Historische Berufe

Thale: Friedrichsbrunn | Wer das Ski-und Heimatmuseum in Friedrichsbrunn besucht, dem begegnen klingende Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnungen, die man heute nicht mehr kennt. Ein Großteil unserer Familiennamen leiten sich von Tätigkeiten, Berufsbezeichnungen, Werkzeugen und Erzeugnissen ab. In dem Kolonistenort Friedrichsbrunnn war jede Familie für ihr eigenes Leben verantwortlich. Die handwerklich begabten Einwohner fertigten benötigte Gegenstände selbst. Da kaum ein Hausstand teure Geräte zur Verarbeitung von schwierigen Materialien besaß, bestanden die Gerätschaften überwiegend aus Holz oder Metall.
Zu den ersten Kolonisten (1777) im Ort zählte der Rotgießer Georg Ehrenfried John aus Roßla. Kupfer und Zinn, sein Handwerkszeug, aus denen er Legierungen für verschiedene Gussarbeiten herstellte. Zu den Arbeiten gehörten Leuchter, Inschriften auf Grabplatten, Taufbecken. Heute würde Herr John als Schwermetallgießer arbeiten. Aus Gernrode stammte der Blattmacher Johann Andreas Schrader . Er stellte Webstuhlblätter aus Rohr oder Eisendraht her. Damit das Tuch gefestigt wird, schlägt nach jedem Schusseintrag ein Webblatt / Webkamm den neu eingelegten Schuss an das Gewebe an. Der Suhler Berufskollege, Martin Hesse ging der Tätigkeit des Leinewebers nach. Die mehr als hundertjährige Tradition endete im Jahre 1890. Friedrich Wilhelm Kühling aus Hainrode bewirtete Gäste gerne im Krug und konnte mit Krügen gut umgehen. Um einen Krug zu betreiben und die Berufsbezeichnung Krüger zu führen, benötigte er eine „Kruggerechtigkeit“ von dem Grundherren. Der Strumpfstricker, der Strümpfe mit gezwirnter Wolle, Baumwolle oder Leinengarn auf einer Maschine oder einem Strumpfwirkerstuhl wirkte, hieß Martin Bickert aus Rieder. Der Braunschweiger Christian Heinrich Benholtz, der Altenbraker Anton Steffen waren als Köhler nicht sehr erfolgreich. Sie kohlten zwar in der Ortsumgebung, aber es gab nur einen geringen Holzkohlebedarf im Ort. Der historische Beruf des Steinhauers ist im mitteleuropäischen Raum fast ausgestorben. Die Zeiten zur Gewinnung und Verarbeitung von Natursteinen aus den Granitklippen des Ramberggebietes sind vorbei. Die ersten Steinhauer Karl Kranert und Karl Mämecke erledigten diese körperlich schwere Arbeit als Erste in Friedrichsbrunn. Granitsteine benötigte u.a. das Bauwesen für Pflastersteine.
Viele Jahre später verdienten die Friedrichsbrunner Einwohner ihren Lebensunterhalt mit der Spazierstockfertigung, dem Tannenbaumverkauf, der Waldarbeit und in der Landwirtschaft.
Nicht mehr benötigte Berufe sind verloren gegangen. Handwerksähnliche Tätigkeiten wurden durch moderne Techniken ersetzt. In überlieferten Schriften sind diese Berufsbilder noch zu finden.
Welche Handwerke haben unsere Ahnen ausgeübt, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen: Ski-und Heimatmuseum Friedrichsbrunn
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