Trotz Schlammlawine verheißungsvoller Auftakt zum ersten Nachtmarkt der Kunsthandwerker in Zappendorf

Über diese Straße in Müllerdorf flossen Wasser und Schlamm Richtung Heimatmuseum.
 
Feuerwehr und Anwohnern gelang es schnell, die Straße vor dem Museum vom Schlamm zu säubern.
Zappendorf: Landwirtschaftsmuseum | Einen lauen Spätsommerabend wünschten sich die Veranstalter des 1. Nachtmarkts für Kunsthandwerker auf dem Gelände des Heimatmuseums im Zappendorfer Ortsteil Müllerdorf. Lau war der Samstagabend, aber dass sich exakt zum Veranstaltungsbeginn um 18 Uhr die Himmelsschleusen öffnen und Zappendorf in einem starken Gewitterregen versinken lassen würden, stand nicht im Programm.

Der Regenguss war nach 20 Minuten wieder vorbei, aber so intensiv, dass von den abgeernteten Feldern an den Hängen rings um Müllerdorf große Mengen rotbrauner Ackererde mitten ins Dorf gespült wurden und sich just vor den Toren des Heimatmuseums anhäuften. Glücklicherweise waren die FFW Zappendorf und beherzte Anwohner schnell zur Stelle, um die Schlammmassen mit schwerem Gerät und druckvollem Wasserstrahl wieder zu beseitigen. Neue Besucher mit Pkw wurden auf sichere Parkplätze umgeleitet und der Fußweg zum Museum wieder gangbar gemacht.

Im Innenhof des Museums selbst ließ der Starkregen auch einige Bäche entstehen. Zum Glück waren die Ausstellungsstände zumeist in den Räumen und unter den Vordächern des historischen Vierkanthofs aufgebaut. Auch den mit Zeltplanen geschützten Sitzplätzen konnte das Wetter wenig anhaben. Die stimmungsvolle Beleuchtung – teils mit Kerzen – war ebenfalls schnell wieder hergestellt.
So zeigte sich den zunächst von den Wetterfolgen überraschten Besuchern ein betriebsamer Innenhof, in dem die Gäste von Ausstellungsraum zu Ausstellungsraum schlenderten. Die feuchte Regenluft wurde allmählich vom Duft der angebotenen warmen Gerichte vertrieben. Dazu wurde – neben anderen Weinen – auch Federweißer vom Höhnstedter Weingut Born ausgeschenkt.

Bei den Kunsthandwerkerständen selbst war man darum bemüht, die Objekte „im besten Licht“ zu präsentieren. Die Bilder dieses Artikels, die längst nicht alle Stände zeigen, belegen, dass dies gut gelang. Auffällig war die große Auskunftsbereitschaft der Aussteller. So informierte der Mitinitiator des Nachtmarkts, Porzellandesigner Christian Franke aus Morungen bei Sangerhausen, detailliert über seine Techniken des Porzellanbrennens, der Gravur und des Bemalens von Porzellan. Die aus der Nähe von Friedland in Niedersachsen angereisten Vertreter der „Handweberei Rosenwinkel“ erläuterten ihre Web- und Färbetechniken; Textildesignerin Inge Strauß aus Hettstedt beschrieb lebhaft die Herstellung ihrer Seidenkreationen. An weiteren Ständen wurden Goldschmiedearbeiten, Lederwaren, Porzellanfiguren, Papierobjekte, bedruckte Karten und Kalender sowie Bleiverglasungen präsentiert.

Alles in allem zeigt dieser erste Anlauf, regionales und überregionales Kunsthandwerk vor historischem ländlichen Ambiente zu versammeln und für die Besucher zu einem „Erlebnisabend“ zu verdichten, dass ein Potenzial an Anbietern und Kunden durchaus vorhanden ist. Wenn es für zukünftige Folgeveranstaltungen gelingt, noch mehr Kunsthandwerker aus der Region zu motivieren, das kulinarische Angebot noch zu verbessern und die Werbung für die Veranstaltung noch breiter zu streuen, wird der „Nachtmarkt der Kunsthandwerker“ in Zappendorf bald zu einer festen Marke und zu einem Muss für Aussteller wie Besucher werden.
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