Wernigeröder Wildfisch-Verein blickt auf 30 erfolgreiche Jahre zurück – und setzt sich neue Ziele für die Zukunft

Im Rahmen einer Kontrollbefischung präsentierten Otfried Wüstemann und Ulrich Eichler an einem der zahlreichen Wernigeröder Fischaufstiege am zweiten Symposiumstag den Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmern sowie einigen Wernigeröder Schülerinnen und Schülern das Wappentier der Stadt Wernigerode – eine echte „Harzer Bachforelle“.
 
Ulrich Eichler erläutert anhand einer Karte der Wernigeröder Fischaufstiege die Erfolge der Wildfisch-Vereinsarbeit in den vergangenen Jahren.
Wernigerode: Nationalparkverwaltung Harz |

Bereits zum neunten Mal fand in der vergangenen Woche das durch den Wernigeröder Wildfisch- und Gewässerschutzverein seit 1999 ausgerichtete Wildfisch-Symposium in der Harzer Nationalparkverwaltung statt.

Vereinsvorsitzender Otfried Wüstemann konnte die knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Umweltschutzverbänden, Stadt- und Kreisverwaltung sowie Angelvereinen zum Auftakt mit einer durch den Wernigeröder Fotografen Matthias Bein gedrehten filmischen Kurzdokumentation über die Fischaufstiege in Holtemme und Zillierbach begrüßen. Diese waren dann auch Thema des ersten Fachvortrages von Wüstemann und Ulrich Eichler, die in kurzen Worten die Anstrengungen des 1985 gegründeten Vereins zur Sicherung der Gewässerqualität und zur Wiederherstellung der ökologischen Durchlässigkeit von Holtemme und Zillierbach skizzierten.

In weiteren Vorträgen kamen dann Umweltschützer und Gewässerexperten aus verschiedensten Landesteilen zu Wort: Dr. Ludwig Tent aus Hamburg referierte über Lenkbuhnen und Treibelsammler in Fließgewässern, Robert Klung stellte seine hervorragende, an der Hochschule Anhalt verfasste Masterarbeit über Vorkommen und Autökologie des Schlammpeizgers – eines seltenen Kleinfisches – im Großen Bruch im nördlichen Harzkreis vor und Nadja Effler-Scheruhn präsentierte die vielfältigen freiwilligen Gewässerschutzmaßnahmen des Unterhaltungsverbands Ilse-Holtemme, den sie seit einigen Jahren als Geschäftsführerin leitet. In einem abschließenden Fachvortrag warb Karl-Heinz Jährling vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt für ein ehrgeiziges Programm zur Wiederansiedlung des in Europa nahezu ausgestorbenen Störs in der Elbe, die hierfür bundesweit die besten gewässerökologischen Rahmenbedingungen bietet. Über eine Auszeichnung mit der „goldenen Forelle“ des Wildfisch-Vereins durfte sich Andreas Kampa, Bernd Lochau, Christian Reinboth und Jörn Frankenfeld freuen.

Im Ausblick sowie in der anschließenden Diskussion wurde darauf verwiesen, dass sowohl für die Holtemme als auch für den Zillierbach mit Einweihung der letzten Fischtreppe in der Holtemme im Jahr 2012 die vollständige ökologische Durchlässigkeit – eines der Hauptziele der Vereinsarbeit – mit Hilfe der Wernigeröder Stadtverwaltung sowie zahlreicher Sponsoren wie etwa der Vattenfall Europe Umweltstiftung abschließend hergestellt werden konnte. Zukünftig will der Verein sich daher unter anderem für die Schaffung besserer Gewässerstrukturen – etwa durch das Einbringen von Sedimenten und die Bepflanzung von Uferböschungen – engagieren. Für das kommende Jahr plant der Verein zudem, das in diesem Jahr noch zu kurz gekommene dreißigjährige Gründungsjubiläum im Rahmen eines Sondersymposiums außerhalb des zweijährigen Tagungsrhythmus zu begehen.

Die Fachexkursion am zweiten Tag des Symposiums führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Holtemme – zu den Fischaufstiegen an der Hochschule Harz und im Stadtfelde sowie an den Mäanderfischaufstieg an der ehemaligen Schokoladenfabrik in Hasserode. Hier gesellte sich auch eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Thomas-Müntzer-Schule zusammen mit ihrem Lehrer und Gewässerschützer Michael Hartung hinzu, die sich von dem Fischreichtum der Holtemme überzeugen konnten und die hier vorkommenden Bachforellen und Groppen aus nächster Nähe betrachten durften. Die versammelten Fischexperten nutzten natürlich die Gelegenheit, das in der Schule vermittelte Wissen über die heimischen Gewässer zu testen – und staunten mehr als einmal über den Kenntnisreichtum der Wernigeröder Schüler.
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