Eine Wanderung auf dem Harzer Klosterwanderweg

Der Klosterwanderweg ist unter diesen Zeichen ausgeschildert
 
Kloster Wendhusen

Eine Wanderung auf den " Harzer Klosterwanderweg "
Seit kurzer Zeit gibt es den Harzer Klosterwanderweg. Er ist 67 km lang und führt von Thale nach Goslar. Man kommt an 9 Klöstern und 15 Engelsbänken die mit Sprüchen und QR-Codes versehen sind, vorbei.

Da einst Klöster die geistigen und wirtschaftlichen Zentren des Deutschen Reichs waren und Pilgerwandern wieder aktuell ist, entschloss ich mich diese Wanderung zu machen (Juli 2017). An den Klosterzielen wurden rote Stempelkästen (nicht die grünen der Harzer Wandernadel) aufgestellt. Wer also möchte, kann mit einem Stempelheft (Touristinformation) bei den Stationen abstempeln, um dann das spezielle Wanderabzeichen zu bekommen. Startpunkt war das Kloster Wendhusen in Thale (Mi-So 14 - 17 Uhr geöffnet). Der Stempelkasten befindet sich an der Aussenmauer neben dem Eingang. Wendhusen ist das Älteste Kloster in Sachsen-Anhalt (seit 825). Ab 1540 wurde es Rittergut.Von Wendhusen geht es am Hessi-Denkmal vorbei durch die ganze Stadt über Benneckenrode , dem ehemaligen Forsthaus Eggerode, Timmenrode hin zu den drei Zinnen des " Hamburger Wappen ", ein markanter Punkt der Teufelsmauer. Hier ist auch eine grosse Höhle mit etlichen seltsamen Zeichen unter dem Sand im Fussboden. Ein interessanter Ort, wo sich oft Mystiker treffen. Hier kann man auch gut rasten und den weiten Ausblick in den Vorharz geniessen. Der südliche Hangweg der Teufelsmauer führt uns bequem nach Blankenburg. Wer trittsicher ist und es etwas abenteuerlich liebt empfehle ich den felsigen Kammweg mit herrlichen Ausblicken und seltsamen Felsgebilden. Er verläuft parrallel zum Hangweg und trifft am Grossvaterfelsen wieder auf diesen. Es geht nun in Blankenburg hinein vorbei am kleinen Schloss mit dem herrlichen Terrassengarten dann zum Berggarten mit den schönen Ausblick auf Blankenburg hin zur Bergkirche ST. Bartholoäus (täglich geöffnet). Sie war bis zum Bauernkrieg eine Klosterkirche. Weiter geht es zum Kloster Michaelstein.

Das ehemalige Zisterzienserkloster mit seiner Klausur, Kreuzgang, Refektorium, Kapitelsaal sowie dem Klostergarten ist sehenswert. An den Klosterteichen mit seinen reichen Zuchtfischbestand kann man gut sitzen und den frisch gefangenen Fisch essen oder im Laden kaufen. Weiter geht es durch das markante Turmhaus den Wegweiser nach. Der Klosterwanderweg ist hier gleichzeitig ein Geologischer Wanderweg mit vielen Info - Tafeln. Wir erreichen das Naturschutzgebiet Ziegenberg bei Heimburg.Hier geht es auf einen zweispurigen Betonweg südlich am Berg entlang. (Tipp: parrallel auf dem Kammweg gehen). In Benzingerode geht es rechts an der Kirche vorbei zum Austberg mit dem aufwendig restaurierten Austbergturm (offen). Er war eins ein Signalturm der Regensteiner Grafen. Ein imposanter Rundumblick belohnt den Aufstieg. Über Wolfsholz geht es nach Wernigerode. Dort vorbei am Marstall und Lustgarten zum Zentrum. Über das Westerntor geht es Richtung Hasserode und dann bergauf zum ehemaligen Kloster Himmelpforte. Es wurde 1253 erbaut und im Bauernkrieg zerstört. Das Kloster war einst eine beliebte Wallfahrtsstätte, besonders zu Himmelfahrt. Am nahegelegenden Lutherstein wird dieser Brauch durch einen Gottesdienst am Himmelsfahrtstag wieder aufgenommen. Ein Stück weiter stehen wir vor der Wasserscheide von Weser und Elbe. Nun geht es bergab zum Kloster Drübeck. Es wurde umfassend restauriert. Dort gibt es ein Cafe mit Klosterladen, Kräutergarten, Äptissinnengarten, Stiftsgarten, Haus der Stille sowie die 960 erstmals erwähnte Klosterkirche mit Krypta. Auf angenehmem Weg geht es von hier durch den Wald nach Kloster Ilsenburg (955 erste Erwähnung). Klausur und Kreuzgang sind leider nicht mehr vorhanden. Am idyllischen Forellenteich in Ilsenburg rechts neben dem Landhaus "Zu den roten Forellen"steht ein sogenannter "Pipenpal". So wurden früher bestimmte Wasserstellen in plattdeutsch genannt. Etwas weiter am See entlang treffen wir auf eine Würfelsonnenuhr. Sie wurde um 1800 in Ilsenburg gegossen.

Durch die Kastanienallee geht es Richtung Eckerkrug. Am Grenzfluss Ecker entlang, vorbei an mehreren Grenzsteinen, kommen wir nach Stapelburg. Hier steht das " Denkmal der Maueröffnung". Hinter dem Ort Abbenrode steht eine riesige verrostete Stahlplatte. Es soll ein Grenzdenkmal "Auflösung Eiserner Vorhang" darstellen (von dieser Eisenplatte gibt es auf 3 km Länge 10 Stahlplatten). Hinter der Brücke der Einheit steht eine schöne ca 2 m hohe alte DDR-Grenzsäule. Weiter geht es über Graswege und Feldwege Richtung Wiedelah und weiter zum Kloster Wöltingerode. Hier gibt es eine weithin bekannte Klosterbrennerei. Auf dem Klostergelände ist ein interessaner Erlebnisweg eingerichtet. Auch ein Hofladen ist vorhanden. 1809 wurde das Kloster aufgehoben. Über den Ort Immenrode geht es nun zum Klostergut Grauhof mit seiner Barockkirche (nur So 15-17 Uhr geöffnet). Von dort ist es nicht weit bis Goslar. Durch Goslar sind es 4 km bis ins Zentrum zur Neuwerkkirche (gegenüber Achtermann) aus dem 12 Jahrhundert. Die ehemalige Klosterkirche hat jeden Tag geöffnet (Mittags von 12 - 14.30 ist aber zu).
Fazit : Ein sehr interessanter und abwechslungsreicher Weg.Die Strecke ist von der Länge gerade gut,man trifft viele Leute und man lernt vieles Neue kennen was ich noch nicht kannte. Es schien so, als ob der Weg von Goslar nach Thale besser ausgeschildert ist als umgekehrt.
Helmut Zeitzmann
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
1 Kommentar
MZ - BürgerReporter aus Halle (Saale) | 06.09.2017 | 10:11   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.