AHA-Lehrstunden in der Fuhneaue – Teil 3 Neben dem NSG Fuhnevogtei, zum Quellgebiet der Fuhne mit „unechter Bifurkation (Wasserscheide)“

Ist das der richtige Weg zur Wasserscheide der Fuhne?
 
die Route und das...
Zehbitz: Fuhnequellgebiet | Ich war am 18. 6 mit Fahrrad und “AHA“, sowie am 20.6 und 1.7. noch einmal mit Auto im Gebiet SÜDLICHES ANHALT vor Ort!

Im Teil zwei hatte ich schon einiges zur Fuhneaue erwähnt.

Ich ergänze nun die Erläuterungen von Herrn Eisenwicht. Da ich mit meinem Notizen nicht schnell genug war zitiere ich ersatzweise ein paar weitere Literaturstellen:
Quelle: Karsten Falke - Heimatkunde des Landkreises Bernburg
„Die Fuhne hat zwei "Enden": die westliche Mündung in die Saale in Bernburg (GC2ACVM) und die östliche Mündung in die Mulde bei Jeßnitz (GC206ZP).
Die Fuhne ist also eine Bifurkation. Eine Quelle - zwei Mündungen. Der etwas längere Orinoco und die Ziethe sind ihre Leidensgefährten.
„Die Fuhne hat nicht so direkt eine Quelle. Hier ist es mehr eine flache Wasserscheide in der Nähe von Zehbitz. Es ist schwierig, den genauen Ort der Gabelung auszumachen - die Fließgeschwindigkeit ist oft sehr gering. Hinzu kommt, dass es auch zu saisonalen Schwankungen kommen kann. Tau- oder Regenwetter führen dazu, dass der eine Graben mal mehr und mal weniger Wasser zuführt.
Entstanden ist die Fuhne (zumindest ihre westliche Hälfte) am Ende der Saaleeiszeit am Gletscherrand als Urstromtal. Hier wurden die Schmelzwassermassen nach Norden und Westen abgeführt.
Das Gebiet der Fuhne ist uraltes Siedlungsland. Das althochdeutsche "fona" bedeutet soviel, wie "sumpfiger, fauliger Fluß". Das Sumpfgebiet der Fuhne war die natürliche Grenze zwischen Germanen und Slawen, später zwischen Anhalt und Kursachsen.
Am Ende des 16.Jahrhunderts wurde die Entwässerung der Fuhnesümpfe in Angriff genommen. Dabei wur-de der zweite, zur Mulde führende Abfluss angelegt. Die Bifurkation ist also nicht natürlichen Ursprungs.

Wikipedia
„Zum Ursprung des Flussnamens gibt es verschiedene Theorien. Möglicherweise liegt dem Namen eine Zusammensetzung der mittelhochdeutschen Begriffe fon bzw. fun oder fûl (faul, faulig) und ahâ (Wasserlauf, Fluss, Wasser) zugrunde, was die Deutung „Sumpf-Fluss“ zulässt, die auf die Lage des Gewässers in einem Sumpfgebiet anspielt.“

Jetzt geht es zur Sache – aus drei Besuchen mache ich einen!

Während der offizielle Fuhneradweg weitgehend auf Nebenstraßen von Ortschaft zu Ortschaft führt …
https://www.openstreetmap.org/relation/1732154
… haben wir Straßen und Orte weitgehend vermieden.

Von der L141 bogen wir noch vor Wadendorf wieder auf einen Feldweg ein.
Wenig später an einer großen Koppel mit einer stattlichen Herde von den Sommer über freilebenden Fleischfleckenvieh (meinte Herr Eisenwicht) machten wir einen längeren Stopp.
Diese Koppel erinnerte mich an ein Lied von Peter Hinnen aus den 60ziger Jahren, dass ich leider schon ewig nicht mehr gehört habe…
„Hey, siebentausend Rinder!
Kinder, Kinder, Kinder!
Im Sommer und im Winter,
immerzu lauter Ochs, lauter Kuh!“

Siebentausend Rinder waren es nicht – aber trotzdem bot sich uns ein interessantes und amüsantes Bild. Ein stattlicher Leitbulle hatte seine Herde ständig im Blick, und wo von Nöten auch im Griff. Meist döste er etwas abseits von ihr. Als sich die meisten Tiere bei meinem zweiten Besuch am Montag mir bis zum Elekt-rozaun näherten, kam auch er gemächlich angetrabt.

Weiter ging unsere Radexkursion über Feldwege mit freiem Blick auf das NSG „Fuhne Vogtei“

An der Stelle wo wir Feldweg aus Löberitz Richtung Zehbitz trafen, waren noch die Brandspuren zu erkennen, wo in der Nacht vom 11. Juni Unbekannte einen von einem Firmengelände in Riesdorf gestohlen LKW in Brand gesetzt hatten (die MZ berichtete)
http://www.mz-web.de/landkreis-anhalt-bitterfeld/b...
http://www.mz-web.de/landkreis-anhalt-bitterfeld/v...
. Dabei musste wohl auch das NSG-Hinweisschild daran glauben.
Einige der hier am Wegesrand stehenden Kopfweiden, waren erst vor kurzem geschnitten worden. Ich staunte nicht schlecht – als ich 14 Tage später an der gleichen Stelle vorbeikam – wie kräftig sie schon wieder ausgetrieben hatten.

Tageshauptziel „Quellgebiet der Fuhne“ in Sicht

Vielleicht 100 Meter vor dem kleinen Ort Zehbitz bog an einem Entwässerungsgraben eine kleine Weidenallee rechts ab.
Nichts deutete für einen Laien zu meiner Verwunderung darauf hin, wo uns nach 4-stündiger Fahrt 200 Meter westwärts das Quellgebiet der Fuhne erwartete. Erst an der „Quelle“ (und wie ich zwei Tage später im Ort entlang des Fuhneradweges sah) waren Informationstafeln aufgestellt: aber nirgends ein Wegweiser zur Wasserscheide - wieso, die klaut doch kein Metalldieb.
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 12.07.2016 | 16:37   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 12.07.2016 | 16:40   Melden
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Katrin Koch aus Friedersdorf | 13.07.2016 | 21:33   Melden
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