab 14.00 Uhr wurden die Weihnachtsbäume zu den Verkaufsplätzen angefahren. Um diese Zeit musste ich natürlich noch arbeiten. Nach Feierabend konnte man mit keinen halbwegs vernünftigen Baum mehr rechnen. Im Sozialismus lies sich meist ein Weg finden wärend der Arbeitszeit mal schnell was zu organisieren. Kurz vor 14.00 Uhr war ich auf den Verkaufsplatz. Der Platz war voller Menschen. Nach einer halben Stunde Verspätung kam endlich der LKW mit den Bäumen. Mit dem Abladen wurde sofort begonnen. Von einem normalen Abladen der Bäume konnte keine Reede sein. Die Bäume wurden auf die Leute herabgeworfen, da der LKW völlig von den Menschenmassen eingekesselt war.Es begann ein chaotisches greifen, zerren und streiten nach den begehrten Bäumen. Mit leichten Kampfspuren aber glücklich verliessen die ersten Baumbesitzer den Platz. Ich konnte nach einiger Zeit einen halbwegs vernünftigen Baum ergattern. Es brauchten höchsten 1 oder 2 Zweige in die Baumlücken eingebohrt werden. Einen zweiten Baum für meine 70 jährige Großmutter zu bekommen war nicht möglich. Als ich Großmutter erzählte das ich für sie keinen Baum hatte, sagte sie mir : " Eck hebbe nie Wienachten ohne Boom verbrocht ". Dies traf mich sehr. Heiligabend nach der Kirche zog ich meinen jüngeren Bruder zur Seite und sagte ihm das wir noch einen Baum schlagen mussen. Mit Sack, Beil und Taschenlampe gings in den Wald. Die Angst ging mit uns. Als wir mit dem Baum zu später Stunde bei Großmutter auftauchten strahlte ihr Gesicht.
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