Mythos Eselstall

Der Gesichtsstein
 
Schriftzeichen am Mittelstein des Steinkreises
Mythos Eselstall


Im Forst Eselstall zwischen Westerhausen und Quedlinburg soll einst ein steinzeitlicher Steinkreis gestanden haben. Nach einer Beschreibung von 1867 des Quedlinburger Ernst Yxem war dies ein ovaler Kreis von 350 x 500 Fuss ( etwa 105x150m ). Er würde damit einer der grössten Steinkreise gewesen sein, grösser als Stonehenge. Der Steinkreis war mit rohen Sandsteinen im Abstand von 30 bis 50 Fuss (9-15 m) voneinander besetzt. In der Mitte dieses Kreises soll ein etwa 3,5 m hoher unregelmäßiger Sandsteinblock, dessen Ostseite glatt behauen und mit seltsamen etwa 30 cm hohen Schriftzeichen (Runen?) versehen war, gestanden haben.

1842, also 25 Jahre davor, hat er in dem Tal „Eselstall“ (nachdem später der ganze Fortswald benannt wurde) seinen Aussagen nach noch gestanden. Durch Gewinnung von Ackerfläche ist er dann wahrscheinlich verschwunden. Lange vermutete man die Lage des Steinkreises auf einen Acker bei den Schösserköpfen die Yxem erwähnte. Burghard Sinna Vorsitzender vom Reit und Westernverein Westerhausen hat nun in seinem Buch Der Eselstall“ ausgiebige Recherchen angestellt und die seiner Meinung nach wirkliche Lage des Steinkreises hierin beschrieben. Er soll sich demnach von Westerhausen kommend hinter den Ruinen des alten Forsthaus Eselstall befinden.

Am alten vermuteten Standort bei den Schösserköpfen wurden am Ackerrand sehr viele Steine gefunden. Darunter ein „Tierkopfstein“ sowie ein grosser markanter „Gesichtsstein“. Beide wurden von sogenannten „Steinsammlern“ unerlaubt entwendet. Während der Tierkopfstein noch nicht wieder auftauchte, konnte der Gesichtsstein wegen seiner Grösse und seines markanten Aussehens wiederbeschafft und auf einen Hügel unweit seiner Fundstelle aufgestellt werden. Dieser Stein hat einen fast menschlichen Gesichtsausdruck, der zu rufen scheint. Mit zwei weiteren kleinen seltsamen Steinen und einer Sitzbank wird dieser Geheimtipp immer beliebter. Etwa 100 Meter weiter nördlich steht am Waldrand auch noch ein kleiner Menhir.

Ein weiterer sehr interessanter Aspekt sind die zahlreichen prähistorischen Gräber bzw. Grabhügel auf den Höhenzügen des Eselstallforst. Hier fanden auch mehrere Ausgrabungen Ende des 19.Jh statt. Die Ausgrabung auf dem Honigkopf, die bei den Westerhäuser das Hünengrab genannt wird ist besonders interessant. Der Thalenser Theodor Nolte vom Harzverein für Geschichte und Altertumskunde führte zwei Grabungen seit 1895/96 an diesem Grab durch. Gefunden wurde etliche Scherben, verschiedene kleine Brandstellen, mittig ein Hockerskelett sowie seitlich eine Steinkiste.

Bei der zweiten Grabung (Nachgrabung) ergab die vermutete Steinkiste einen altarartigen Aufbau mit einer stärkeren Brandstelle sowie einen seltsamen bearbeiteten Steinblock von 1,15 m Höhe, der den Eindruck eines menschenähnlichen Gebilde machte (Opferstein, Götzenbild,Menhir). Die Steinsetzung bestand aus 1-1,5 m langen, roh behauenden Blöcken sowie einer grösseren Steinplatte die auf dem Boden lag. Der Götzenstein stand davor. Diese 2. Grabung (Nachgrabung) wurde nicht groß publik gemacht und nicht wissenschaftlich begleitet da man den Verlust der Objekte befürchtete. Der Steinblock wurde lange in Thale, wenig beachtet bewahrt und dann wahrscheinlich in den 50 er Jahren ins Schlossmuseum überstellt. Hier steht er etwas vergessen und unbeachtet im Jägergarten. Nachzulesen ist dies bei einer Spurensuche von Ute Fuhrmann und Rainer Vogt in der Harz-Zeitschrift Nr. 63 Jahrgang 2011.

Am Hauptweg zur ehemaligen Gaststätte „Eselstall“ gibt es noch eine seltene Naturrarität. Etwa 80 Meter vor der Wiese sind zwei Bäume durch einen armdicken Ast wie ein siamesischer Zwilling zusammengewachsen. Ein erstaunliches Naturschauspiel.

Übrigens werden vom Heimatverein Westerhausen jedes Jahr auch Wanderungen durch den Eselstall, auch zu diesen Objekten durchgeführt.

Mehr Informationen und Bilder auf :
http://www.westerhausen-info.de/Umgebung/Eselstall/mythos_eselstall.html
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Wolfgang Neutsch aus Jessen (Elster) | 28.01.2016 | 15:10   Melden
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