Mitsubishi-Dreifachsieg in Luthers Schatten

Der Gewinner : Rainer Keck auf Mitsubishi
  Lutherstadt Wittenberg: Markt | Strahlender Sonnenschein hieß die Teilnehmer der 50. Rallye in der Lutherstadt Wittenberg willkommen. Die Jubiläumsveranstaltung fand Mitte März in Martin Luthers Schatten auf teilweise traditionellen Rallyepisten der ehemaligen "Rallye Akropolis Deutschlands" teil. Diesen Beinamen erhielt die Rallye noch zu Zeiten, als sie noch zum Meisterschaftslauf der deutschen Rallyemeisterschaft gehörte und eine der härtesten und spektakulärsten Veranstaltungen des deutschen Rallyekalenders war.
Inzwischen backt man in Wittenberg etwas kleinere Brötchen. Aber ihren guten Ruf konnte die Rallye nach wie vor erhalten und so nehmen auch heute noch ausländische Gaststarter aus Finnland und Tschechien, die seit Jahren schon nach Wittenberg kommen, an der Rallye teil. Der große Schotteranteil der Rallye, das heißt also Strecken auf losem, sandigem Untergrund der Wittenberger Wälder, wird unsere finnischen und tschechischen Gäste besonders gefreut haben, ist es doch der Untergrund, für dessen Vorliebe diese internationalen Starter bekannt sind.

Das Starterfeld dieser Jubiläumsveranstaltung umfasste etwas mehr als 60 Fahrzeuge und vom PS-strotzenden Allradler bis zum Rallye-Trabbi war alles dabei, was diese Veranstaltung schon seit Jahrzehnten ausmacht. Typisch Wittenberger Terrain, in dem die Fahrer und Fahrzeuge sich messen mussten, verlangte die Strecke den Startern einiges ab und so war die Ausfallquote doch recht hoch. Favoriten und Spaßfahrer gleichermaßen mussten sich den materialmordenden Waldwegen geschlagen geben.
Am Ende rettete ein deutsches Mitsubishiteam doch recht souverän die Ehre der Gastgeber. Hinter der Mitsubishi-Paarung Keck/Hab reihten sich der Finne Tero Röyhkiö und der tschechische Dauergast in Wittenberg, Jiri Tosovsky, ein. Auch diese beiden vertrauten bei ihrem Einsatz auf Mitsubishi Lancer Evolution. Mitfavorit Rafael Ramonat fiel leider aus und der mehrfache Wittenberg-Sieger Wolfgang Meierholz schaffte es unter die ersten 6 in der Gesamtwertung.

Das Wetter hielt die die ganze Veranstaltung über durch. Tauwetter in den sonnigen Abschnitten sorgte sogar phasenweise für eine kleine Schlammschlacht der Teilnehmer. Besonders Spektakulär anzusehen bei den schweren Volvos und bei allen Allradlern, die ordentlich mit "Dreck schmissen" und unter den Zuschauern am Streckenrand spontanes Raunen und Jubeln auslösten. Besonders der Dakar-Kamaz als Vorausfahrzeug muss hier hervorgehoben werden. Ich glaube mehr Aufmerksamkeit kann ein Vorauswagen nicht erregen, als dieser rasende und brüllende Stahlkolloss. Sowas muss man erlebt haben ! Als dieser Rallye-Kraftprotz heranrauschte, vibrierte die Wittenberger Erde.

Auf den drei WP´s, auf denen ich zu Gast war, wirkten die Streckenposten mit den Ausfällen etwas überfordert. Zu späte Reaktion und gelbes Fahnenschwenken an ungeeigneten Stellen sorgten bei dem einen oder anderen Ausfall oder Panne eines Fahrzeugs leider zu herbem Zeitverlust und sehr langsamer Fahrweise der nachfolgenden Rallyepiloten. Teilweise konnten die anwesenden Fahrer und Zuschauer froh sein, dass Unfälle ausblieben. Rallyesport ist ein riskanter Sport - ohne Frage, aber das Sicherheitspersonal muss einfach schneller und kompetenter reagieren.
Und auch wenn es die Jubiläumsveranstaltung war, oder vielleicht auch grade deswegen, hätte ich etwas mehr erwartet. Als Rallyefan kenne ich die Wittenberger Rallye noch aus anderen Tagen. Freilich kann man hierzu keine Verbindungen mehr herstellen, weil es einfach nicht das gleiche ist. Aber gegenüber anderen Veranstaltungen in der Region wirkte das Ganze - auch vor dem Hintergrund des 50. Jubiläums - schon etwas lustlos.

Im abschließenden Gesamt-Resümé schließt die Rallye dennoch sehr gut ab. Tolle Autos, tolle Strecken und tolles Wetter,...... es ist ordentlich Dreck geflogen, die Technik und ihre Teams wurden gefordert und trotzdem scheuten sich die Teilnehmer nicht, die Fahrzeuge schön quer kommen zu lassen, um den Zuschauern das erhoffte Motorsport-Erlebnis zu vermitteln.
Daher danke an alle, die dabei waren, die dazu beitrugen, dass diese Veranstaltung stattfinden konnte und die diesen Tag miteinander an der Rallyestrecke geteilt haben. War eine tolle Atmosphäre mit unvergesslichen Momenten.
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