Umkehr und Risiko auf dem Wittenberger Marktplatz

Akademiedirektor Friedrich Kramer ruft zur Umkehr

Zur Umkehr und Buße rief die Evangelische Akademie am Aschermittwoch auf dem Wittenberger Marktplatz und vor der Schlosskirche auf.

Auf einem roten Podest umringt von einer kleinen Schar Umkehrwilliger proklamierte Akademiedirektor Friedrich Kramer das Thema der Fastenaktion der EKD "Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht!". Sieben Wochen um, so erläuterte Kramer, eingeschliffene Gleise zu verlassen, alte Gewohnheiten, ja vielleicht sogar Ängste abzulegen. Ja, so besagt das Thema der EKD, Mut ist gefragt. Mut, für Andere einzutreten, Mut zu widersprechen, Mitgefühl zu riskieren. So völlig anders als in den letzten Jahren aber ungleich schwer. Kein Kosumverzicht, kein freiwilliges Hungern oder gar Selbstkasteiung. Risiko heißt die Parole. Vielleicht auch das Risiko, Fehler zuzugeben und aufeinander zuzugehen. Schade, nur, dass dies so wenige hörten, auf dem leeren Marktplatz, gerade im Angesicht der derzeitigen "Architekturdebatte" in der Stadt.

Eine völlig andere Couleur aber nicht Thematik zeigte der Beitrag der Studienleiterin Lydia Schubert. Vor der Thesentür schlüpft sie in gleich zwei Rollen - in die der Fragestellerin und in die der Antwortenden. Hin- und herlaufend, diskutiert sie mit sich selbst die scheinbare Diskrepanz zwischen Kirche und Risiko. Als Fazit sollte sich der Zuhörer Fragen wie diese stellen: "Wann sind wir bequem den Weg gegangen, den alle gehen, wann sind wir einfach nur mit geschwommen? Wann haben wir blinden Gehorsam geleistet?"
Vielleicht auch in der Konsequenz - was habe ich damit angerichtet?

Schwere Kost wurde der kleinen, frierenden, aber aufmerksam zu hörenden Gruppe serviert, die ebenso schnell verschwand, wie sie gekommen war. Und die hoffentlich ein wenig Mut mitgenommen hat.

Link zur Aktion:
http://7wochenohne.evangelisch.de/
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