Ausblick in die Tierwelt: Was alles im Alpaka steckt

(Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de)
Das Alpaka ist wahrlich ein außergewöhnliches Tier, das eigentlich aus den Anden in Südamerika stammt, inzwischen aber auch in unseren Breiten vielerorts heimisch geworden ist. Nicht nur für ihre exzellente Wolle und ihr haustierähnlich freundliches Wesen wird die Kamelform geliebt und gezüchtet. Auf Bauernhöfen, in Tierparks oder Zoos oder einfach zum privaten Vergnügen, der Anblick eines Alpakas ist hier in Deutschland inzwischen kein unnatürlicher mehr. Die Pflanzenfresser fühlen sich in der Herde am wohlsten. Einmal im Jahr können sie geschoren werden, wobei sich die Wolle phantastisch zu warmer Kleidung oder kuschligen Decken verarbeiten lässt.

Alpakas für die Forschung


Tatsächlich führt die Nützlichkeit der Alpakas aber noch weit über die Grenzen ihrer Wolle und ihres friedlichen Charakters hinaus, wie jetzt das Max-Planck Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen beweist. So sollen nun ein paar Alpakas dem Institut dabei helfen, spezielle Antikörper zu erzeugen. Damit verspricht man sich neue Einblicke in molekulare Strukturen und Prozesse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren verfügen die Alpakas, neben anderen Kamelarten, über die Eigenschaft, nicht nur ganz normale Antikörper zu produzieren, sondern zusätzlich eine spezielle Variante. Die Molekularbiologie könnte durch diese Antikörper ganz andere Einsatzmöglichkeiten für sich erschließen.

Die besonderen Antikörper


Im Gegensatz zu den für andere Säugetiere üblichen Antikörpern, sind die des Alpakas besonders klein, leicht und weniger komplex. Ihnen fehlt die leichte Proteinkette, die neben einer schweren Kette für andere Antikörper normal ist. Bei den Alpakas existiert tatsächlich nur die schwere Kette und die Forscher des Instituts versprechen sich dadurch die Möglichkeit, die Antikörper mit Hilfe von molekularbiologischen Verfahren zu so genannten „Nanobodies“ zu verkleinern. Dadurch, dass man so das im Interesse stehende Eiweiß in den Zellen präziser lokalisieren kann, könnten die Biochemiker besser herausfinden, wie Transportprozesse in der Zelle ablaufen, beziehungsweise wie Kernporen und Kern der Zelle gebildet werden.

Kein Fall von Tierquälerei


Bevor Tierschützer dem Göttinger Institut aufs Dach steigen und sie der Tierquälerei durch Tierversuche bezichtigen, erklärt das Institut ganz deutlich, dass die Alpakas nur dann und wann zum Blutabnehmen gebraucht werden. Ansonsten darf die sechsköpfige Herde in einem 7000 Quadratmeter großen Gehege tun und lassen, was sie will. Die Sympathieträger, die nun auch der Forschung dienen sollen, sind also tatsächlich zu sehr viel mehr zu gebrauchen, als nur dazu, ihre wunderbare Wolle zu spenden und sich streicheln zu lassen. Und die beiden Möglichkeiten entgehen den Alpakas neben ihrem Forschungseinsatz natürlich ebenfalls nicht.

Quellen:
- www.wikipedia.org/wiki/Alpaka_(Kamel)
- www.hna.de/lokales/goettingen/goettingen-alpakas-helfen-molekularforschern-antikoerper-herstellung-3201852.html

Fotoquelle: Katharina Wieland Müller / pixelio.de
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