Jahreshauptversammlung des Wildfisch- und Gewässerschutzvereins: Viel Arbeit und große Pläne für das kommende Jahr

Ein wahrer Schatz aus dem Filmarchiv des Vereins: Der heutige Vorsitzende Otfried Wüstemann bei der Entnahme von Wasserproben mit Wernigeröder Schülern kurz nach Gründung des Wildfisch- und Gewässerschutzvereins im Jahr 1985.
Wernigerode: Nationalparkverwaltung Harz |

Am 9. Dezember 2015 trafen sich die Mitglieder des Wildfisch- und Gewässerschutzvereins Wernigerode 1985 e.V. in der Verwaltung des Nationalparks Harz zu ihrer turnusgemäßen Jahreshauptversammlung. Nach einer kurzen Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden Otfried Wüstemann und seinen Stellvertreter Ulrich Eichler, wurde zunächst ein Film des Wernigeröder Fotografen Matthias Bein vorgeführt, der – unter anderem mit einer fliegenden Kameradrohne – die Fischaufstiege in Holtemme und Zillierbach dokumentiert hat.


Im Rahmen des anschließenden Jahresberichts durch den Vorstand wurde auf die äußerst vielfältigen Aktivitäten des Vereins im auslaufenden Jahr eingegangen – darunter das Abfischen und Umsetzen von Fischen vor zahlreichen Baumaßnahmen, die Organisation des 9. Wildfisch-Symposiums, die Durchführung von Bestands- und Funktionskontrollen an den Fischaufstiegen oder die Exkursion mit Schülerinnen und Schülern der Thomas-Müntzer-Schule. Neben der Aufnahme von zwei neuen Mitgliedern beschloss die Mitgliederversammlung die Erarbeitung eines Antrags auf Aufnahme des Vereins in die Liste der anerkannten Naturschutzvereinigungen des Landkreises Harz. In der Satzung und in der ehrenamtlichen Arbeit des Vereins sind die Naturschutzziele zwar bereits festgeschrieben, der Verein hat jedoch bei naturschutzrelevanten Vorhaben, die beispielsweise die Gewässer betreffen, bislang keine Möglichkeit, auch offizielle Stellungnahmen abzugeben. Mit der behördlichen Anerkennung könnte der Verein auf solche Vorhaben zukünftig sehr viel konkreter Einfluss nehmen.

Ein zentrales Thema der anschließenden Aussprache war das 30jährige Gründungsjubiläum des 1985 ins Leben gerufenen Vereins, welches im laufenden Jahr aus organisatorischen Gründen nicht angemessen begangen werden konnte und daher im kommenden Jahr mit einer Feier nachgeholt werden soll. Diskutiert wurde außerdem über die weitere Verdrängung des Edelkrebses in den Harzgewässern durch den invasiven Amerikanischen Flusskrebs, der Träger der für den Edelkrebs tödlichen „Krebspest“ ist. Den Erhalt der Edelkrebsbestände im Harz will der Wildfischverein in den nächsten Jahren durch ein Wiederansiedlungsprogramm unterstützen. Außerdem will der Verein im kommenden Jahr ein Faltblatt herausgeben, welches über den Rückgang dieser Art informiert und Schutzmaßnahmen aufzeigt. Auch der Schutz und die Bestandsentwicklung des Schlammpeitzgers, einer wenig bekannten Kleinfischart, in den Gräben des Großen Bruchs war Thema der Veranstaltung.

Den Abschluss der Jahreshauptversammlung bildete die Vorführung einiger alter Filmaufnahmen aus der 30jährigen Vereinsgeschichte: Von den ersten Uferbepflanzungen in der DDR über die Anfänge der ökologischen Wiederherstellung von Holtemme und Zillierbach sowie die Einweihung der ersten Fischaufstiege in den 1990er Jahren bis hin zum großen Fischsterben in der Holtemme nach einer Industriehavarie im Jahr 1997. Auch die bemerkenswerte Aufnahme der selten gefilmten Paarung zweier Bachneunaugen fand sich noch im Filmarchiv des Vereins. Im Rahmen des anstehenden Jubiläumsjahres sollen 2016 nun einige dieser Filme digitalisiert und auf der Internetseite des Vereins unter http://www.wildfisch-wernigerode.de veröffentlicht werden.
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