Wanderung zu einer der ältesten Eiben Deutschlands

Die uralte Eibe
 
Knorriger Stamm
Unlängst hatte ich gelesen, dass in einem Seitenarm des Bodetals, dem Kästental noch über 150 gezählte Eiben (althochdeutsch „Kästen“) stehen sollen. Unter ihnen soll hier eine Eibe mit dem unglaublichen Alter von geschätzten 1000 Jahren stehe (genaues Alter lässt sich bei alten Eiben nicht exakt feststellen). Sie wäre damit die älteste des Harzes und wahrscheinlich mit die älteste Deutschlands. Die Eibe ist ein mystischer Baum mit ungewöhnlicher Holzhärte und zählt zur ältesten Baumarten in Europa. Auch „Ötzi“ trug einen Bogen aus Eibenholz.

Ich hatte mir vorgenommen, dieses Tal mit der Eibe unbedingt zu besuchen. Mein erster Versuch scheiterte kläglich. Es war unmöglich direkt ins Tal neben den kleinen Bach am Steilhang vorwärts zu kommen. Erst durch Recherche im Internet fand ich heraus das der unscheinbare und nur für geübte Augen zu erkennende Fusspfad ca. 20 Meter seitlich vom Taleingang lag. Mein Entschluss stand fest, ich wagte die Wanderung noch einmal. Los ging es von Thale aus durch das Bodetal. Vorbei an der Gasstätte Waldkater (Die Wildkatze war hier einst heimisch), dem Goethefelsen (Siebenbrüderfelsen) und der Gasstätte Königsruhe mit der Jungfernbrücke. Bei Königsruhe sieht man auch die starken Sicherungsnetze die nach dem letzten grossen Steinschlag hier verbaut wurden.Nun wird der Weg schmaler.

Enge Schluchten und hohe Felswände

Wenig später wird die Teufelsbrücke überquert. Die Schlucht ist eng und die Felswände sind bis 200 Meter hoch. Teufelskanzlei und Mönch sind als Felsgestalt zu sehen. Vorbei geht es an interessanten Geröllhalden, dem großen und dem kleinen Taschengrund, die nur winzige Rinnsale sind. Nach 5,5 km ist das Kästental erreicht. Nun gilt es den kleinen Pfad zum Eingang zu finden und vorzudringen. Nachdem ich etwa 200 Meter von dem stark begangenen Bodetal – Hauptwanderweg in dieses total unberührte und einsame Tal gegangen war, überkam mich ein angenehmes seltsames Gefühl. Hier war es total naturbelassen, völlig einsam und irgendwie ein wenig abenteuerlich. Der Weg führte am Hang entlang und war teilweise durch das Laub nicht mehr zu erkennen.

Entdeckung

Einmal hatte ich den Weg verloren, fand ihn aber sofort wieder. Unter mir am Bach konnte ich einen kleinen Wasserfall ausmachen. Plötzlich, nach etwa 900 Metern, sah ich sie, diese mystische uralte Eibe. Sie stand direkt am Weg. Dieser Eibe ist ihr Alter sofort anzusehen. Ich konnte nur staunen über diesen weit offenen, hohlen, knorrigen Stamm. Im hohlen Stamm erkennt man ein paar große Löcher. Einen halben Meter über dem Boden ist ein dicker Geschwulst zu erkennen. Seine Äste waren teilweise abgestorben und teilweise begrünt. Die Eibe ist ein Nadelbaum, der kein Harz aufweist, statt Zapfen rote Beete hat, ein sehr hohes Alter erreicht und im Stande ist aus ihrem uralten hohlen Stamm einen neuen heranwachsen zu lassen. Neben den Stamm liegt ein grosser länglicher Felsbrocken der seltsam mittig ausgeschnitten ist und so als natürlicher Wegdurchgang dient. Auf der gegenüberliegenden Hangseite sind zwei Höhlen zu erkennen. Der Wasserfall ist unweit von hier. Nach mehreren Fotos trete ich den Rückweg an. Übrigens kann man auch von Treseburg oder Friedrichsbrunn hierher gelangen.

Wieder zurück mache ich einen kleinen Abstecher über die Brücke (Katerstieg) am Waldkater vorbei und einen kurzen Zickzackweg (ca. 300 m) hinauf zum Bodetor. Hier führte eins die alte „Hexentreppe“ mit 1100 Stufen nach oben geradewegs zum Hexentanzplatz. Das Bodetor ist ein Wahrzeichen des Bodetal-eingangs und gewährt einen schönen Blick ins Tal und auf den Goethefelsen. Diese Wanderung war sehr interessant und empfehlenswert.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 29.07.2016
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