Illegale Müllentsorgung im Naturschutzgebiet und nichts passiert?

  Lutherstadt Wittenberg: Klein Wittenberg | Als Hundebesitzer gehe ich täglich im Naturschutzgebiet und Biosphärenreservat an der Elbe in Klein Wittenberg spazieren. Seit nunmehr 7 Jahren beobachte ich, wie die Entsorgung von Abfällen dort immer mehr zunimmt. Von Küchenabfällen angefangen über Flaschen und Gläser bis hin zu Elektronik-Müll wie Monitore und Fernseher.
Leider bekommt man die "Täter" nicht auf frischer Tat erwischt. Kaputte Flaschen und Gläser werden von Hundebesitzern entfernt, da sie eine große Verletzungsgefahr für die Tiere sind. Der andere Müll bleibt meistens für sehr lange Zeit oder für immer dort liegen.
Auch sind viele Mitmenschen der Meinung, sie müssten mit Autos direkt bis an die Elbe fahren, um dort zu baden und zu feiern. Man bringt sich was zum essen und trinken mit, aber die Abfälle lässt man selbstverständlich vor Ort zurück.
Umso erfreulicher ist es, wenn man dann mal einen Verursacher ermitteln kann. So geschehen am 08.Januar 2013. Direkt am Ufer der Elbe in Klein Wittenberg hatte jemand einen größeren Haufen von Feuerwerksabfällen "entsorgt". Der Verursacher war so nett, auch einen Karton dort zu hinterlassen, in dem er sich wohl die Feuerwerkskörper hat zuschicken lassen. Ich fand zwischen dem Müll einen Paketaufkleber von einem Feuerwerksversand mit der kompletten Anschrift des Empfängers und damit des vermutlichen Müllentsorgers. Ich habe Bilder angefertigt und den Paketaufkleber sichergestellt. Übrigens ist der Verursacher ein Bewohner des Stadtteils Klein Wittenberg.
Noch am gleichen Tag habe ich das Ordnungsamt Wittenberg über diesen Vorfall informiert und angeboten, die Bilder und den Paketaufkleber zur Verfügung zu stellen.
Bis zum 14.01.2013 passierte erstmal nichts. Die Elbe führte Hochwasser und es bestand die Gefahr, das der Müll von der Elbe mitgenommen wird.
Ich wendete mich wiederum an das Ordnungsamt, um zu erfahren, warum nichts passiert. In der E-Mail an das Ordnungsamt deutete ich an, mich mit dem Vorfall an die Mitteldeutsche Zeitung zu wenden.
Nur ca. 2 Stunden später bekam ich einen Anruf vom Ordnungsamt. Man könne sich nicht immer bei den Bürgern melden, die etwas zur Anzeige bringen, da man auch anderes zu tun hätte. Der von mir gemeldete Vorfall wäre an den Fachdienst Umwelt und Abfallwirtschaft des Landkreises weitergegeben worden, da die Zuständigkeit beim Landkreis liegen würde.
Auf meinen Einwand, das durch das steigende Wasser der Elbe Gefahr im Verzug wäre bekam ich die Antwort, das die Entfernung des Mülls wohl länger dauern würde.
Warum schreibe ich diesen Artikel? Weil der Müll auch heute, am 03.02.2013, noch immer an der gleichen Stelle liegt und die Elbe wieder Hochwasser führt. Bisher hat sich niemand bei mir gemeldet, um eventuell die Fotos und Beweise zu bekommen oder ähnliches. So liegt also der Müll seit einem Monat dort an der Elbe und andere Bürger sehen das als Anlass, ihren eigenen Müll auch dort zu entsorgen.
Warum fragt man nicht bei mir nach den Beweisen? Warum fordert man den Verursacher nicht auf, den Müll zu entsorgen?
Für mich als Bürger entsteht der Eindruck, das niemand etwas unternimmt. Mag sein, das der Eindruck täuscht und tatsächlich Ermittlungen laufen, aber warum dauert es so lange, bis der Müll dort verschwindet?
So werde ich wohl demnächst selber den Müll dort entfernen und über meine eigene Restmülltonne entsorgen.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.MZ | Erschienen am 06.02.2013
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6 Kommentare
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Karin Tietke aus Wittenberg | 04.02.2013 | 10:05   Melden
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Gerd Engelmann aus Wittenberg | 04.02.2013 | 10:41   Melden
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Karin Tietke aus Wittenberg | 04.02.2013 | 21:25   Melden
MZ - BürgerReporter aus Halle (Saale) | 06.02.2013 | 10:19   Melden
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Karin Tietke aus Wittenberg | 06.02.2013 | 17:55   Melden
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Rudolf Werner aus Wittenberg | 17.03.2014 | 22:08   Melden
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