Moritat zum Amselgrund

Lutherstadt Wittenberg: Amselgrung | Vor noch nicht allzu langer Zeit skandierte eine Leserin den zu recht furchtbaren Zustand der Grünanlagen im Amselgrund und dass es ihr vergällt sei, mit ihrem Hund Gassi zu gehen. Da bin ich wirklich bei ihr und jedem, der den öffentlichen Park unentgeltlich nutzen möchte. Wenn der Leser jetzt denkt, ich würde in das “Die Jugend weiß sich nicht zu benehmen”-Gejammer einstimmen, dann kann ich Entwarnung geben. Einige Hundebesitzer haben den Park in ihre persönliche Hundetoilette verwandelt, es ist nahezu unmöglich, mit seinen Kindern auf den Grünanlagen zu spielen, ohne in die Magenendmoränen eines Vierbeiners zu treten. Und jetzt kommen Sie mir nicht mit: “Da sind doch Behälter für die eingesammelten Hundeexkremente!”. Wir dulden es den Hundebesitzern, unsere Stadt und insbesondere die Grünanlagen als Fäkalienauffangstation zu missbrauchen. Mehr noch, wer es wagt, beim Spielen auf dem Ausweichplatz Betonfläche, mithin der einzige Platz, der nicht mit Hundeexkrementen übersät ist, Hundebesitzerinnen zu bitten, ihren vierbeinigen unangeleinten Begleiter davon abzuhalten, den Ball der Kinder zu apportieren, wird in selbstherrrlicher und dreister Art und Weise zurechtgewiesen, dass der Park kein Spielplatz für Kinder sei - eine Unverschämtheit, die ich mir postwendend verbat. Ich fordere daher ein Verbot von Hunden in den städtischen Grünanlagen. Ich fordere, dass das Ordnungsamt den Leinenzwang in der selben Vehemenz verfolgt wie kreativ abgestellte Pkw. Fatalerweise machen die Hundebesitzer in Ermangelung geeigneter Verrichtungsmöglichkeiten für ihr Tier, dass sich möglichst im Freien lösen soll, auch vor Wegen und Bürgersteigen nicht Halt. Es sind in dieser Stadt Zustände eingekehrt, die erschreckend sind. Scheinbar wird es gesellschaftsfähig, sich in asozialer Art und Weise seines Unrates oder das seiner Tiere zu entledigen; die Pflicht, seinen Hund nur angeleint Gassi zu führen ist für zahllose Hundebesitzer auch nur Makulatur. Wer das für unglaublich hält sollte mal den Versuch wagen, auf dem Elbradwanderweg joggend oder auf dem Rad zu nutzen. Mir ist es schon öfters passiert. Weshalb kann die Stadt, weshalb kann das Ordnungsamt uns nicht vor freilaufenden oder freikotenden Hunden oder wenigstens ihren verantwortungslosen Haltern beschützen?
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