Bienen und andere Insekten brauchen unsere Hilfe!

Hier sieht man, dass es geht nicht alles restlos wegzumähen. Und hübsch aussehen tut es auch noch!
 
So sollte es eigentlich nicht mehr aussehen. Langweiliges und bienenunfreundliches Grün.
Die Lage der Insekten in Deutschland ist angespannt
Seit der Jahrtausendwende verzeichnen Fachleute einen dramatischen Rückgang der Insektenzahlen. Sowohl die Arten als auch die Gesamtanzahl der Individuen sind um über 50% geschrumpft.
( siehe: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016...)

Ich bin Imkerin und sehe diese Tendenz schon sehr lange mit Sorge. Daher möchte ich Sie alle um Mithilfe bitten, denn Bienen brauchen Blüten und keinen grünen Rasen. Das brauchen sie vom März bis zum September. Deshalb sind nicht nur Landwirte, Straßenämter und Umweltbehörden gefragt, sondern jeder einzelne, vom Kleingärtner bis hin zum Balkonbesitzer, kann helfen unsere Landschaft wieder bunter werden zu lassen.
Krankt die Biene, krankt der Mensch! Wir brauchen also gesunde Kultur- und Landschaftsräume sowie den Fortbestand einer größtmöglichen biologischen Vielfalt. Fehlt diese werden massive ökonomische und ökologische Folgen für den Menschen nicht ausbleiben.

Nach unseren Bienen geht auch bereits unsere Vogelpopulation zurück. Zum einen, weil sie von Insekten leben, (die zu 50% fehlen) und zum anderen brauchen sie Samen von Wildpflanzen, die sie in unseren aufgeräumten Landschaften und den permanent kurz gehaltenen Grünflächen, Straßenrändern und Ackerrainen nicht mehr finden.

Darum:
Helft alle mit, unsere Landschaft wieder bunter werden zu lassen!

Bei einigen Städten (wie Blankenburg und Wernigerode) ist diese Botschaft bereits angekommen und es wird weniger gemäht. Das schont nicht nur die Gemeindekassen, die so den Aufwand von acht bis neun Mal mähen auf zwei bis drei Einsätze während eines Jahres reduzieren, sondern hilft aktiv eine Steigerung der Artenvielfalt zu erreichen. Nebenbei reduziert sich auch gleich der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid.

Bienen brauchen Diversität und mit etwas mehr Mut zum „Wildwuchs“ ließe sich das sehr schnell wieder erzielen, denn leider ist eine gute Bienenweide nicht immer auch gleichzeitig eine Augenweide. Warum müssen wir den alle Feldraine so gnadenlos herunterschreddern, wenn gerade ein paar Wildpflanzen zu blühen beginnen? Stört das die Arbeit des Bauern und das benachbarte Kornfeld? Oder soll nur alles schön ordentlich gepflegt aussehen? Wenn das der wahre Grund ist, wäre es doch sehr leicht auch hier wieder ein wenig zurückzurudern und es an den Feldrändern wieder etwas bunter aussehen zu lassen, denn das gefällt unseren Bienen besser.
Auch neue Wege der Gestaltung von naturnahen Flächen innerhalb der Gemeinden und Kommunen sind gefragt, weil sich so flächendeckend etwas gegen den fortschreitenden Artenschwundes unternehmen ließe. Eine solche Maßnahme wäre die Ausweisung von Wildkräuterflächen, die nicht mehr gemäht, sondern allenfalls von Schafen und Ziegen ein bestimmten Zeitabständen beweidet werden dürfen. Die Nutzung der sogenannten Eh-da-Flächen hatte leider bisher noch keinen durchdringenden Erfolg gebracht, was meiner Meinung daran liegt, das auch hier wieder zu früh und zu oft gemäht wird. Die angesäten Wildpflanzen müssen auch Zeit haben den gebildeten Samen ausreifen zu lassen, damit die Pflanzen auch nachhaltig Fuß fassen können. Das dauert nun mal und sollte nicht durch frühzeitiges Mähe gestört werden. Zudem sind die ausgereiften Samen für unsere Vogelwelt unerlässlich.
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2 Kommentare
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 14.07.2017 | 01:05   Melden
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 14.07.2017 | 09:04   Melden
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