Im Stadtwald belauscht

Der Ausfall von Veranstaltungen als eine Folge des extremen Sommerwetters

Geschichten aus der grünen Lunge Wittenbergs, Teil 16

Hallo, grunz, schnuff! - Hallo, grunz, schnuff! Ich begrüße Euch lieber zweimal, weil ich so lange nichts von mir hören ließ. Erst hatte ich viel zu tun, dann war ich zu faul und zuletzt habe ich geschmollt. Hat man mich doch von meinen Bachen getrennt und in "Einzelhaft" untergebracht! Und das nur, weil ich meiner jüngsten Frau ganz ungestüm meine Liebe zeigen wollte. Ich kann ja nichts dafür, wenn die sich zickig hat und ich mal zeigen musste, nach wessen Pfeife hier getanzt wird. Na schön, vielleicht war ich auch ein ganz klein wenig grob.
Wenn ich Reue zeige, kann ich sicherlich bald wieder zu meinen Artgenossen zurück.

Auch wenn unsereiner jetzt im hintersten Gehege seine Suhle hat, kriegt er doch von all dem, was rundherum passiert, noch Vieles mit. Also, seit dem 1. Mai haben wir ein neues Pferd. "Jambo" heißt der Mix aus einem Kaltblüter und einem Haflinger. Vorher war er in "Kettler`s Ranch" in Dabrun und hat als Westernpferd seinen Rücken für junge Reitanfänger hingehalten. Allerdings hat ihm das nicht immer den größten Spaß gemacht und so ist der Wallach zu uns gekommen. Sieht eigentlich gut aus, der Junge! Bloß ein bisschen zu viel Speck hat er auf den Rippen. Unsere zweibeiniges Personal hat ihm daher erst mal Diät verordnet. Ich würde mich freuen, wenn das Erfolg hat und deshalb: Bitte, bitte, liebe Besucher: Nicht füttern!!

Apropos zweibeiniges Personal. Die hatten in den letzten Tagen wieder viel zu tun. Die Wetterkapriolen der vergangenen Wochen haben einen Boom an hilfsbedürftigen Jungvögeln verursacht. Viele kleine Piepmätze, die wegen Sturm oder zu großer Hitze unfreiwillig und vorzeitig das Nest verlassen hatten, wurden bei uns abgegeben. So wurden unter anderem neun kleine Mauersegler, zwei Waldohreulen, ein Bussard und einige Sperlinge liebevoll aufgepäppelt. Die Kleinen wurden unter Beobachtung wieder in die freie Natur entlassen, die drei Greifvögel haben in der Wörlitzer Falknerei ein neues Zuhause gefunden.

Die Hitze macht auch mir zu schaffen. Aber nicht nur mir. Einige Veranstaltungen mussten schon abgesagt werden. Schließlich sollen ja vor allem unsere jüngsten Gäste bei uns Freude haben und nicht wegen eines Hitzschlages im Krankenhaus landen! Ich kann mich ja wenigsten noch in meine Suhle legen. Bei den Eltern der Kinder würde das sicherlich auf wenig Verständnis stoßen.
So, für heute und angesichts der Affenhitze reicht es erst mal wieder. Ich melde mich bald wieder, versprochen!

Bis dahin ein fröhliches grunz, schnuff!
Euer Keiler Putz aus dem NABU-Zentrum im Stadtwald.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 26.08.2015
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