Im Stadtwald belauscht

Herbststimmung im Stadtwald

Geschichten aus der grünen Lunge Wittenbergs, Teil 9


Grunz, grunz, habe lange nichts mehr von mir hören lassen. Aber der Herbst hat Einzug gehalten und da wird es immer sehr ruhig hier. Das viele Kinderlachen ist verstummt und neben dem Rauschen der Bäume hört man nun wieder fast nur das eintönige "krahh, krahh" der Nebelkrähen. Wenn es jetzt nicht auch Zeit für mich wäre, etwas zur Erhaltung meiner Art zu tun, könnte man glatt melancholisch werden... . Aber halt, da gibt es ja noch unsere Gäste, die auf der Durchreise hier Station machen. Neun Mandarinenenten sind derzeit bei uns im Zwischenquartier und bringen das beschauliche Leben unserer Gänse ganz schön durcheinander. Besonders am Abend sehen die gar nicht ein, warum sie in den Stall müssen und die Enten draußen bleiben können. Da ist mitunter viel Überredungskunst durch das zweibeiniges Personal erforderlich.
Ihr erinnert Euch, dass ich das letzte Mal von den dreisten Kaninchendieben berichtet habe. Anscheinend hat es doch gewirkt, dass ich die letzten Wochen verstärkt auf der Lauer gelegen habe. Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass vor ein paar Tagen durch frevelhafte Hände das Tor am Gehege des Damwildes geöffnet wurde. Unser Hirsch und sechs seiner Frauen haben die Gelegenheit zur Flucht genutzt. So schlecht scheint es Ihnen bei uns aber doch nicht gefallen zu haben. Da sie sich stets in unserer Nähe aufhielten, wurde durch unsere Zweibeiner das äußerste, unbewohnte Gehege, weit geöffnet. Und, was soll ich sagen, kurze Zeit später waren Rudolph und zwei seiner Weibchen freiwillig wieder in unserer Mitte. Naja, vielleicht haben sie auch eingesehen, dass sie jetzt, vor dem nahenden Winter, im NABU-Zentrum am sorgenfreisten leben können. Davon gehe auch ich aus, treffen doch weiterhin Futterspenden bei uns ein und ich hoffe, dass das so bleibt.
Apropos Spende: Der Lions- und Leo-Club haben uns mit 1000 Euro bedacht. Davon soll in erster Linie der Spielplatz repariert und teilweise erneuert werden. Aber davon erzähle ich Euch das nächste Mal, jetzt muss ich mich erst mal wieder um meine Frauen kümmern-.
Kommt gut über die trüben Herbsttage!

Ein fröhliches grunz, grunz von Eurem
Keiler Putz
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