Intoleranter Glaube? Lutherstudientag 2012

Wann? 02.11.2012 17:00 Uhr bis 03.11.2012 18:30 Uhr

Wo? Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt, Schlossplatz 1D, 06886 Lutherstadt Wittenberg DE
Lutherstadt Wittenberg: Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt | Die Reformationszeit ist nicht als das goldene Zeitalter der
Toleranz bekannt. Es gab wegweisende Ansätze bei den
Reformatoren zur Idee und Praxis der Toleranz. Der Glaube
sollte frei sein und Worte statt Fäuste gebraucht werden.
Luther führt das Wort Toleranz in die deutsche Sprache ein.
Aber der Kampf um die Anerkennung des neuen Glaubens
führte bei den Reformatoren zur Unduldsamkeit gegenüber
Täufern, Unitariern, aufständischen Bauern und
Altgläubigen, gegen Juden und den Islam.

Toleranz gilt als ein Dulden und Gelten lassen oder gar
Wertschätzen fremder Überzeugungen; Handlungsweisen
und Sitten wurden erst nach den Religionskriegen, die
Europa erschütterten, diskutiert und als politisches Konzept
entwickelt. Auf die Konfessionskriege folgten die Toleranz-
edikte.
Am Beispiel der Reaktionen Luthers und anderer Refor-
matoren auf den Islam werden ausgewählte Facetten aus
der Geschichte der Toleranz und zeitgenössische Alter-
nativen zur Intoleranz vorgestellt und in Vorträgen, in
Studiengruppen und bei Textlektüre diskutiert. Wie sind
die Wechselbeziehungen zwischen Glaube, Bekenntnis und
Gewalt, Glaubenswahrheit und Toleranz zu verstehen? Sind
monotheistische Religion, Intoleranz und Gewalt untrenn-
bar verbunden?
Von diesen Fragen wird der Bogen zu heutigen Debatten
geschlagen, die fragen lassen, ob wir es in unserer Gesell-
schaft mit einer neuen Intoleranz gegenüber der Religion
zu tun haben. Was sind die Grenzen der Toleranz angesichts
der Debatte über Beschneidung und Blasphemie?

Sie sind herzlich eingeladen.
Friedrich Kramer, Akademiedirektor
Carsten Passin, Projektleiter „DenkWege zu Luther“
Dr. Stefan Rhein, Direktor Stiftung Luthergedenkstätten
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