Im Stadtwald belauscht

Damhirsch Rudolph
Lutherstadt Wittenberg: NABU-Zentrum |

Geschichten aus der grünen Lunge Wittenbergs, Teil 7

Nein, nein, ich bin noch nicht in der Sommerpause. Und durch die große Flut umgekommen bin ich auch nicht, die hat uns hier im Stadtwald verschont. Bedauerlich ist es aber schon, dass es viele meiner Artgenossen in freier Wildbahn hart getroffen hat. Da sollte ich mir eigentlich die vielen Zweibeiner zum Vorbild nehmen, die sich gegenseitig so selbstlos geholfen haben. Aber ich habe nun mal immer Appetit und mein Futter ist mit heilig und bleibt hier, grunz, grunz.
Ja, was gibt es Neues? Dass es bei mir mit Nachwuchs nicht geklappt hat, habe ich Euch das letzte Mal schon erzählt. Dafür hatten wir, einen leider nur kurzen Besuch, von einem fremden Frischling. Der kleine Kerl war ungefähr vier Wochen alt, wurde in einem Garten gefunden und bei uns abgegeben. Obwohl er am ersten Tag ganz gut gefressen hat, fehlte es ihm anscheinend doch an Lebensmut. Jedenfalls hat er uns nach drei Tagen für immer verlassen, was uns doch etwas traurig gestimmt hat.
Fröhlicher geht es da beim Damwild zu. Drei Kälber wurden gesetzt, immerhin ein Erfolg, obwohl ich Rudolph mehr zugetraut hätte. Der stattliche Hirsch ist erst seit letztem Jahr bei uns und hat unter etlichen Kühen die Auswahl. Wahrscheinlich ist er eben sehr wählerisch und eitel, da muss ich wohl mal ein Wörtchen mit ihm reden.-
Die Meerschweinchen und Kaninchen haben ein neues Außengehege erhalten. Das freut nicht nur die Tiere, sondern sieht auch schick aus und erleichtert unserem zweibeinigen Personal die Arbeit.
Zur Zeit haben wir sehr viel Besuch von Schulklassen, die hier einen Teil ihrer Projekttage verbringen. Ohne rechtzeitige Voranmeldung läuft da gar nichts, ansonsten ist uns aber nach wie vor jeder Gast herzlich willkommen! Ein schattiges Plätzchen findet sich immer, obwohl es mir in den letzten Tagen selbst da manchmal zu warm war. Da haben es die Schafe besser, die wurden vor ein paar Tagen geschoren. Mich schert keiner und mein Fell ausziehen, wie es die Zweibeiner tun, kann ich auch nicht. Deshalb brauche ich derzeit viel Ruhe und Schlaf. Also, macht`s gut bis zum nächsten Mal!
Mit einem fröhlichen grunz, grunz
Euer Keiler Putz
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2 Kommentare
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Melanie D. aus Salzatal | 16.07.2013 | 14:56   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 28.07.2013 | 07:08   Melden
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